HiFi Raritäten sammeln. 
In letzter Zeit stößt man vermehrt auf Fragen in Foren, wie, wo und was man sammeln kann bzw. wie setzt man einen Wert an. Fragen die zeigen das wohl ein Interesse
an HiFi Klassikern, bzw. HiFi Raritäten sammeln besteht.
Die Frage nach dem Wert von HiFi Klassikern kann man eigentlich nur so
beantworten, die Nachfrage regelt eigentlich den Preis. Eigentlich. Da
wären noch der Zustand der angebotenen Geräte (keine Gebrauchsspuren) technisch einwandfreier Zustand und die Krönung wäre
noch die Originalverpackung. Bedienungsanleitung ist selbstverständlich
vorhanden. Das Handikap, die meisten Geräte haben die Zeit der
"wilden Jahre" mitgemacht. Die Rede ist von der Zeit 1968 -
Mitte der achtziger Jahre. Verstärker und Plattenspieler wurden nicht
selten discomäßig eingesetzt und bis an die Leistungsgrenzen
belastet. Das hat natürlich Spuren hinterlassen. Bei Verstärkern und
Receivern Potis und Netzteile. Viele defekte Netzteile lassen sich
nicht einfach durch neue ersetzen. Originalnetzteile gibt es in den
seltensten Fällen. Bei Plattenspielern Beschädigungen des
Tonarmlagers. Achtung: Micro Seiki
Plattenspieler (kleinere Modelle) haben oft Probleme mit den
Tellerlagern, ausgeschlagen.
Bei Ebay gute Klassiker finden?
Viele bei Ebay angebotene Klassiker sind leider nicht in
einem sehr gutem Zustand. Oftmals findet man nur die Bezeichnung: hat
Gebrauchsspuren, konnte ich nicht testen (warum nicht???), Stecker
abgeschnitten (welcher Schwachkopf schneidet den Stecker ab?) oder
ähnliches (?!?) Tolle Beschreibungen. Oder nicht aussagekräftige
Fotos schlechter Qualität. Ganz lustig Beschreibungen wie, Dachboden
oder Kellerfund. Das schärfste was ich gefunden habe war:
Scheunenfund! Bei diesen Beschreibungen können Sie davon ausgehen das
irgendetwas nicht stimmt. Warum packt jemand sein ach so tolles Gerät
in den Keller? Sollten Sie auf der Suche nach wirklich guten HiFi
Klassikern sein, lassen Sie die Finger davon! Lernen Sie zwischen den
Zeilen zu lesen. Hat jemand ein wirklich gutes Stück anzubieten macht
er sich auch die Mühe das Gerät detailliert zu beschreiben und
stellt gute Fotos zur Verfügung. Eventuelle Fehler werden genau
beschrieben. Ach ja, zum Schluss noch ein Wort zu den Versandkosten.
Jeder Zustelldienst hat eigene Gebühren, der Eine höhere der Andere
niedrigere. Es gibt Zeitgenossen (Ebayer) die Fantasieversandkosten
verlangen. Für einen 6 Kg schweren Receiver 25 € (?). Das deutet
darauf hin das man noch ein paar € zusätzlich verdienen möchte.
Komischerweise sind das meist Jene die, wie oben beschriebene
Verkaufsaussagen machen. Haben Sie ein Gerät gefunden das Sie
interessiert, schreiben Sie eine Mail an den Verkäufer. Fragen Sie
gezielt nach Einzelheiten. Sollten Sie keine Antwort erhalten,
vergessen Sie das entsprechende Gerät! (wenn's auch schwer fällt)
Sie können ebenfalls davon ausgehen das etwas nicht koscher ist.
Thema Gebrauchsspuren
Es ist mehr als verständlich das HiFi Geräte die schon
ziemlich lange in Gebrauch sind nicht mehr so aussehen können als kämen
sie gerade aus der Verpackung. Altersbedingte Gebrauchsspuren sind
z.B. bei Plattenspielern Putzspuren auf der Haube. Bei Verstärkern u.
Receivern die ein Holzgehäuse haben kann mal hin und wieder dieses
Gehäuse einige Kratzer aufweisen. Diese Gehäuse sind in der Regel in
verschiedenen Holzarten furniert. Es ist aber kein Problem sie wieder
auf Vordermann zu bringen. Abzuraten ist von der Verwendung von
Beize. Auch Möbelpolitur ist nicht die optimale Lösung. Die erste
Behandlung erfolgt mittels Leinöl, sanft auftragen und einwirken
lassen. Danach das Gehäuse mit Wachs (gibt es in verschiedenen Farbtönen)
einreiben, wichtig: nur in die Richtung in die die
Maserung des Furniers verläuft nicht kreuz und quer! Für
hellere Furniere ist Bienenwachs die ideale Lösung. Wachs hat den
Vorteil das es vom Holz aufgenommen wird und eine Verfärbung des
Holzes nicht stattfindet! Das Ergebnis ist ein schöner matter Glanz
und kleine Kratzer werden durch das Wachs verschlossen. Bei
Frontplatten aus Alu ist eine Reinigung mit einem feuchten
Mikrofasertuch und einer milden Handwaschlotion (wenig!) optimal.
Keinen Alkohol verwenden, er könnte die Beschriftung zerstören! Zu
unterscheiden ist zwischen Gebrauchsspuren und Beschädigungen!
Es gibt Geräte die haben am Gehäuse oder/und an den Frontplatten
richtige, manchmal tiefe, Macken oder abgestoßenen Ecken. Dagegen
hilft natürlich gar nichts mehr. Fazit Gebrauchsspuren (minimal)
sollte man ruhig tolerieren. Sie schaden dem Wert des Gerätes
nicht!
Welche HiFi Geräte lohnen die Anschaffung?
Die Frage lässt sich relativ einfach beantworten. Der Interessent, Käufer,
entscheidet selber. Welches Gerät gefällt ihm. Wieviel möchte er
ausgeben. Soll es eine echte Rarität sein? Z.B. CONCEPT
Oder er ist festgelegt auf einen Hersteller. In diesem Fall
kann er gezielt suchen, was zugegebenermaßen nicht gerade einfach
sein muss. Lohneswert ist das Sammeln von Geräten die Geschichte
geschrieben haben. Wie zum Beispiel frühe Marantzgeräte,
Quad HiFi Geräte der ersten Epoche, Technics
Vor und Endstufen, Quadro Geräte und natürlich Plattenspieler
und Laufwerke ab 1972 (z.B. SL 1300), Mc
Intosh, Braun, Sansui BA,
CA und QS (QS, die Quadro Serie von Sansui, absolut rar). Pioneer
etc.. Da darf man sich aber nicht wundern das die Preise für Topgeräte
nicht selten den ehemaligen Anschaffungspreis zum Teil weit übertreffen.
Z.B. Marantz Model 7 (1959-1969), ein Röhrenvorverstärker.
Er wurde in ca. 10 Jahren sage und schreibe 130.000 mal hergestellt.
Vermeintlich eine große Menge, versuchen Sie einmal aus Spaß einen
zu bekommen (heute ab $1.500 aufwärts). Angeboten werden, meist
immer, Geräte der einstig normalen Preiskategorie, so wie die Verstärker
1030 oder 1040 sowie Receiver 2215 oder 2225. Geräte der 4er Reihe
(4000, 4240, 4270, 4300) oder andere (3800, 3600, 3200) findet man so
gut wie nie. HiFi Geräte von Marantz sind sehr häufig zu finden,
will heißen es existieren noch jede Menge an Klassikern. Die meisten
naturgemäß in den USA. In Europa wurden erst ab Ende 1974 HiFi Geräte
verkauft. In den USA hat man offensichtlich auch eine andere
Einstellung zu Klassikern. Es werden hin und wieder welche angeboten
aber in der Regel behält man sie. Mittlerweile ist ein regelrechter
Kult entstanden. Unzählige Foren und Vereinigungen betreiben die
Pflege der Legende Marantz. Sollten Sie die Möglichkeit bekommen ein
Gerät aus den USA zu beziehen denken Sie daran das frühe Modelle nur
mit einer Netzspannung von 110 (112)V arbeiten. Multi Voltage Geräte
gab es erst seit dem Export in den Rest der Welt. Zum Thema
Plattenspieler; lohnt ein Kauf, wie sieht es mit der Lebensdauer aus?
Eigentlich ist der Kauf von klassischen Plattenspielern
unbedenklich. Man sollte jedoch ein paar Kleinigkeiten beachten. Wie
ist der Vorbesitzer mit seinem Plattenspieler umgegangen, sind übermäßig
viele Gebrauchsspuren vorhanden? Eine optische Inaugenscheinnahme ist
tausend mal mehr Wert als die schönsten Fotos im Internet. Zur
Lebensdauer: da seiner Zeit an der Verwendung von hochwertigsten
Materialien nicht gespart wurde ist in den seltensten Fällen ein
technischer Defekt zu befürchten. Ich selber habe einen Pioneer PL
117 D von 1976, sagenhafte 30 Jahre alt, er spielt wie am ersten Tag.
Da, wie erwähnt, heute produzierte Plattenspieler eher hässlich
aussehen ist der Kauf eines Klassikers unbedingt emphelenswert.
Welche Geräte kann man noch empfehlen?
Ein paar Tipps für Klassiker Freunde: >Sony<
HiFi und Quadro Geräte 1972/73. Die Serie erkennt man an dem
mattsilbernen oberen Rand der Frontplatte mit schwarzem SONY
Schriftzug in der Mitte (letztes Bild ganz unten). Die Verarbeitung
ist super. Der Klang überragend. Die Frontplatten sind aus
dickem Alu. Technisch unanfällig und sehr solide gebaut (eigene
Erfahrungen). Sony hat, im Gegensatz zu z.B. Marantz, nicht kontinuierlich
solche Mengen an HiFi Geräten gebaut und des öfteren
in kürzeren Abständen neue Serien herausgebracht. Diese Geräteserie
(1972/73) ist noch nicht so gefragt. (kann aber auch am beschränktem
Angebot liegen) Das wird sich aber wohl in absehbarer Zeit ändern
da die Geräte der Konkurrenzfirmen immer teurer und seltener
werden. Weitere Sony Geräte aus dieser Zeit, z.B. Endstufe
3200F, (Bild oben, 13,5 Kg, Beschriftung graviert nicht gedruckt)
Vollverstärker TA 1055, nur einer von einer ganzen Reihe von
Vollverstärkern, Tuner ST 5150, ST 5130, SQ Decoder SQD 2020, Sony
Receiver STR-6065. STR 7035, STR 7055, Tuner/Vorverstärker STC
7000 und viele, viele andere Modelle. Ebenfalls
lohnenswert die Klassiker von >Kenwood<
und >Toshiba< Bei Toshiba (ab Anfang der
70ger Jahre) z.B. die Receiver SA 300L, SA 400, SA 500 und die
Quadroreceiver SA 304, SA 504 (die 4 am Ende bezeichnet Quadrogeräte).
Wunderschön und technisch Spitze auch die Verstärker SB 300, SB 500
sowie der Quadroverstärker SB 404S. Das Interesse an >Onkyo<
Geräten ist eher mäßig. Sie sind auch nicht sehr häufig zu
finden. Das liegt nicht nur daran das das Angebot an
Onkyo Klassikern sehr überschaubar ist sondern das Onkyo selber die
Erinnerung an die eigene Historie wohl vergessen hat. Unterstützung für
Interessenten Fehlanzeige. Was erstaunlich ist das Klassiker von >Rotel<
und >NAD< im Gegensatz zu Geräten
heutiger Produktion, wenig gefragt sind. Beide Firmen haben zwar nicht
eine großartige Geschichte aber erstklassige HiFi Klassiker. Absolute
Raritäten sind z.B. die Receiver NAD 120, 140, 160
die sehr selten sind. Wertige Geräte die sehr zu empfehlen sind mit
schöner Optik und guter Technik. Unbedingt zu empfehlen:
>Pioneer<, Verstärker, Receiver,
Tuner und Plattenspieler 1970-78. Eins der& wohl schönsten
Tonbandgeräte der damaligen Zeit, die RT-707, sei
erwähnt, Quadro Receiver der QX Serie, 949, 747, 646, 8000, Stereo
Verstärker SA 6200, SA 500A sowie der sehr, sehr selten zu findende
Vorverstärker SC-3000 und die Endstufe SM-3000. Neben Technics war Pioneer
DER Produzent von Plattenspielern, mit oder
ohne Tonarm (Laufwerke). Unzählige Modelle wurden in 20 Jahren
produziert. Eigentlich kann man alle blind kaufen. Die Technik ist
robust und zuverlässig und die Optik super. >Luxman<,
alle Klassiker dieser Firma sind bedenkenlos zu erwerben. Die Preise für
Luxman Klassiker sind naturgemäß relativ hoch. Einziger
Wehrmutstropfen, sollte einmal ein Verstärker/Receiver angeboten
werden mit dem Hinweis "...kein Ton" oder ähnliches, Finger
weg! Warum? Insbesondere bei den Modellen 550, 530, 510, 430,
410 und anderen kann man mit 100%iger Sicherheit davon ausgehen
das das Netzteil defekt ist! Auf Grund der speziellen Konstruktion der
Verstärker ist eine Reparatur unmöglich. Ersatznetzteile gibt es
nicht! >SCOTT< HiFi Geräte vor und um
1974, bei Geräten dieser Firma handelt es sich um echte Raritäten.
Da wären z.B. die Verstärker A 426, A 436, A 236, die Receiver R 31,
R 34, R 36, R 316, R 326, R 77, R 75, R 74, die Tuner T 526, T 33. Die
wirklich optisch schönsten Geräte sind:
die Receiver R 31, R 34, R 36 und der Verstärker A 236 (siehe
Bilder unten). Der interessanteste Tuner, der T 33 (absolute
Rarität) ist ein Digital Synthesizer Tuner, der >weltweit
erste< (1975).
Damalige Technik heute noch aktuell?
Ganz knapp, JA! Nehmen Sie einmal den Vergleich
zwischen heutigen AV Receivern und Verstärkern der damaligen
Hochpreiskategorie. AV Receiver haben in 99% aller Fälle keinen Phono
Eingang mehr, wenn ja, dann nur einen und einen eingebauten
Standardphonovorverstärker billigster Machart. Wenn Sie ein(e)
Freund/Freundin von Vinyl sind haben Sie schlechte Karten. Bei älteren
Geräten haben Sie dagegen mindestens einen Phono Eingang für MM und
ewtl. einen für MC Tonabnehmer. (Ein neuer, guter Phonovorverstärker
kostet heute rund 80,- Euro, dafür bekommen Sie schon einen Top
Klassik Receiver) Ebenfalls eine adäquate Alternative zu
einem reinen Phonovorverstärker ist z.B. ein Stereovorverstärker (Preamp)
QED
Vorverstärker C-300 mit Premium Analog Phono Board (MM, MC) 1988
Wenn dieser kleine Abmessungen haben soll, wären der Toshiba SY-C15
oder SY-C12 z.B. die richtige Wahl. Aber auch andere.
Der Pioneer C 21 Vorverstärker bietet sogar die Möglichkeit Eingangsempfindlichkeit
und Kapazität für den Phonoeingang anzupassen. Der Vorteil
eines Preamp liegt darin das die Lautstärke regelbar ist und
somit ein eventueller Unterschied der Lautstärke zum AV Receiver ausgleichbar
ist. An ihn können auch noch weitere Tonquellen angeschlossen werden.
Der Anschluss ist denkbar einfach: Pre Out (Vorverstärker) mit
AUX Eingang (AV Receiver) verbinden, fertig. Preislich auch eine
Alternative zu einem reinen Phono Vorverstärker. Einzig,
Lautsprecherboxen. Bei Lautsprechern z.B. die der letzten 20 Jahre, können
durch natürliche Alterung die Membranen und Sicken der Tief, bzw.
Mitteltonlautsprecher brüchig geworden sein. Das hat zur Folge das
ein guter Klang nicht mehr erzielbar ist. Originallautsprechersysteme
dürften nur noch, wenn überhaupt, in den wenigsten Fällen erhältlich
sein. Man kann zwar Lautsprecher anderer Hersteller verwenden, hat
dann aber ein anderes Klangergebnis als das der Lautsprecher im
damaligen Originalzustand. Die absolute Notlösung ist, neue
Lautsprechersysteme zu verwenden die die gleichen elektrischen
Parameter haben wie das Original. Dürfte aber nur annähernd möglich
sein.
SCOTT
A-236, Verstärker, schön und selten.
SONY
HiFi und Quadro Geräte 1972/73, technisch keine Probleme, sehr robust.
SCOTT
R-34, Receiver, schön und selten.
SCOTT
A-436, Verstärker.
SCOTT
A-426, Verstärker
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