HiFi-KlassikerHerstellerDänemark
Bang & Olufsen: Historie seit 1925, Beomaster 900M und Beovox S4500 mit technischen Daten
4 Bang & Olufsen-Geräte mit 21 Fotos aus dem Archiv, zwei davon mit vollständigen technischen Daten: der Transistor-Receiver Beomaster 900M von 1964 mit Neupreis in DM und der Regallautsprecher Beovox S4500 aus der Zeit von Jacob Jensen. Dazu die Historie der Marke aus Struer von 1925 bis zum 75. Jubiläum.
- Gegründet
- 1925, Struer
- Gründer
- P. Bang, S. Olufsen
- Bekannt für
- Beomaster, Beogram
- Auf dieser Seite
- 4 Modelle
Bang & Olufsen Historie: von Struer 1925 bis zum 75. Jubiläum

Bang & Olufsen ist ein dänischer Hifi Hersteller der mittlerweile auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Im Laufe der Firmen Geschichte wurden komplette Hifi Gerätepaletten angeboten, unter anderem Radios, Tuner, Verstärker, Receiver, Plattenspieler, Tonarme, Tonabnehmer, Lautsprecher, Tonbandgeräte, Mikrofone und TV Geräte. Heute sind die Klassiker von B&O sehr gefragt und dementsprechend teuer. Man kann die Geräte sofort an dem eigenwilligen Design erkennen. Die Geschichte der Firma B & O beginnt im Jahr 1925. Zwei junge dänische Ingenieure, Peter Bang und Svend Olufsen beginnen eine bescheidene Produktion von Radios auf dem Dachboden im Haus der Familie Olufsen in Quistrup, in der Nähe der Stadt Struer im Nord Westen von Dänemark. Das erste kommerziell verwertbare Produkt welches den Namen Bang & Olufsen trug war der Eliminator, eine Komponente innerhalb des Radios welches die Verwendung von Batterien unnötig machte. Bang & Olufsen beginnt 1927 die Produktion in einem neu gebautem Werk in Struer. Ein neues Radio ist der Anfang der eigentlichen Geräteproduktion. 1934 wurde der Hyperbo 5 RG vorgestellt, ein Radio und Grammophon mit integriertem Lautsprecher in einem Gehäuse.
Wie andere Bang & Olufsen Produkte aus den 1930er Jahren wurden alle Produkte optisch deutlich vom Bauhaus Stil beeinflusst. Dieser Bauhaus Funktionalismus wird später charakteristisch für das Bang & Olufsen Design. Der oben erwähnte Bauhaus Funktionalismus ist nicht nur eine Stilrichtung sondern auch ein Aspekt der Qualität, Gebrauchsfreundlichkeit und Ästhetik. Das erste Beolit Radio wird 1939 präsentiert. Bei diesem Gerät wurde erstmals die Bezeichnung „Beo“ verwendet und es war das erste Radio mit Bakelit als Gehäusematerial. Bang & Olufsen präsentiert 1950 den ersten TV Prototyp auf einer Ausstellung der Öffentlichkeit. Das erste kaufbare Exemplar war 1952 der TV-508, damals ein State of the Art TV Gerät. Ende der 50er Jahre, genauer 1960 brachte B&O z.B. einen Plattenspieler auf den Markt welcher im Gegensatz zu Plattenspielern der Konkurrenz über einen reinen Riemenantrieb verfügte, das Modell 610V. Dieser Plattenspieler wurde auch mit eingebautem Phonovorverstärker als Modell 610VF angeboten. Der verwendete Tonarm und der Tonabnehmer waren eine B&O Konstruktion. Zur gleichen Zeit war der Transistor Receiver B&O Beomaster 900M bei den Käufern sehr beliebt. Er hatte allerdings noch das Aussehen eines typischen Radios.
Das Aussehen der Receiver änderte sich 1964 mit dem Modell Beomaster 1000, nur knapp 9 cm flach und dafür aber 50 cm breit, in einem schlichtem Gehäuse. 1965 brachte B&O das Tonbandgerät Beocord 2000, erhältlich als Halb oder Viertelspurgerät, auf den Markt. Um 1967 veränderte sich das Design wieder ein wenig mit dem Receiver Beolab 5000. Im Gegensatz zum Vorgänger Beomaster 1000 hatte der 5000 Drucktasten und Schieberegler. Mitte der 70er Jahre wurde der Beomaster 1500 eingeführt, optisch eine Erinnerung an den Beolab 5000. 1978 gab es die nächste Designänderung mit dem Modell Beomaster 2400 der nur noch eine Höhe von rund 6 cm hatte. Ein Cassette Deck, Beocord 1900 und der Tangential Plattenspieler Beogram 2200 (mit Tonarm 8002 und elektronischer Steuerung) wurden zusammen mit dem Receiver Beomaster 2200 als Beosystem 2200 und separat verkauft. 1983 folgten Kompaktanlagen, zum Beispiel Beocenter 7700 und die MC Tonabnehmersysteme (Moving Micro Cross, B&O-Patent) MMC1, MMC2, MC3 und MMC4. 1995 Bang & Olufsen BeoSound 9000, ein einzigartiger sechs CD-Player mit eingebautem Receiver wird vorgestellt. 1996 Bang & Olufsen BeoVision Avant, ein Fernseher mit integriertem Videorekorder der nicht auf den Boden aufgestellt wurde sondern an der Wand aufgehängt werden konnte. 1997 der Receiver Beocenter 9300 und die Designanlage Beosound Overture. Im Jahr 2000 feierte Bang & Olufsen das 75 jährige Bestehen der Firma.
Für unterwegs gibt es heute Bluetooth-Lautsprecher mit ähnlichem Designanspruch; welche davon auch klanglich bestehen, zeigt unsere Bluetooth-Lautsprecher-Kaufberatung.
Die wichtigsten Werke von Bang & Olufsen befinden sich heute noch am selben Ort. Seit 1978 sind 18 Bang & Olufsen Geräte im Museum of Modern Art, New York in der ständigen Design Kollektion zu bewundern. Die Bang & Olufsen Geräte wurden von je her nur in ausgesuchten Fachgeschäften verkauft und nie in Billigramschläden. Die Hifi Geräte von Bang & Olufsen sind nicht nur für Designfreaks interessant sondern auch für jeden der etwas Ausgefallenes sucht. Da die damaligen Verkaufspreise teils sehr hoch waren schlägt sich das auch auf den Preis der heute in gutem Zustand angebotenen Geräte nieder.
Beomaster und Beovox stehen heute als Designobjekte im Regal; die Rolle als Musikanlage im ganzen Haus haben Multiroom-Lautsprecher übernommen, unsere Kaufberatung vergleicht die aktuellen Systeme.
- 1925Dachboden in Quistrup bei Struer: Peter Bang und Svend Olufsen bauen Radios, erstes Produkt ist der Eliminator
- 1934Hyperbo 5 RG: Radio und Grammophon in einem Gehäuse, Bauhaus-Linie
- 1939Beolit: zum ersten Mal der Name „Beo“, Gehäuse aus Bakelit
- 1960610V: Plattenspieler mit reinem Riemenantrieb, als 610VF mit Phono-Vorverstärker
- 1964Beomaster 900M, der erste reine Transistor-Receiver von B&O; Beomaster 1000 nur 9 cm flach
- 1972Tangential-Plattenspieler mit elektronisch gesteuertem Arm
- 1983Beocenter 7700 und die MMC-Tonabnehmer (Moving Micro Cross)
- 1995BeoSound 9000 mit sechs CDs; 2000 feiert die Firma 75 Jahre
-
Aus dem B&O-Prospekt: flache Anlage mit Tangentialplattenspieler -
Receiver mit Holzzarge und Schiebereglern, dahinter ein Plattenspieler
Receiver 1964–1970 · 1 Modell
B&Os Receiver der Sechziger: der Beomaster 900M als erstes reines Transistorgerät der Marke, danach die flachen Beomaster 1000 und Beolab 5000 und die Siebziger-Modelle 1500, 2200 und 2400 aus der Historie oben. Mit Daten steht im Archiv nur der 900M.
Transistor-Receiver, UKW/MW/KW/LW · 1964–1970
Bang & Olufsen Beomaster 900M
-
Rückseite mit Typenschild und Netzkabel -
Lautsprecherpaar mit Stoffbespannung aus derselben Fotoserie -
Bedienungsanleitung (Betjeningsanvisning) für Beomaster 900 K und M -
Front mit Senderskala im Holzgehäuse -
Seitenansicht mit Holzgehäuse -
Frontplatte mit Senderskala und Reglern -
Skala und Drehregler im Detail -
Frontplatte mit B&O-Emblem -
Neben zwei Lautsprechern mit Stoffbespannung -
Skala mit Schriftzug Beomaster 900 und Wellenbereichstasten
| Eingangsempfindlichkeit | 2,5 µV Mono (75 Ω) |
|---|---|
| AM-Unterdrückung | 30 dB |
| Spiegelfrequenzdämpfung | 60 dB |
| Kanaltrennung | 26 dB (1 kHz) |
| Klirrfaktor | 0,5 % Mono · 1,0 % Stereo (max.) |
| Frequenzgang | 20–15.000 Hz (+0,5/−2 dB) |
| ZF-Dämpfung | 90 dB |
| Trennschärfe | 60 dB |
| Geräuschspannungsabstand | 50 dB Mono · 55 dB Stereo |
| Ausstattung | MPX-Stereodecoder, AFC, Mono umschaltbar |
| Eingangsempfindlichkeit | 15 µV |
|---|---|
| Selektivität | 30 dB |
| Geräuschspannungsabstand | 45 dB |
| Klirrfaktor | unter 1 % (max.) |
| Sinusleistung (DIN) | 2 × 6 W an 4 Ω (20–20.000 Hz) |
|---|---|
| Musikleistung (DIN) | 2 × 10 W an 4 Ω |
| Klirrfaktor | unter 1 % (Vollast) |
| Frequenzgang | 20–20.000 Hz ±2 dB |
| Eingänge | UKW, MW, KW, LW, Phono, Tape |
| Eingangsempfindlichkeit | Phono (Kristall) 90 mV / 50 kΩ Tape 80 mV / 30 kΩ |
| Geräuschspannungsabstand | Phono 60 dB · Tape 65 dB |
| Klangregelung | Bass, Höhen |
| Lautsprecher | 4–16 Ω |
| Netz | 120/220/240 V, 50/60 Hz · 15–65 W |
| Abmessungen | 432 × 142 × 230 mm |
| Gewicht | 5,5 kg |
| Baujahre | 1964–1970 |
| Neupreis 1964 | 720 DM |
Der Beomaster 900M kam 1964 und sollte den Export ins europäische Ausland ankurbeln; er war der erste Receiver von B&O ohne Röhren und wurde bis 1970 zum Verkaufsschlager. Vier Wellenbereiche, eingebauter MPX-Stereodecoder, AFC und ein UKW-Band bis 108 MHz, was bei Geräten aus dem Ausland in den Sechzigern keine Selbstverständlichkeit war: Wer heute einen 900M an eine Zimmerantenne hängt, bekommt also das volle Band. Das Gehäuse sieht noch nach Radio aus, ähnlich den Geräten von Hede Nielsen wie dem T-1900. 1965 stellte B&O daneben den Beomaster 1000 im neuen flachen Design, ließ den 900M aber weiterlaufen, statt ihn sofort zu ersetzen, und nahm den Käufern so den Bruch, den die meisten Hersteller mit jedem Modellwechsel zumuteten. Mit 2 × 6 W Sinus an 4 Ω reicht er für wirkungsgradstarke Boxen im kleinen Raum; an leisen 8-Ω-Lautsprechern bleibt es bei Zimmerlautstärke.
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Anlagen und Plattenspieler 1970er–1980er · 1 Modell
Beocenter und Beogram aus den Siebzigern und Achtzigern: Das Archiv zeigt den Beocenter 7002 und zwei Prospektfotos (oben in der Historie). Die alten Seiten zu Beogram 4002, Beogram 6000 und Beogram CDX sind nicht erhalten; wer Daten oder Fotos dazu hat, ergänzt diesen Abschnitt.
Anlage · Archivfoto, Daten gesucht
Bang & Olufsen Beocenter 7002
Vom Beocenter 7002 haben wir nur dieses Foto aus dem Archiv, das den Plattenspielerteil mit Tangentialarm zeigt. Baujahr, Ausstattung und Daten fehlen; ein Prospekt oder ein Foto der kompletten Anlage ist willkommen.
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Lautsprecher 1981–1983 · 2 Modelle
Beovox hieß bei B&O jede Box, vom Regallautsprecher bis zur Standbox. Mit Daten steht der S4500 im Archiv, die letzte Ausbaustufe des S45.
Geschlossener 3-Wege-Regallautsprecher · 1981–1983
Bang & Olufsen Beovox S4500
-
Paar mit Frontbespannung, schräg von vorn -
Typenschild, Typ 6318 -
Frontbespannung mit Modellschild -
Seitenansicht: die Pultform mit schräger Front
| Prinzip | 3 Wege, geschlossen, Pultform (gewölbte Front) |
|---|---|
| Bestückung | Tieftöner 200 mm (Peerless) Mitteltöner 90 mm (Seas) Hochtöner 25 mm |
| Belastbarkeit | 56 W Sinus · 75 W Musik |
| Impedanz | 4–8 Ω |
| Frequenzgang | 38–20.000 Hz |
| Schalldruck | 96 dB |
| Bruttovolumen | 25 l |
| Ausführungen | Palisander, Teak |
| Design | Jacob Jensen |
| Abmessungen (B × H × T) | 260 × 480 × 210 mm |
| Gewicht | 7,5 kg |
| Baujahre | 1981–1983 |
Der Beovox S4500 ist die letzte Ausbaustufe des Beovox S45-2 (Typ 6318), der seinerseits aus dem S45 hervorging, und er zeigt, was das Team um Jacob Jensen aus einem geschlossenen Dreiwegesystem herausholte: Die vertikal gewölbte Front, die Pultform, verbessert die Abstrahlung, und mit 96 dB Schalldruck spielt die Box auch an einem kleinen Beomaster laut. Gedacht war der S4500 als Regallautsprecher, am besten klingt er aber frei stehend auf einem Ständer in einer Raumecke, 40 cm von den Wänden entfernt. Die Chassis kamen von Peerless (200-mm-Tieftöner) und Seas (90-mm-Mitteltöner); phasenlinear ausgelegt heißt hier, dass Tief-, Mittel- und Hochton zeitgleich beim Hörer ankommen.
Archivfoto · Modell gesucht
Bang & Olufsen Beovox, Modell gesucht
Dieses Foto aus dem Archiv zeigt zwei Beovox-Boxen auf Ständern, eine davon ohne Frontabdeckung mit drei Chassis übereinander. Welche Modelle es sind, steht nirgends; Hinweise von Besitzern nehmen wir gern auf.
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