HiFi-KlassikerPioneerLautsprecher
Pioneer HPM-100: der 4-Wege-Lautsprecher von 1976 im Detail
Pioneers großer Vierwege-Lautsprecher von 1976: 300-mm-Tieftöner mit Karbonfaser-Membran, Bassreflexgehäuse, 92,5 dB Kennschalldruck. Technische Daten, sieben Fotos aus dem Archiv, der Unterschied zur HPM-110 von 1980 und worauf ich beim Gebrauchtkauf achte.
- Bauzeit
- 1976 bis 1980
- Prinzip
- 4 Wege, Bassreflex
- Tieftöner
- 300 mm Karbonfaser
- Kennschalldruck
- 92,5 dB (1 W/1 m)
- Belastbarkeit
- 50 W, 100 W max.
- Gewicht
- 26,7 kg je Box
Technik: vier Wege, flache Weiche, viel Wirkungsgrad
Die HPM-100 war 1976 neben der HPM-150 Pioneers größte Lautsprecherbox. In dem Bassreflexgehäuse von 390 × 670 × 393 mm arbeiten vier Chassis: ein 300-mm-Tieftöner mit Karbonfaser-Membran, ein 100-mm-Konus-Mitteltöner, ein 45-mm-Konus-Hochtöner und darüber der Superhochtöner aus High-Polymer-Folie, der der Serie ihren Namen gab: HPM steht für High Polymer Mylar. Die Weiche trennt bei 1.200, 4.000 und 12.000 Hz mit nur 6 dB pro Oktave. Die Chassis überlappen sich dadurch über mehr als eine Oktave. Das macht die Box gutmütig gegenüber dem Verstärker, aber empfindlich für die Hörhöhe: Sitzt du deutlich über oder unter der Achse zwischen Mittel- und Hochtöner, verschiebt sich der Klang.
92,5 dB bei einem Watt in einem Meter machen aus wenigen Watt viel Pegel: Zehn Watt ergeben in einem Meter 102,5 dB. Ein Receiver der 70er mit 2 × 30 Watt an 8 Ohm reicht für die HPM-100 völlig, mehr Leistung bringt erst bei Partylautstärke etwas, und dann ist bei 100 Watt Spitze Schluss. Oben auf der Schallwand sitzen zwei Pegelsteller: Mitteltöner von +3 dB bis aus, Hochtöner von +2 dB bis aus. Ich stelle beide auf 0 und drehe erst nach, wenn die Box in einer Ecke steht oder Teppich und Vorhänge die Höhen schlucken.
Mit 67 cm Höhe ist die HPM-100 zu niedrig für den Boden und zu schwer für ein Regal. Sie gehört auf einen niedrigen Lautsprecherständer oder eine stabile Konsole, damit Mittel- und Hochtöner auf Ohrhöhe kommen. Die Frontbespannung ist schwarzer Stoff auf einem Rahmen, das Gehäuse Holzfurnier.
Varianten
HPM-100, HPM-110 oder HPM-150?
1980 löste die HPM-110 die HPM-100 ab. Die technischen Daten blieben unverändert, nur das Gehäuse änderte sich: statt Holzfurnier ein schwarzer Strukturlack. Klanglich gibt es keinen Grund, die eine der anderen vorzuziehen; wer das Furnier mag, sucht die 100, wer die Box neben schwarzen Geräten der 80er stellt, nimmt die 110.
Die HPM-150 ist die größere Schwester ab 1977: 400-mm-Tieftöner, 125 Watt Belastbarkeit, Trennfrequenzen bei 750, 2.600 und 8.500 Hz und ein rundum abstrahlender Superhochtöner. Mit 985 mm Höhe und 36,5 kg ist sie ein echter Standlautsprecher. Die HPM-1500 ist technisch identisch, ihr Gehäuse besteht aus zwei Teilen, Mittel- und Hochtöner sitzen in einem eigenen Aufsatz.
| Merkmal | HPM-100 | HPM-110 | HPM-150 |
|---|---|---|---|
| Bauzeit | 1976–1980 | ab 1980 | 1977–1980 |
| Tieftöner | 300 mm Karbonfaser | 300 mm Karbonfaser | 400 mm Karbonfaser |
| Trennfrequenzen | 1.200 / 4.000 / 12.000 Hz | wie HPM-100 | 750 / 2.600 / 8.500 Hz |
| Frequenzgang | 30–25.000 Hz | wie HPM-100 | 20–25.000 Hz |
| Belastbarkeit | 50 W (100 W max.) | wie HPM-100 | 125 W (300 W max.) |
| Kennschalldruck | 92,5 dB | 92,5 dB | 92,5 dB |
| Maße (B × H × T) | 390 × 670 × 393 mm | wie HPM-100 | 450 × 985 × 450 mm |
| Gewicht | 26,7 kg | wie HPM-100 | 36,5 kg |
Galerie
-
Von schräg vorn: Furniergehäuse, 393 mm tief -
Mit schwarzer Stoffbespannung, HPM-100-Schild unten rechts -
Pegelsteller MID und HIGH: Mitteltöner bis +3 dB, Hochtöner bis +2 dB, am Linksanschlag aus -
Der 300-mm-Tieftöner mit Karbonfaser-Membran -
100-mm-Mitteltöner, 45-mm-Hochtöner und der rechteckige Superhochtöner aus High-Polymer-Folie -
Die Weiche: 6 dB pro Oktave, Spulen und Kondensatoren auf einer Platine im Gehäuse
Technische Daten
| Prinzip | 4 Wege, Bassreflex, 8 Ω |
|---|---|
| Tieftöner | 300 mm, Karbonfaser-Membran |
| Mitteltöner | 100 mm, Konus |
| Hochtöner | 45 mm, Konus |
| Superhochtöner | High-Polymer-Folie (Mylar) |
| Trennfrequenzen | 1.200 / 4.000 / 12.000 Hz 6 dB/Oktave |
| Frequenzgang | 30–25.000 Hz |
| Belastbarkeit | 50 W 100 W max. |
| Kennschalldruck | 92,5 dB 1 W / 1 m |
| Pegelsteller | Mitteltöner +3 dB bis aus Hochtöner +2 dB bis aus |
| Abmessungen (B × H × T) | 390 × 670 × 393 mm |
| Gewicht | 26,7 kg |
| Bauzeit | 1976 bis 1980 danach HPM-110 |
Den Neupreis von 1976 haben wir nicht belegt. Hast du einen Pioneer-Prospekt oder eine Preisliste aus dieser Zeit? Wir tragen ihn nach.
Worauf ich beim Gebrauchtkauf achte
- Sicke des Tieftöners: Die 300-mm-Membran hängt in einer Sicke, die nach fast fünfzig Jahren weich, rissig oder bröselig sein kann. Mit dem Finger leicht drücken: Die Membran muss ohne Kratzen zurückkommen. Neu einsicken ist machbar, gehört aber in den Preis.
- Superhochtöner testen: Er übernimmt erst ab 12.000 Hz. Ein Testton bei 14 oder 15 kHz zeigt, ob die Folie noch spielt; mit Musik allein merkst du einen Ausfall kaum.
- Pegelsteller drehen: Beide Regler über den ganzen Weg bewegen. Kratzen oder Aussetzer heißt Kontaktreinigung, am Linksanschlag muss das Chassis verstummen.
- Paar prüfen: Beide Boxen mit demselben Furnierbild, beide mit originalem HPM-100-Schild und intakter Bespannung. Einzelstücke sind kaum zu ergänzen.
- Transport einplanen: 26,7 kg je Box. Nur stehend transportieren, die Pegelsteller oben auf der Schallwand brechen beim Kippen leicht ab.












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