Accuphase (Kensonic): Endstufe P-300 und Vollverstärker E-205 mit technischen Daten, Frequenzgang und Neupreisen in DM
2 Accuphase-Klassiker mit 16 Fotos: die Endstufe P-300 von 1973 mit Steckbrief, Innenansicht und Frequenzgang-Diagramm und der Vollverstärker E-205 von 1985 in Champagner und Schwarz. Dazu die Gründungsgeschichte der Kensonic Laboratory, sieben Accuphase-Neupreise in DM und der Weg der Brüder Kasuga von Trio-Kenwood zur eigenen High-End-Firma.
- Gegründet
- 1972 in Tokio, seit 1973 Yokohama
- Gründer
- Nakaichi und Jiro Kasuga
- Erster Name
- Kensonic Laboratory
- Auf dieser Seite
- 2 Modelle
Accuphase-Historie: Die Brüder Kasuga, Kensonic 1972 und der Start mit P-300, C-200 und T-100
1972 verließen die Brüder Nakaichi und Jiro Kasuga Trio-Kenwood, die Firma, die ihre Familie 1946 als Kasuga Radio gegründet hatte, und gründeten die Kensonic Laboratory. Der Plan war das Gegenteil des Massengeschäfts, das sie bei Kenwood hinter sich ließen: kleine Stückzahlen, Entwicklung, Fertigung, Vertrieb und Service im eigenen Haus, und nur Geräte, die zur Weltspitze zählen sollten. Das erste Jahr lang war Jiro Kasugas Wohnhaus im Tokioter Bezirk Ota Büro und Entwicklungslabor zugleich. Der Name Kensonic verband das KEN von Kenwood mit SONIC; Kenwood hielt Anteile an der neuen Firma und behielt sie bis Mitte der 1990er Jahre.
Im Juni 1973 zog Kensonic in einen Neubau im Yokohamaer Bezirk Aoba, bis heute der Firmensitz. Im August 1973 liefen die ersten Geräte an: die Endstufe P-300 und der Vorverstärker C-200, kurz darauf der Tuner T-100. Verkauft wurden sie von Anfang an unter dem Markennamen Accuphase, zusammengesetzt aus ACCU für accurate und PHASE. Der P-300 holte im Herbst 1973 den Goldpreis des Japan Compo Grand Prix, und in Deutschland stand er 1975 mit 3.000 DM in der Preisliste. Dass der Netztrafo des P-300 noch den Schriftzug kensonic trägt, zeigt unser Innenfoto. Zum zehnjährigen Bestehen wurde aus Kensonic Laboratory die Accuphase Laboratory, Marke und Firma hießen von da an gleich.
Die Verbindung nach Kenwood riss nie ganz ab: Kenwoods letzter großer Vollverstärker, der L-A1 von 1993, trägt Jiro Kasugas Handschrift. Was Accuphase bis heute ausmacht, steckt schon im P-300 von 1973: großzügige Netzteile, große Zeigerinstrumente, die champagnerfarbene Front. Der E-205 von 1985 zeigt dieselbe Linie zwölf Jahre später als Vollverstärker mit MC-Eingang. Sieben Neupreise der frühen Jahre, vom C-200 bis zum Tuner T 103, stehen unten in der Tabelle.
- 1972Gründung der Kensonic Laboratory durch Nakaichi und Jiro Kasuga; Entwicklung in Jiro Kasugas Haus in Tokio-Ota
- 1973Juni: Umzug nach Yokohama-Aoba. August: P-300 und C-200 in Produktion, dann Tuner T-100; Goldpreis des Japan Compo Grand Prix für den P-300
- 1974Mai: E-202, der erste Vollverstärker (2 × 100 W)
- 1975P-300 in Deutschland für 3.000 DM
- 1977September: P-300S löst den P-300 ab
- 1980Juni: P-300X, gebrückt 400 W mono
- 1982Zum zehnten Geburtstag: Kensonic wird Accuphase Laboratory
- 1985Dezember: Vollverstärker E-205, als E-205B in Schwarz
Endstufen 1973–1980 · 1 Modell
Der P-300 war das erste Accuphase-Gerät überhaupt. Seine Nachfolger P-300S (1977) und P-300X (1980) behielten Gehäuseformat, Instrumente und 150 Watt an 8 Ohm; den P-300X gibt es zusätzlich gebrückt als Mono-Endstufe mit 400 Watt.
Stereo-Endstufe · 1973–1977
Accuphase P-300
Erste Kensonic-Endstufe, Partner von Vorverstärker C-200 und Tuner T-100
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Die Instrumente aus der Nähe: Skala von −20 bis +3 dB, darunter die Buchse Phones und die Cinch-Buchsen Output Remote Front -
Der P-300 im Rack: links die Power-Taste, auf der Front der Schriftzug Stereo Power Amplifier, rechts der Accuphase-Schriftzug -
Innen von oben: der Netztrafo mit dem Schild kensonic Power Transformer, davor die beiden Siebelkos mit je 40.000 µF, links und rechts die Kühlkörper der Endstufen -
Prospektzeichnung des Innenaufbaus: Endstufen und Kühlkörper außen, Netztrafo und 2 × 40.000 µF in der Mitte, Schutzschaltung unter dem Abschirmdeckel -
Frequenzgang an 8 Ω, beide Kanäle ausgesteuert: bei 150 W und bei 1 W linear von unter 10 Hz bis über 20 kHz, erst jenseits von 50 kHz fällt die Kurve ab
| Sinusleistung | 2 × 200 W (4 Ω), 2 × 150 W (8 Ω), 2 × 75 W (16 Ω), 20–20.000 Hz |
|---|---|
| Frequenzgang | 20–20.000 Hz, +0/−0,2 dB (8 Ω) |
| Eingang | 1,0 V für Nennleistung, 100 kΩ |
| Fremdspannungsabstand | 100 dB |
| Endstufe | je Kanal 6 Leistungstransistoren, Triple-Push-Pull, durchgehend direkt gekoppelt |
| Siebkondensatoren | 2 × 40.000 µF |
| Filter | Bandpass 17 Hz / 24 kHz, 18 dB/Oktave |
| Leistungsbegrenzer | voll, 1/2, 1/4 |
| Instrumente | Bereiche 0, −10, −20 dB; 0 dB = 150 W an 8 Ω |
| Leistungsaufnahme | 510 W bei Nennleistung, 100 W ohne Signal |
| Abmessungen (B × H × T) | 445 × 152 × 355 mm |
| Gewicht | 25 kg |
| Baujahre | 1973–1977, in Japan ab August 1973 |
| Neupreis 1975 | 3.000 DM |
In Japan kostete der P-300 195.000 Yen. Nachfolger: P-300S (September 1977, 260.000 Yen) und P-300X (Juni 1980, 300.000 Yen, gebrückt 400 W mono).
Der P-300 ist die Endstufe, mit der Accuphase im August 1973 anfing: 150 Watt an 8 Ohm aus einer durchgehend direkt gekoppelten Triple-Push-Pull-Endstufe mit sechs Leistungstransistoren je Kanal, ein Netzteil mit zwei Siebelkos von je 40.000 µF, zwei große Zeigerinstrumente und ein Relais, das die Lautsprecher bei Kurzschluss oder internem Fehler trennt. Der Leistungsbegrenzer auf der Front (voll, halb, viertel) und die Pegelsteller je Kanal sind im Alltag nützlicher, als sie klingen: Mit empfindlichen Kompaktboxen schützt der Begrenzer die Hochtöner, der Pegelsteller gleicht eine laute Vorstufe aus. 25 Kilogramm, 510 Watt Leistungsaufnahme bei Nennlast und 3.000 DM im Jahr 1975 ordnen ihn ein. Beim Gebrauchtkauf prüfe ich zuerst die beiden Siebelkos und das Schutzrelais, dann die Instrumente: Wer einen P-300 mit Original-Elkos und hängendem Zeiger kauft, zahlt die Revision gleich mit. Der P-300S von 1977 ist die DC-gekoppelte Weiterentwicklung mit gleicher Leistung, der P-300X von 1980 bekam MOSFET-Treiber und lässt sich auf 400 Watt mono brücken.
Vollverstärker ab 1985 · 1 Modell
Die 200er-Reihe begann 1974 mit dem E-202; der E-205 von Ende 1985 ist ihr viertes Modell, als E-205B auch in Schwarz. Die Fotos des champagnerfarbenen E-205 stammen von Wolfgang Dummler, dem Besitzer des Geräts; das Foto der schwarzen Ausführung trägt das Wasserzeichen von audiofanzine.com.
Vollverstärker · 1985–1989
Accuphase E-205
E-205B: schwarze Ausführung. Vorgänger E-204, Nachfolger E-206 (2 × 100 W)
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Die Rückseite: Cinch-Eingänge, zwei Tape-Schleifen und Schraubklemmen für zwei Lautsprecherpaare Foto: Wolfgang Dummler -
Anschlüsse Disc MC, Disc MM, Tuner, CD und Line 1 bis 3, darunter die Masseklemme und das Typenschild (Leistungsaufnahme 520 W) Foto: Wolfgang Dummler -
Anschlüsse Tape 1 und Tape 2 (Play, Rec), rechts die Schraubklemmen für die Lautsprecherpaare A und B Foto: Wolfgang Dummler -
Links auf der Front: Lautsprecherwahl (Off, A, B, A+B), Bass und Treble, darunter Power, Phones, die Tasten der Klangregelung und Subsonic Foto: Wolfgang Dummler -
Eingangswahl über sieben Tasten von Line 3 bis Disc/MC mit Kontrollleuchten, darunter Tape Copy, Tape Recorder und Balance Foto: Wolfgang Dummler -
Der Lautstärkesteller, rechts unten Attenuator (−20 dB) und die MC-Load-Tasten für 10, 30 und 100 Ohm Foto: Wolfgang Dummler -
Detail: Attenuator und MC-Load-Tasten von der Seite Foto: Wolfgang Dummler -
Innenaufbau mit Beschriftung: Netztransformator und Filterkondensatoren in der Mitte, links und rechts die Leistungsverstärker der Kanäle, vorn Klangregelungs- und Stromversorgungsplatine -
Schwarze Ausführung E-205B Foto: audiofanzine.com
| Sinusleistung | 2 × 110 W (4 Ω), 2 × 80 W (8 Ω), 2 × 40 W (16 Ω) |
|---|---|
| Klirrfaktor | 0,02 % (max.) |
| Frequenzgang | 20–20.000 Hz, +0/−0,2 dB; 2,5–150.000 Hz, +0/−3 dB |
| Phono MM | 2,84 mV, 47 kΩ |
| Phono MC | 0,09 mV, Abschluss 10, 30 oder 100 Ω |
| Hochpegel | Tuner, AUX 1–3, Tape: 90 mV |
| Geräuschspannungsabstand | Hochpegel 103 dB, Phono MM 85 dB, Phono MC 68 dB |
| Dämpfungsfaktor | 100 (8 Ω) |
| Filter | Subsonic 17 Hz |
| Lautsprecher | 2 Paare, 2–16 Ω (nominal 4–16 Ω) |
| Leistungsaufnahme | 305 W, max. 520 W |
| Abmessungen (B × H × T) | 445 × 145 × 370 mm |
| Gewicht | 14 kg |
| Baujahre | Dezember 1985 bis 1989 |
| Neupreis | rund 2.400 DM |
Der E-205 ist ein Vollverstärker, wie Accuphase ihn Mitte der 80er für Leute baute, die Vor- und Endstufe nicht trennen wollten: 80 Watt an 8 Ohm, 110 an 4 Ohm, ein Dämpfungsfaktor von 100 und ein Phono-Eingang, der MM- und MC-Systeme nimmt, für MC mit 0,09 mV Empfindlichkeit und wählbarem Abschluss von 10, 30 oder 100 Ohm; da braucht kein gängiges MC-System einen Übertrager. Zwei Lautsprecherpaare, zwei Tape-Schleifen, ein Subsonic-Filter bei 17 Hz und ein Direct-Schalter, der die Klangregelung umgeht, decken den Alltag ab. Die 200er-Reihe begann im Mai 1974 mit dem E-202 (2 × 100 W), 1979 folgte der E-203 (2 × 70 W), dann der E-204 (2 × 75 W), Ende 1985 der E-205 und 1989 der E-206 mit 2 × 100 W. Wer zwischen E-205 und E-206 wählen kann, nimmt die 20 Watt mehr nur, wenn die Boxen sie brauchen. Beim Gebrauchtkauf prüfe ich Eingangswahl und Lautstärkesteller auf Kratzen und die Lautsprecherrelais auf sauberes Schalten; der E-205B ist derselbe Verstärker in Schwarz.
Accuphase-Neupreise in DM: C-200, P-250, P-70, P-300, M-60, E-202 und T 103
Sieben Accuphase-Geräte der 1970er stehen in unseren Preislisten. Die Endstufen P-250, P-70 und P-300 lagen zwischen 2.500 und 3.000 DM, der Vorverstärker C-200 kostete so viel wie der Vollverstärker E-202, und die Mono-Endstufe M-60 war mit 3.500 DM das teuerste Stück, wohlgemerkt je Kanal.
| Modell | Typ | Neupreis DM |
|---|---|---|
| Accuphase C-200 | Vorverstärker | 2.850 |
| Accuphase P-250 | Endstufe | 2.500 |
| Accuphase P-70 | Endstufe | 2.600 |
| Accuphase P-300 | Endstufe | 3.000 |
| Accuphase M-60 | Mono-Endstufe, je Stück | 3.500 |
| Accuphase E-202 | Vollverstärker | 2.850 |
| Accuphase T 103 | Tuner | 1.450 |
Alle Zeilen stehen mit Kaufkraftrechner in der Neupreis-Liste. Ein Neupreis des E-205 fehlt in unseren Listen; in Deutschland wurde er für rund 2.400 DM angeboten.


















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