HiFi-KlassikerHerstellerFrankreich
Setton: die Receiver RS220, RS440 und RS660 sowie die Steuerzentrale RCS-X1000 mit Daten, Neupreisen und Fotos
3 Modellabschnitte mit 15 Bildern: der Receiver Setton RS220 mit Steckbrief, Innen- und Rückansichten, die größeren RS440 und RS660 mit ihren Neupreisen und die zweiteilige Steuerzentrale RCS-X1000 für 10.000 DM. Dazu die Geschichte der Marke: Jacky Setton, Pioneer-Importeur in Frankreich, ließ Ende der 1970er eine eigene Gerätelinie in Japan fertigen und von Alain Carré aus dem Designstudio Pierre Cardin gestalten.
- Marke
- Setton, Frankreich, Ende der 1970er
- Gründer
- Jacky Setton, Pioneer-Importeur
- Bekannt für
- RS220, RCS-X1000
- Auf dieser Seite
- 3 Modellabschnitte
Setton-Historie: Jacky Setton, der Pioneer-Importeur mit eigener Marke

Jacky Setton importierte Pioneer nach Frankreich, und das erfolgreich genug, um Ende der 1970er eine eigene Marke zu wagen: Setton, eine Handvoll HiFi-Bausteine in Kleinserie, gefertigt in Japan. Das Gesicht der Geräte entwarf Alain Carré, der damals für das Designstudio von Pierre Cardin arbeitete: eine gebürstete Aluminiumfront mit Griffen, ein schmaler Schriftzug in der Eurostile und ein Gehäuse in Holzdekor. In einem amerikanischen Sammlerforum läuft der RS220 bis heute als Kandidat für den schönsten Receiver, der je gebaut wurde.
Das Programm von 1977 war komplett: die Receiver RS220, RS440 und RS660, die Vollverstärker AS-1100 und AS-3300, der Vorverstärker PS-5500 mit der Endstufe BS-5500, der Tuner TUS-600, der Plattenspieler TS-11 und die Lautsprecher M-10 bis M-30. Darüber stand die Steuerzentrale RCS-X1000, ein zweiteiliger Tuner-Vorverstärker für rund 10.000 DM, von dem etwa 100 Stück entstanden; die Stereoplay testete ihn 1978. Die Kleinserie hatte ihren Preis: Der RS220 kostete 1.498 DM, in Frankreich 4.360 Francs, der RS440 1.598 DM und der RS660 1.698 DM, alle drei stehen in unserer Neupreis-Liste.
Jacky Setton unterschätzte die Kräfte des Marktes: Die Stückzahlen reichten nicht, um die Kleinserie wirtschaftlich zu machen, der RCS-X1000 lief 1979 aus, die Receiver 1981. Es blieb bei Achtungserfolgen. Heute tauchen Setton-Geräte fast nur in Frankreich auf, in Deutschland sind sie Ausnahmen, und wer einen findet, bekommt japanische Fertigung im Cardin-Kleid, mit Alufront und Knöpfen, die es nirgends als Ersatz gibt. Die Receiver, die Jacky Setton als Importeur in Frankreich verkaufte, stehen auf unserer Pioneer-Seite.
- 1977Marktstart: Receiver RS220, RS440, RS660 und Steuerzentrale RCS-X1000, Design Alain Carré
- 1977Neupreise in Deutschland: RS220 1.498 DM, RS440 1.598 DM, RS660 1.698 DM, RCS-X1000 rund 10.000 DM
- 1978Stereoplay testet den RCS-X1000
- 1979Ende des RCS-X1000 nach rund 100 Stück
- 1981Ende der RS-Receiver
Receiver 1977 bis 1981 · 2 Modelle
Drei Receiver in einer Designlinie: der RS220 mit 2 × 40 W, darüber der RS440 und der RS660 mit 2 × 100 W. Alle drei in Japan gefertigt, mit gebürsteter Aluminiumfront, Griffen und Gehäuse in Holzdekor.
Receiver · 1977 bis 1981
Setton RS220
HiFi-Stereo-Receiver, 2 × 40 W an 8 Ω, UKW und MW
-
Mit beleuchteter Skala: Bernstein hinter Instrumenten und Frequenzband -
Schräg von links: Gehäuse in Holzdekor, gebürstete Aluminiumfront mit Griffen -
Rechte Fronthälfte: Abstimmknopf, Security Panel, Leuchtanzeigen für Stereo MPX, Phono, FM, AM und AUX, darunter Loudness, Mode, Hi Fil, Monitor, FM Mute und der Selector -
Das Security Panel im Detail: Heat, Clipping, Protection, die dreistufige Übersteuerungs- und Schutzanzeige -
Klangregler Mid und Treble, Balance und Volume mit den schrägen Alu-Knöpfen -
Innen von oben: links der Netztrafo, daneben der Kühlkörper der Endstufe, rechts Tuner- und Vorstufenplatinen -
Netzteil: Trafo TP-AA5500ZY, Kühlkörper mit den TO-3-Endtransistoren und die beiden Siebelkos mit je 10.000 µF -
Von oben: das Lüftungsgitter im Gehäuse mit Holzdekor -
Seitenansicht: Das Gehäuse trägt Holzdekorfolie, der Aufkleber sagt es selbst -
Rückseite: Antennenklemmen, Cinch-Felder für Tape 1 und 2, AUX und Phono, Spannungswähler, Sicherung und zwei Lautsprechergruppen -
Rückseite links: Antenne 75 und 300 Ω, Tape 1 und 2 mit DIN-Buchse, AUX und Phono mit dem Empfindlichkeitsschalter Hi/Lo -
Rückseite rechts: Spannungswähler 110 bis 130 oder 220 bis 240 V, Sicherung, Lautsprecherklemmen A und B (4 bis 16 Ω, A+B 8 bis 16 Ω) und das Typenschild mit Made in Japan
| Leistung | 2 × 40 W Sinus an 8 Ω (20 bis 20.000 Hz); 2 × 60 W an 4 Ω (1 kHz) |
|---|---|
| Klirrfaktor | 0,1 % bei Nennleistung, 0,05 % bei 1 kHz |
| Dämpfungsfaktor | 30 (8 Ω, 1 kHz) |
| Leistungsbandbreite | 10 bis 35.000 Hz (−3 dB) |
| Eingänge | Phono MM umschaltbar High 2,5 mV / Low 5 mV (50 kΩ); AUX, Tape 1 und Tape 2 je 150 mV; Antenne 75 und 300 Ω |
| Geräuschspannungsabstand | Phono High 65 dB, Phono Low 70 dB; AUX und Tape 85 dB |
| Klangregelung | Bass ±12 dB (50 Hz), Mitten ±6 dB (1 kHz), Höhen ±10 dB (10 kHz); Loudness, Hochfilter, Subsonic-Filter |
| Tuner UKW | Empfindlichkeit 2,0 µV (IHF); Geräuschspannungsabstand 70 dB Mono, 65 dB Stereo; Klirrfaktor 0,15 % Mono, 0,4 % Stereo; Kanaltrennung 40 dB; Trennschärfe 70 dB; Spiegelfrequenzdämpfung 55 dB; AM-Unterdrückung 65 dB |
| Tuner MW | Empfindlichkeit 25 µV; Trennschärfe 45 dB; Geräuschspannungsabstand 45 dB; Klirrfaktor 0,5 % |
| Ausstattung | dreistufige Übersteuerungsanzeige, keramische ZF-Filter, Dual-MOSFETs, elektronische Schutzschaltung, zwei Lautsprechergruppen, zwei Tape-Monitore, Netzspannung umschaltbar 110 bis 240 V |
| Abmessungen (B × H × T) | 540 × 170 × 300 mm |
| Gewicht | 12,8 kg |
| Baujahre | 1977 bis 1981, gefertigt in Japan |
| Neupreis 1977 | 1.498 DM (Frankreich: 4.360 Francs) |
Der RS220 ist der kleine Setton, und schon er zeigt, warum die Marke Sammler anzieht: die gebürstete Aluminiumfront mit zwei Zeigerinstrumenten, bernsteinfarben beleuchteter Skala, Griffen und dem schmalen Eurostile-Schriftzug, rechts das Security Panel mit den Anzeigen Heat, Clipping und Protection, außen ein Gehäuse mit Holzdekorfolie. Innen arbeitet ein Verstärker mit 2 × 40 W Sinus an 8 Ω bei 0,1 % Klirr, Dämpfungsfaktor 30 und zwei Siebelkos mit je 10.000 µF; der Phono-Eingang lässt sich für leise und laute MM-Systeme zwischen 2,5 und 5 mV umschalten, zwei Tape-Monitore und zwei Lautsprechergruppen gehören dazu. Der UKW-Teil mit Dual-MOSFETs im Eingang und keramischen ZF-Filtern erreicht 2,0 µV Empfindlichkeit und 70 dB Geräuschspannungsabstand in Mono, das war 1977 gehobene Klasse.
Beim Gebrauchtkauf prüfst du drei Dinge: Die dreistufige Übersteuerungsanzeige muss auf Pegel reagieren, die Schutzschaltung darf die Lautsprecher nicht dauerhaft abschalten, und der Netzspannungswähler auf der Rückseite muss auf 220 oder 240 V stehen, was bei Geräten aus Frankreich ohnehin passt. Die Elektronik ist Standardware der späten 70er und lässt sich reparieren; schwer zu ersetzen sind nur Front, Knöpfe und Griffe, deshalb zählt der äußere Zustand hier mehr als bei anderen Receivern. Das Typenschild hinten sagt Made in Japan, und die Lautsprecherklemmen nehmen 4 bis 16 Ω, bei beiden Gruppen zusammen 8 bis 16 Ω. 1.498 DM kostete der RS220 1977, in Frankreich 4.360 Francs; in unserer Neupreis-Liste steht er neben RS440 und RS660.
Die größeren Brüder: RS440 und RS660 RS220 in der Neupreis-Liste
Receiver · 1977 bis 1981
Setton RS440 und RS660
Die größeren Receiver der Reihe; der RS660 mit 2 × 100 W
| Leistung | 2 × 100 W Sinus an 8 Ω (20 bis 20.000 Hz) |
|---|---|
| Klirrfaktor | 0,07 % bei Nennleistung |
| Tuner | UKW 1,8 µV, MW 25 µV |
| Abmessungen (B × H × T) | 570 × 170 × 300 mm |
| Gewicht | 17 kg |
| Baujahre | 1977 bis 1981, gefertigt in Japan |
| Neupreise 1977 | RS440 1.598 DM · RS660 1.698 DM |
Vom RS440 ist in unserem Archiv nur der Neupreis erhalten. Du hast Daten, einen Prospekt oder ein Foto? Schreib uns.
Der RS660 ist der große Setton: 2 × 100 W an 8 Ω bei 0,07 % Klirr, 17 kg schwer und 570 mm breit, der Tuner mit 1,8 µV noch eine Spur empfindlicher als im RS220. Der RS440 sitzt dazwischen, und außer dem Neupreis von 1.598 DM ist über ihn in unserem Archiv nichts erhalten. Alle drei teilen sich die Front von Alain Carré, das Gehäuse in Holzdekor und die Fertigung in Japan. Wer die Wahl hat, nimmt den RS660, weil 2 × 100 W auch wirkungsgradschwache Boxen der 70er sauber antreiben; für den RS440 fehlt uns schlicht die Datenlage, um ihn einzuordnen.
Das Grundmodell: RS220 RS440 und RS660 in der Neupreis-Liste
Steuerzentrale 1977 bis 1979 · 1 Modell
Das Flaggschiff: ein zweiteiliger Tuner-Vorverstärker, von dem rund 100 Stück entstanden.
Steuerzentrale (Tuner-Vorverstärker) · 1977 bis 1979
Setton RCS-X1000
HiFi Control Center: Tuner-Vorverstärker in zwei Gehäusen
| Aufbau | Bedieneinheit 436 × 104 × 266 mm und Anschlusseinheit 483 × 132 × 330 mm; schwarze Acrylglasabdeckung |
|---|---|
| Vorverstärker | Klirrfaktor unter 0,03 % (2 V, 20 bis 20.000 Hz); Geräuschspannungsabstand Phono 70 dB, Hochpegel 90 dB |
| Eingänge | Phono MM 1 und 2 (2,5 bis 10 mV, Abschluss 25/50/100 kΩ umschaltbar), Mikrofon 6 mV, AUX 1 und 2, Tape 1 und 2 |
| Klangregelung | Bass und Höhen je ±12 dB mit umschaltbaren Eckfrequenzen (250/500 Hz, 2,5/5 kHz); Hoch- und Subsonic-Filter mit je 11 Stufen |
| Tuner UKW | Empfindlichkeit 1,2 µV; Geräuschspannungsabstand 72 dB Mono, 65 dB Stereo; Trennschärfe 80 dB; 6 Stationstasten, vierstellige Frequenzanzeige |
| Ausstattung | Stick-Regler für die Lautstärke, getrennt für links und rechts; Leuchtdiodenketten für Abstimmung, Pegel und Lautstärke; Rauschgenerator zum Einmessen der Lautsprecher; Mischer für Mikrofon und beide Phono-Eingänge |
| Stückzahl | rund 100 |
| Baujahre | 1977 bis 1979, gefertigt in Japan |
| Neupreis 1977 | rund 10.000 DM |
Der RCS-X1000 ist Jacky Settons bekannteste Schöpfung und der Grund, warum die Marke in Sammlerkreisen einen Namen hat: eine Steuerzentrale aus zwei Gehäusen. Die Bedieneinheit trägt eine schwarze Acrylglasabdeckung, Stick-Regler für die Lautstärke und Leuchtdiodenketten statt Zeigerinstrumenten; dahinter sitzt die Anschlusseinheit mit dem eigentlichen Vorverstärker und dem UKW-Tuner. Rund 10.000 DM kostete das 1977, und entsprechend blieb es bei etwa 100 Stück; die Stereoplay testete das Gerät 1978.
Technisch trägt der Anspruch: Klirrfaktor unter 0,03 %, 90 dB Geräuschspannungsabstand am Hochpegeleingang, zwei Phono-Eingänge mit umschaltbarem Abschlusswiderstand, Klangregler mit wählbaren Eckfrequenzen, Hoch- und Subsonic-Filter in elf Stufen und ein eingebauter Rauschgenerator, mit dem du die Lautsprecher im Raum einmisst. Die passende Endstufe heißt BS-5500. Taucht ein RCS-X1000 auf, dann in Frankreich; wer ihn kauft, prüft zuerst die Leuchtdiodenketten und die Stick-Regler, denn genau diese Teile gibt es nirgends als Ersatz.
















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