Aiwa Serie 22: die Mini-Anlage von 1980 mit Vorverstärker SA-C22, Endstufe SA-P22, Tuner ST-R22 und Kassettendeck SD-L22 mit Daten und Neupreis
4 Bausteine der Aiwa-Mini-Anlage Serie 22 mit 5 Fotos: Vorverstärker SA-C22, Endstufe SA-P22 mit Ringkerntrafo, Tuner ST-R22 und Kassettendeck SD-L22, 210 mm breit, 1980 für 1.398 DM, mit Steckbriefen, den baugleichen BASF- und Wega-Modellen und den Neupreisen des Receivers AX-7500 und des Tuners AT-9700.
- Gegründet
- 1951, Tokio (Mitsuo Ikejiri)
- Ab 1969
- Mehrheit bei Sony
- Bekannt für
- Kassettentechnik, Mini-Anlagen
- Auf dieser Seite
- 4 Modelle
Aiwa-Historie: von Mikrofonen über den Kassettenrecorder zur Mini-Anlage
Aiwa begann 1951 in Tokio als AIKO Denki Sangyo mit Mikrofonen, hieß ab 1959 Aiwa und baute 1964 den ersten japanischen Kassettenrecorder. 1969 übernahm Sony die Mehrheit, 1982 hielt der Konzern 54,6 Prozent, und 2002 ging Aiwa ganz in Sony auf. Dazwischen liegt die Zeit, aus der unsere Fotos stammen: In den Siebzigern baute Aiwa Receiver wie den AX-7500 und Tuner wie den AT-9700, und 1980 kam die Serie 22, eine Anlage aus vier 210 mm breiten Bausteinen, die fast zeitgleich mit den Aurex-Minianlagen von Toshiba nach Deutschland kam.
Die vier Bausteine kosteten 1980 zusammen 1.398 DM: Vorverstärker SA-C22, Endstufe SA-P22 mit Ringkerntrafo, Tuner ST-R22 mit Digitalanzeige und Kassettendeck SD-L22 mit Dolby B. Dieselben Geräte liefen auch als BASF D 6600 bis D 6635 und als Wega Minimodul 205, nur mit anderen Frontschildern. Wer eine komplette Aiwa-Anlage sucht, findet fast nie alle vier auf einmal; wer die BASF- und Wega-Namen mitsucht, findet die fehlenden Bausteine.
Zwei weitere Aiwa-Geräte stehen in unserer Neupreis-Liste: der Receiver AX-7500 (1974 bis 1976, 2 × 30 W an 8 Ω, in der Liste als AX-7500EE mit 949 DM) und der Tuner AT-9700 (1979 bis 1981, quarzgesteuert mit digitaler Frequenzanzeige, als AT 9700E mit 1.125 DM). Der Tuner allein kostete also fast so viel wie die komplette Serie 22.
- 1951Gründung als AIKO Denki Sangyo in Tokio
- 1959Umbenennung in Aiwa
- 1964Erster japanischer Kassettenrecorder
- 1969Sony übernimmt die Mehrheit
- 1980Serie 22 in Deutschland, vier Bausteine für 1.398 DM
- 2002Aiwa geht vollständig in Sony auf
Mini-Anlage Serie 22 1980–1982 · 4 Modelle
Vier Bausteine in 210 mm Breite und 70 mm Höhe, silberne Alufronten mit Griffen, 1980 zusammen 1.398 DM. Jeder Baustein lief auch unter BASF- und Wega-Namen; die Steckbriefe nennen die baugleichen Modelle, damit du beim Gebrauchtkauf alle Varianten im Blick hast.
Vorverstärker · 1980–1982
Aiwa SA-C22
Stereo Preamplifier C22, baugleich BASF D 6610 und Wega Minimodul 205 CA
| Eingänge | Phono MM 2,5 mV / 47 kΩ; Tuner, AUX 1, AUX 2, Tape 158 mV / 50 kΩ |
|---|---|
| RIAA-Entzerrung | ± 0,3 dB, 20–20.000 Hz |
| Klirrfaktor | 0,05 % |
| Fremdspannungsabstand | 85 dB Hochpegel, 72 dB Phono MM |
| Regler und Schalter | Bass, Treble, Balance, Loudness, Low Filter, Mono, Muting −20 dB, Tape Monitor |
| Baugleich | BASF D 6610, Wega Minimodul 205 CA |
| Abmessungen (B × H × T) | 210 × 70 × 200 mm |
| Gewicht | 1,8 kg |
| Baujahre | 1980–1982 |
| Neupreis Serie 22 (vier Bausteine) 1980 | 1.398 DM |
Der SA-C22 ist die Schaltzentrale der Anlage und der Baustein, der auf dem Schreibtisch am meisten Platz spart: 1,8 kg, 200 mm tief, mit einer Phono-Stufe für MM-Systeme, die mit 72 dB Fremdspannungsabstand sauber genug für einen Dual oder Technics aus derselben Zeit ist. Die Tastenreihe oben schaltet Tuner, zwei AUX-Quellen und Phono, daneben sitzen Low Filter gegen Rumpeln, Mono und eine Muting-Taste, die um 20 dB absenkt, statt stumm zu schalten; das ist beim Telefonklingeln praktischer als ein Aus-Schalter. Beim Gebrauchtkauf drehst du jeden Regler einmal durch und hörst auf Kratzen, denn die kleinen Potis sind schwerer zu ersetzen als in Geräten voller Breite. Fehlt dir der Aiwa, suche nach BASF D 6610 oder Wega Minimodul 205 CA: Das ist derselbe Vorverstärker mit anderem Frontschild.
Stereo-Endstufe · 1980–1982
Aiwa SA-P22
DC Stereo Amplifier P22, baugleich BASF D 6630 und Wega Minimodul 205 PA
| Sinusleistung | 2 × 38 W an 4 Ω, 2 × 30 W an 8 Ω (1 kHz, DIN) |
|---|---|
| Klirrfaktor | 0,08 % |
| Dämpfungsfaktor | 23 an 4 Ω |
| Netzteil | Ringkerntrafo, gleichspannungsgekoppelte Endstufe |
| Anzeige | LED-Leistungsanzeige 0,1 bis 40 W (4 Ω) |
| Anschlüsse | Lautsprecher A und B, Kopfhörer |
| Baugleich | BASF D 6630, Wega Minimodul 205 PA |
| Abmessungen (B × H × T) | 210 × 70 × 220 mm |
| Gewicht | 3,9 kg |
| Baujahre | 1980–1982 |
Preis nur im Set: 1.398 DM für die vier Bausteine der Serie 22 (1980).
Die SA-P22 ist der Baustein, der die Serie 22 von den Spielzeuganlagen ihrer Zeit trennt: 3,9 kg auf 210 mm Breite, davon ein großer Teil Ringkerntrafo, und 2 × 30 W an 8 Ω nach DIN, die auch an 4 Ω noch mit 38 W anliegen. Mit einem Dämpfungsfaktor von 23 kontrolliert sie Regallautsprecher ordentlich, große Standboxen mit 4-Ω-Minimum würde ich ihr nicht anhängen. Die LED-Kette auf der Front zeigt die Leistung an 4 Ω an und sagt dir im Alltag, dass bei Zimmerlautstärke selten mehr als ein Watt fließt. Zwei Lautsprecherpaare lassen sich getrennt schalten, die Kopfhörerbuchse sitzt vorn. Beim Gebrauchtkauf prüfst du die Lautsprecherrelais auf Schaltknacken und den Gleichspannungsoffset an den Ausgängen, denn die Endstufe ist gleichspannungsgekoppelt und ohne Koppelkondensator vor den Boxen.
UKW/MW-Tuner · 1980–1982
Aiwa ST-R22
Stereo Tuner R22, baugleich BASF D 6600 und Wega Minimodul 205 TD
| Wellenbereiche | UKW, MW |
|---|---|
| Eingangsempfindlichkeit UKW | 0,85 µV |
| Geräuschspannungsabstand | 79 dB Mono, 74 dB Stereo |
| Kanaltrennung | 43 dB bei 1 kHz |
| Klirrfaktor | 0,18 % Mono, 0,3 % Stereo |
| Trennschärfe | 63 dB |
| Anzeige und Bedienung | Digitale Frequenzanzeige, Signalstärke-LEDs, Hi Blend, AFC/Muting |
| Baugleich | BASF D 6600, Wega Minimodul 205 TD |
| Abmessungen (B × H × T) | 210 × 70 × 220 mm |
| Gewicht | 2,1 kg |
| Baujahre | 1980–1982 |
Preis nur im Set: 1.398 DM für die vier Bausteine der Serie 22 (1980).
Der ST-R22 ist ein analog abgestimmter Tuner mit digitaler Frequenzanzeige: Du drehst am Knopf rechts, die grünen Ziffern zeigen die Frequenz, und die LED-Kette darüber die Signalstärke. Mit 74 dB Geräuschspannungsabstand in Stereo und 43 dB Kanaltrennung spielt er auf dem Niveau der großen Tuner seiner Zeit, bei schwachen Sendern hilft die Hi-Blend-Taste, die die Höhen beider Kanäle mischt und so Rauschen gegen Kanaltrennung tauscht. Heute ist der Baustein der problemloseste der vier, weil er ohne Laufwerk auskommt; prüfen solltest du nur, ob die Anzeige alle Segmente zeigt und ob die Abstimmung über das ganze UKW-Band ohne Sprünge läuft. Mit 210 mm Breite passt er neben jeden Vorverstärker, auch neben einen fremden.
Kassettendeck · 1980–1982
Aiwa SD-L22
Stereo Cassette Deck L22, baugleich BASF D 6635 und Wega Minimodul 205 C
| Antrieb | Gleichstrom-Servomotor |
|---|---|
| Laufwerk | Kassettenschacht, Abschaltautomatik am Bandende |
| Frequenzgang | 28–14.000 Hz Normalband; 30–16.000 Hz CrO₂ und FeCr |
| Geräuschspannungsabstand | 61 dB mit Dolby B (CrO₂) |
| Klirrfaktor | 1,5 % |
| Ausgangspegel | 410 mV |
| Baugleich | BASF D 6635, Wega Minimodul 205 C |
| Abmessungen (B × H × T) | 210 × 70 × 220 mm |
| Gewicht | 2,7 kg |
| Baujahre | 1980–1982 |
| Neupreis einzeln 1980 | ca. 500 DM |
Das SD-L22 lädt die Kassette durch einen Schacht wie ein Autoradio, deshalb bleibt die Front so flach wie die der anderen Bausteine. Die Daten sind bescheiden: 30 bis 16.000 Hz mit Chromband, 61 dB mit Dolby B, ein Kombikopf für Aufnahme und Wiedergabe. Das reicht für Mitschnitte vom ST-R22 und für Kassetten aus dem Auto, an ein Dreikopfdeck in Normalbreite kommt es nicht heran und will das auch nicht. Beim Gebrauchtkauf ist das Deck der heikelste der vier Bausteine: Der Schachtmechanismus und der Riemen des Servomotors sind nach vierzig Jahren meist fällig, und ein Deck, das die Kassette nicht mehr sauber auswirft, kostet in der Werkstatt schnell mehr als der Baustein. Als Einzelstück lag es 1980 bei rund 500 DM.
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