HiFi-KlassikerHerstellerDeutschland
Grundig NF2 und NF20: Röhren-Stereo-Endstufen der Bausteinserie 1961 bis 1966 mit Messwerten, Schaltplan und Fotos
2 Röhren-Stereo-Endstufen mit 11 Fotos: die Grundig NF2 aus der Bausteinserie von 1961 und ihre Nachfolgerin NF20 von 1965, beide mit vier EL84 und zwei ECC83 für 2 × 15 W an 5 Ω. Dazu die Messwerte der Funkschau von 1962, das Typenschild, der Schaltplan als PDF und die Empfangsteile HF1, HF2, HF10L und HF20, ohne die diese Endstufen stumm bleiben.
- Sitz
- Fürth, Bayern
- Gründer
- Max Grundig, 1930 Radio-Vertrieb Fürth
- Bekannt für
- Bausteinserie 1961, Tonbandgeräte
- Auf dieser Seite
- 2 Modelle
Grundig-Bausteinserie 1961: HiFi zum Einbauen aus Fürth
Max Grundig eröffnete 1930 in Fürth den Radio-Vertrieb Fürth, nach dem Krieg kam der Radiobausatz Heinzelmann, 1948 der Name Grundig Radio-Werke, und 1955 war die Firma mit 8.600 Beschäftigten der größte Tonbandgerätehersteller der Welt. HiFi im heutigen Sinn begann bei Grundig 1961 mit der Bausteinserie: Empfangsteil, Endstufe, Lautsprecher und Tonbandchassis als einzelne Chassis, die der Käufer in vorhandene Möbel einbaute. Dazu gehörten die Rundfunk-Empfangsteile HF1 (322 DM) und HF2 (332 DM), die Endstufen NF1 und NF2, die Lautsprecherkombination LS21, das Tonbandchassis TM45 und die Nachhalleinrichtung HS1/HV1. Vorverstärker, Lautstärke-, Höhen-, Tiefen- und Balanceregler sitzen im HF1; die Endstufen liefern dem Empfangsteil im Gegenzug die Betriebsspannungen.
Die NF2 ist die große der beiden Endstufen: zwei EL84 je Kanal im AB-Gegentakt, Ausgangsübertrager mit Kern M 74, 2 × 15 W Nennleistung an 5 Ω, konventionell verdrahtet, 208 DM. Die kleinere NF1 arbeitet mit einer Doppelpentode ELL80 je Kanal, kleineren Übertragern (EI 60) und gedruckter Schaltung und kostete über 100 DM weniger. Die Funkschau hat beide 1962 durchgemessen: Die NF2 lieferte 16,2 W je Kanal, 0,25 % Klirr bei Nennleistung und einen bewerteten Geräuschspannungsabstand von 92 dB, der Rechteckdurchlass war sauber; die NF1 kam erst ab 60 Hz an die HiFi-Forderungen heran.
Später kam das Empfangsteil HF20 dazu, das für einen UKW-Stereo-Decoder vorbereitet war; 1965 folgten das HF10L und die Endstufen NF10 und NF20. Die NF20 behält Röhrensatz, Leistung und Gehäuseformat der NF2 und tauscht die Selengleichrichter gegen Siliziumdioden. Beide Endstufen sind heute gesuchte Umbau-Basis, weil Übertrager und Netztrafo für mehr taugen, als das Lochblechgehäuse vermuten lässt; deshalb sind unverbastelte Exemplare selten. Unsere Fotos zeigen beides, ein Chassis mit Patina und ein komplett neu aufgebautes.
- 1930Max Grundig eröffnet den Radio-Vertrieb Fürth
- 1948Umbenennung in Grundig Radio-Werke
- 1961Bausteinserie mit HF1, HF2, NF1 und NF2 (208 DM)
- 1962Funkschau misst die NF2: 16,2 W je Kanal, 92 dB bewertet
- 1965NF20 und HF10L lösen NF2 und HF1/HF2 ab
- 1984Philips übernimmt die Führung, 2003 Insolvenz
Röhren-Stereo-Endstufen 1961–1966 · 2 Modelle
Zwei Endstufen gleicher Bauart: je Kanal eine ECC83 als Vorstufe und Phasenumkehr, zwei EL84 im AB-Gegentakt, 15 W an 5 Ω. Die NF2 von 1961 arbeitet mit Selengleichrichtern, die NF20 von 1965 mit Siliziumdioden. Beide sind reine Endstufen für den Möbeleinbau unter einer Lochblechhaube und brauchen ein Empfangsteil oder einen Vorverstärker davor.
Röhren-Stereo-Endstufe · 1961–1965
Grundig NF2
Hi-Fi-Stereo-Verstärker NF 2 der Bausteinserie, Nachfolgerin der Großen Stereo-Endstufe
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Chassis von schräg oben; die vergoldeten Lautsprecherklemmen an der Vorderkante sind nachgerüstet Foto: Siegfried Schwarz -
Zwei NF2 nebeneinander, beide ohne Haube, mit unterschiedlichem Erhaltungszustand Foto: Siegfried Schwarz -
Unterseite: konventionelle Verdrahtung an der Lötleiste, rote Koppelkondensatoren, links der Netztrafo Foto: Siegfried Schwarz -
Die Lochblechhaube: Schutz und Belüftung für Röhren und Übertrager Foto: Siegfried Schwarz -
Typenschild: Netzspannungen 110 bis 240 V, Sicherungen 1,25 A und 2,5 A träge, 15 W je Kanal, Ausgangsimpedanz ca. 5 Ω, Eingangsempfindlichkeit 50 mV bei 50 mW Foto: Siegfried Schwarz -
Rückseite mit Haube: links die Buchse für die Stromversorgung des Empfangsteils, unten nachgerüstete Lautsprecherklemmen Foto: Siegfried Schwarz -
Neu aufgebautes Exemplar: Übertrager und Netztrafo schwarz lackiert, Chassis schwarz, Röhren frei stehend Foto: Siegfried Schwarz -
Dasselbe Exemplar von unten: Bodenplatte aus Kupfer, rot-schwarze Polklemmen für die Lautsprecher Foto: Siegfried Schwarz -
Die Röhrenbestückung im Detail: vier EL84 und zwei ECC83 vor den Übertragern Foto: Siegfried Schwarz -
Von schräg hinten: Netztrafo, zwei Siebelkos und die Polklemmen an der Rückkante Foto: Siegfried Schwarz
| Röhren | 2 × ECC83, 4 × EL84 |
|---|---|
| Gleichrichter | 2 × B250 C150 (Selen), E14 C350 für die Gittervorspannung |
| Schaltung | ECC83 als Vorstufe und Katodyn-Phasenumkehr, 2 × EL84 je Kanal im AB-Gegentakt mit fester Gittervorspannung, Übertragerkern M 74 |
| Nennleistung | 2 × 15 W an 5 Ω (gemessen 16,2 W bei 1 kHz) |
| Klirrfaktor | 0,25 % bei 15 W und 1 kHz; ≤ 0,45 % zwischen 120 Hz und 10 kHz |
| Intermodulation | 0,8 % (40 Hz/12 kHz, Vollaussteuerung) |
| Frequenzgang | 20–20.000 Hz −0,8 dB; 60–20.000 Hz −0,2 dB |
| Eingangsempfindlichkeit | 1,1 V für Vollaussteuerung (50 mV bei 50 mW) |
| Fremdspannungsabstand | 85,5 dB; Geräuschspannungsabstand 92 dB (CCIR-bewertet) |
| Übersprechdämpfung | ≥ 52 dB |
| Ausgangsscheinwiderstand | 0,95 Ω bei 1 kHz |
| Netzspannung | 110 / 125 / 220 / 240 V, Umschaltung durch Umstecken der Sicherung; 93 VA |
| Abmessungen (B × H × T) | 240 × 140 × 220 mm |
| Gewicht | 10 kg |
| Baujahre | 1961–1965 |
| Neupreis (erstes Verkaufsjahr) | 208 DM |
Messwerte aus der Funkschau 23/1962, gemessen an 5 Ω reell und bezogen auf Vollaussteuerung; der Geräuschspannungsabstand ist nach CCIR bewertet, der unbewertete Fremdspannungsabstand liegt bei 85,5 dB.
Die NF2 ist eine reine Endstufe: Hinter der Eingangsbuchse sitzt je Kanal eine ECC83, deren erstes System verstärkt und deren zweites als Katodyn die Phase für die beiden EL84 dreht. Die vier Endröhren bekommen eine feste Gittervorspannung aus einem eigenen Gleichrichter, und eine kräftige Gegenkopplung von der Sekundärwicklung des Übertragers zur Katode der Eingangsröhre sorgt für den geraden Frequenzgang. Lautstärke und Klang stellst du nicht hier ein, sondern am Empfangsteil HF1 oder HF2, das die NF2 über die Rückseite mit Strom versorgt. Die Ausgänge sind nur für 5-Ω-Lautsprecher ausgelegt, mit heutigen 8-Ω-Boxen sinkt die Leistung, mit 4-Ω-Boxen steigt die Belastung der EL84. Beim Gebrauchtkauf gilt: Selengleichrichter und Siebelkos von 1962 gehören getauscht, bevor die Röhren beurteilt werden; EL84 und ECC83 gibt es neu in jeder Güte. Prüfe, ob Übertrager und Netztrafo original sind, denn viele NF2 wurden umgebaut, so wie das neu aufgebaute Exemplar auf unseren Fotos. Den Schaltplan haben wir aus dem Archiv gerettet: Schaltplan Grundig NF2 (PDF, 1 Seite, 0,6 MB).
Röhren-Stereo-Endstufe · 1965/66
Grundig NF20
Nachfolgerin der NF2, vorgesehen für die Empfangsteile HF10L und HF20
| Röhren | 2 × ECC83, 4 × EL84 |
|---|---|
| Gleichrichter | 4 × BYY35, BAY18 (Silizium) |
| Nennleistung | 2 × 15 W, zwei Gegentakt-Endstufen |
| Vorgesehen für | Stereo-Empfangsteil HF10L, Bausteinserie 1965/66 |
| Netzspannung | 110 / 125 / 220 / 240 V |
| Abmessungen (B × H × T) | 245 × 140 × 220 mm |
| Gewicht | 10 kg |
| Baujahre | 1965/66 |
Ein Neupreis der NF20 liegt uns nicht vor; die NF2 kostete 208 DM.
Die NF20 ist die NF2 der zweiten Bausteingeneration: gleicher Röhrensatz, gleiche 2 × 15 W, fast gleiches Blechformat, aber Siliziumdioden statt der Selengleichrichter. Das ist für dich als Käufer der wichtigste Unterschied, denn Selenzellen altern, die Anodenspannung sinkt, und irgendwann riecht es nach faulen Eiern; eine NF20 ist an dieser Stelle schon ab Werk auf dem Stand, auf den Restaurierer eine NF2 erst bringen. Sie gehört zum Stereo-Empfangsteil HF10L, dem ersten der Serie mit nachrüstbarem Stereo-Decoder, und bezieht wie die NF2 ihr Steuersignal von dort. Wer zwischen beiden wählen kann, nimmt für den Betrieb die NF20 und für die Vitrine die NF2 mit dem Funkschau-Messprotokoll.













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