HiFi-KlassikerHerstellerDeutschland
Kirksaeter: Transistor-Pionier aus Düsseldorf mit Receivern, Verstärkern und Monitor-Lautsprechern
7 Kirksaeter-Abschnitte von 1958 bis in die 1990er mit technischen Daten, 13 Archivfotos und den Neupreisen von 28 Modellen in DM, dazu die Firmengeschichte des Düsseldorfer Transistor-Pioniers Per Kirksaeter.
- Gegründet
- 1958
- Gründer
- Per Kirksaeter
- Sitz
- Düsseldorf
- Auf dieser Seite
- 7 Abschnitte
Firmengeschichte kompakt
Kirksaeter baute 1958 einen volltransistorisierten HiFi-Verstärker, mit komplementärer Endstufe und Schutzkondensatoren im Ausgang, zu einer Zeit, in der die Branche noch Röhren verdrahtete. Dazu kamen bei Kirksaeter Netzteile mit symmetrischer Spannungsversorgung, ausschließlich Siliziumtransistoren und eine automatische Impedanzanpassung: Lautsprecher mit 4, 5, 7, 8, 10 oder 16 Ω hängen am selben Ausgang, ohne dass du etwas umschaltest. Ein UKW-Tuner mit 0,4 µV Eingangsempfindlichkeit kam ebenfalls aus Düsseldorf. Per Kirksaeter stammte aus Norwegen; seine Firma Audioson gehörte zu den Mitgründern des Deutschen HiFi-Instituts (dhfi), das Anfang der Sechziger die Grundlage für die DIN 45500 erarbeitete.
1961 begann der Lautsprecherbau, 1965 lief in Düsseldorf die Fertigung, die das Foto weiter unten zeigt. Die ersten Geräte sahen aus wie amerikanische und japanische Produkte; Anfang bis Mitte der Siebziger wurde das Design mit der Moderator-Serie nordisch, mit erkennbarer Nähe zu Tandberg. Die Moderator-Receiver setzten mit fünf Netzteilen und kompletter Elektronik auf steckbaren Platinen Maßstäbe, ein Großteil der Produktion ging in die USA. Anfang der Achtziger folgte die Compact-Serie mit silbernen Fronten, wieder mit austauschbaren Modulen, und Lautsprecher mit eingebautem Mikrofon, das den Schall an den Verstärker zurückmeldet; dafür gab es 1985 auf der Consumer Electronics Show in Chicago einen Preis als eines der innovativsten Produkte des Jahres.
Die Stückzahlen blieben klein, die Neupreise waren hoch, und wer ein Kirksaeter-Gerät hat, behält es. Deshalb tauchen Receiver und Monitore selten auf, und deshalb ist der Name heute kaum bekannt. Ich kenne kaum einen Hersteller dieser Zeit, dessen Geräte so wenig Reparaturen brauchen; wenn du einen RTX oder Moderator findest, kauf ihn.
- 1958Gründung in Düsseldorf; volltransistorisierter Verstärker, symmetrische Netzteile, automatische Impedanzanpassung
- 1961Beginn des Lautsprecherbaus
- 1960erReceiver RTX-702 (1966), RTX 402 (1967/68), Compact 70 S (bis 1969); Audioson Mitgründer des dhfi
- 1970erModerator-Serie mit nordischem Design, fünf Netzteilen und steckbaren Platinen; Quadro-Geräte mit SQ-Decoder und CD-4-Modul
- 1980erCompact-Serie mit silbernen Fronten; Lautsprecher mit Mikrofon-Rückmeldung, Preis auf der CES 1985 in Chicago
- 1979–1984Monitor Panorama 280 und 450, passiv und aktiv
- 1990Monitor 102, kompakter Studiomonitor
Was Kirksaeter anders baute
Bei anderen Verstärkern der Sechziger musstest du die Lautsprecherimpedanz am Gerät umschalten, 4, 8 oder 16 Ω; bei Kirksaeter passte sich der Ausgang automatisch an, von 4 bis 16 Ω. Die symmetrische Spannungsversorgung sparte den großen Ausgangskondensator, der bei den meisten frühen Transistorverstärkern im Signalweg lag, und die Siliziumtransistoren liefen stabiler als die Germaniumtypen der Konkurrenz. Für die Komplementär-Endstufe meldete Kirksaeter ein weiteres Patent an.
Die Receiver vom RTX-400 bis zum Compact 70 teilen sich ein Gehäuse und die Front; Unterschiede siehst du nur im Detail, etwa an Schaltern oder Instrumenten, während das Innenleben von Modell zu Modell abweicht. Das vereinfachte die Fertigung und hielt die Linie schlicht. Die komplette Elektronik der Moderator- und Compact-Geräte sitzt auf austauschbaren Platinen und Modulen, alles handgebaut und einzeln geprüft. Die Quadro-Receiver hatten den SQ-Decoder serienmäßig, für CD-4 gab es Steckmodule.
Receiver 1960er–1980er · 4 Modelle
Drei Receiver der Sechziger stehen mit Daten und Fotos im Archiv; die übrigen 18 Modelle von Selector 4000 bis RTX 1000 kennen wir aus der Preisliste. Vom RTX-400 bis zum Compact 70 teilen sich alle Receiver das Gehäuse.
Stereo-Receiver · bis 1969 gebaut
Kirksaeter Compact 70 S
-
Compact 70 S: das gemeinsame Gehäuse der Receiver vom RTX-400 bis zum Compact 70. Foto: Henning Borchers -
Compact 70 S von oben: die Elektronik auf Platinen, von oben zugänglich. Foto: Henning Borchers
| Gerätetyp | Stereo-Receiver |
|---|---|
| Bauzeit | bis 1969 |
Leistung, Empfindlichkeit und Neupreis des Compact 70 S fehlen uns. Du hast ein Datenblatt oder einen Prospekt? Schreib uns.
Der Compact 70 S ist der letzte Receiver im Gehäuse der Sechziger, gebaut bis 1969. Henning Borchers hat uns sein Gerät von vorn und von oben fotografiert: Die Platinen liegen offen, ein Techniker kommt an alles heran, ohne das Chassis auszubauen. Messwerte haben wir zu diesem Modell nicht; die Daten der Geschwister RTX-702 und RTX 402 stehen in den beiden folgenden Abschnitten.
Stereo-Receiver, UKW · 1966
Kirksaeter RTX-702
| Sinusleistung | 2 × 50 W DIN |
|---|---|
| Frequenzgang | 10–60.000 Hz −1 dB |
| Klirrfaktor | 0,1 % |
| Eingangsempfindlichkeit | Phono 1: 1,0 mV · Phono 2: 2,8 mV Tape: 200 mV · AUX: 300 mV |
| Fremdspannungsabstand | Phono 75 dB · AUX, Tape 90 dB |
| Tuner | UKW 87,5–108,5 MHz, automatische Stereo/Mono-Umschaltung |
| Empfindlichkeit Tuner | 0,95 µV 240 Ω |
| Fremdspannungsabstand Tuner | 62 dB |
| Kanaltrennung | 38 dB |
| Pilottonunterdrückung | 40 dB |
| Selektivität | über 60 dB |
| Maße (B × H × T) | 420 × 135 × 260 mm |
| Gewicht | 12 kg |
Der Neupreis des RTX-702 steht nicht in unseren Listen; der RTX 700 kostete 1.875 DM, der RTX 7000 1.998 DM. Du hast eine Kirksaeter-Preisliste mit dem 702? Schreib uns.
Der RTX-702 von 1966 ist der große Receiver dieser Gehäusegeneration: 2 × 50 W Sinus nach DIN, Frequenzgang bis 60 kHz bei 1 dB Abfall, 0,1 % Klirr, dazu zwei Phono-Eingänge mit 1,0 und 2,8 mV. Der Tuner holt mit 0,95 µV an 240 Ω auch schwache Sender herein und schaltet selbst zwischen Stereo und Mono um. 12 kg Gewicht verraten das Netzteil.
Wer einen RTX-702 kauft, hat einen Transistor-Receiver, der mit 4- bis 16-Ω-Boxen ohne Umschalten zurechtkommt und dessen Elektronik auf Platinen sitzt. Die Innenaufnahme zeigt, wie sauber das 1966 gelöst war.
Stereo-Receiver, UKW · 1967/68
Kirksaeter RTX 402 und RTX 400
- RTX 402
- RTX 400
-
RTX 402: 2 × 25 W nach DIN, zwei Instrumente. Foto: Etienne Dupont -
RTX 400: nur ein Feldstärkeinstrument und ein Abstimmknopf, der Wahlschalter fehlt; sonst baugleich mit dem 402. Foto: Etienne Dupont
| Sinusleistung | 2 × 25 W DIN |
|---|---|
| Klirrfaktor | 0,5 % |
| Frequenzgang | 20–20.000 Hz ± 0,9 dB |
| Eingangsempfindlichkeit | Phono MM: 2,5 mV · Phono Kristall: 50 mV AUX, Tape: 200 mV |
| Fremdspannungsabstand | Phono 68 dB · AUX, Tape 75 dB |
| Empfindlichkeit Tuner | 1,2 µV |
| Klirrfaktor Tuner | 0,8 % Stereo |
| Kanaltrennung | 35 dB |
| Fremdspannungsabstand Tuner | 60 dB |
| Selektivität | über 60 dB |
| Maße (B × H × T) | 420 × 135 × 260 mm |
| Neupreis RTX 400 | 1.598 DM |
Der RTX 402 von 1967/68 ist der kleinere Receiver im gleichen Gehäuse: 2 × 25 W nach DIN, ein MM-Eingang mit 2,5 mV und ein zweiter für Kristallsysteme mit 50 mV, der Tuner mit 1,2 µV Empfindlichkeit. Der RTX 400 ist bis auf die Front baugleich: ein Feldstärkeinstrument statt zwei, ein Abstimmknopf, und der Wahlschalter fehlt. In der Preisliste steht der RTX 400 mit 1.598 DM.
Etienne Dupont aus Holland hat uns beide Geräte fotografiert und mit Informationen geholfen. Wer zwischen 402 und 400 wählen kann, nimmt den 402 wegen des zweiten Instruments; technisch nehmen sich die beiden nichts.
Receiver in der Preisliste des Archivs
Selector, Compact, Moderator und RTX: 18 Receiver mit Neupreis
| Modell | Serie | Neupreis |
|---|---|---|
| Selector 4000 | Selector | 850 DM |
| Selector 6000 | Selector | 1.100 DM |
| Compact 2000 | Compact | 1.150 DM |
| Selector 8000 | Selector | 1.250 DM |
| Compact 3000 | Compact | 1.398 DM |
| Moderator 180 | Moderator | 1.450 DM |
| Compact 5000 | Compact | 1.498 DM |
| RTX 400 | RTX | 1.598 DM |
| Modell 50.75 | Modell-Reihe | 1.600 DM |
| RTX 4000 | RTX | 1.650 DM |
| RTX 600 | RTX | 1.798 DM |
| RTX 6000 | RTX | 1.798 DM |
| RTX 700 | RTX | 1.875 DM |
| RTX 7000 | RTX | 1.998 DM |
| Modell 75.100 | Modell-Reihe | 2.000 DM |
| Modell 100.150 | Modell-Reihe | 2.300 DM |
| RTX 8000 | RTX | 2.598 DM |
| RTX 1000 | RTX | 2.750 DM |
Die Neupreise sind die Verkaufspreise des Herstellers inklusive Mehrwertsteuer, wie sie bis Ende der Achtziger galten; ein Jahr nennt die Liste nicht. Der Abstand ist groß: vom Selector 4000 für 850 DM bis zum RTX 1000 für 2.750 DM. Ohne Preis, aber mit Namen kennen wir außerdem RTX-450, RTX-750 und RTX-1050 sowie die Moderator 50.75, 75.100 und 100.150 und den FM 6.
Zu keinem dieser Modelle haben wir Daten oder Fotos. Besitzer eines Moderator oder Selector: Ein Foto und die Werte vom Typenschild reichen uns für einen eigenen Abschnitt.
Receiver mit Phono, Tuner und Streaming heute: HiFi-Receiver-Kaufberatung mit aktuellen Modellen ›
Verstärker und Tuner 1960er–1980er · 1 Modell
Von Kirksaeters Endstufen, Vollverstärkern und Tunern kennen wir Namen und Neupreise, aber noch keine Datenblätter. Die Endstufen hießen Disco, die Vollverstärker TX, die Tuner RT.
Verstärker und Tuner in der Preisliste des Archivs
Disco, TX und RT: Endstufen, Vollverstärker und Tuner mit Neupreis
| Modell | Gerätetyp | Neupreis |
|---|---|---|
| Disco 50.75 | Endstufe | 830 DM |
| Disco 75.100 | Endstufe | 990 DM |
| Disco 100.150 | Endstufe | 1.280 DM |
| Disco 150.200 | Endstufe | 1.798 DM |
| TX-500 | Vollverstärker | 980 DM |
| TX-800 | Vollverstärker | 1.260 DM |
| TX-1500 | Vollverstärker | 1.950 DM |
| RT-100 | Tuner | 750 DM |
| RT-1000 | Tuner | 980 DM |
Die Zahlen in den Disco-Namen lesen sich wie Leistungsstufen, 50.75 bis 150.200; belegen können wir das nicht, deshalb steht hier nur, was die Preisliste hergibt. Ohne Preis kennen wir die Tuner RT 150 und RT 1050 sowie den AERA 70 FET, von dem im Archiv allein der Name überlebt hat.
Wer eine Disco-Endstufe oder einen TX besitzt: Ein Foto der Front, ein Blick aufs Typenschild und die Werte aus der Anleitung reichen, und das Gerät bekommt hier einen eigenen Abschnitt mit Namensnennung.
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Lautsprecher 1961–1990er · 2 Modelle
Seit 1961 baut Kirksaeter Lautsprecher. Zwei Monitore stehen im Archiv: der kompakte 102 mit allen Daten und fünf Fotos, die Standbox Panorama 280 auf einer eigenen Seite. Vom Monitor Tower 260 CD, der LAB 12-120 und der Panorama 450 kennen wir nur die Namen.
Kompaktlautsprecher, 2 Wege, Bassreflex · ab 1990
Kirksaeter Monitor 102
-
Monitor 102: 215-mm-Langhubtieftöner und 50-mm-Kalotte, für Abhörräume gedacht. -
Monitor 102, mit und ohne Bespannung -
Monitor 102, Front ohne Bespannung -
Monitor 102, Rückseite mit Anschlussfeld -
Monitor 102, Front mit Bespannung
| Prinzip | 2 Wege, Bassreflex, Kompaktlautsprecher |
|---|---|
| Tieftöner | 215 mm, Langhub |
| Mittel-/Hochtöner | 50-mm-Kalotte |
| Übergangsfrequenz | 2.500 Hz |
| Frequenzgang | 40–30.000 Hz |
| Wirkungsgrad | 87 dB |
| Belastbarkeit | 80 W Sinus · 100 W Musik DIN |
| Impedanz | 4 Ω |
| Maße (B × H × T) | 270 × 440 × 280 mm |
| Gewicht | 8,2 kg |
| Ausführungen | Nussbaum, Mahagoni, Teak, Eiche schwarz |
Den Neupreis des Monitor 102 haben wir nicht. Du hast eine Kirksaeter-Preisliste von 1990? Schreib uns.
Der Monitor 102 kam 1990 als kompakter Abhörmonitor für Studios und fand genauso seine Käufer im Wohnzimmer: ein 215-mm-Langhubtieftöner und eine 50-mm-Kalotte für Mitten und Höhen, getrennt bei 2.500 Hz, in einer Bassreflexbox von 44 cm Höhe. Die Wiedergabe ist ausgewogen und neutral, nichts drängt sich vor.
Mit 4 Ω und 87 dB braucht der 102 einen Verstärker, der an 4 Ω stabil bleibt; 40 bis 60 W pro Kanal reichen, 80 W Sinus verträgt er. Gebraucht ist er kaum zu bekommen, die Gehäuse gab es in Nussbaum, Mahagoni, Teak und Eiche schwarz. Beim Kauf drückst du den Tieftöner vorsichtig ein: Die Langhubsicke muss weich und ohne Risse sein.
Standlautsprecher, 3 Wege, Rundumabstrahlung · 1979–1984
Kirksaeter Monitor Panorama 280
Zweitgrößtes Modell nach der Panorama 450, passiv und aktiv
| Prinzip | 3 Wege, Rundumabstrahlung, 4–8 Ω |
|---|---|
| Bestückung | 2 × 200-mm-Tieftöner, 75-mm-Kalotte, 2 × 105-mm-Konus, 3 × 25-mm-Hochtöner |
| Belastbarkeit | 150 W Sinus passiv · 200 W Sinus aktiv DIN |
| Maße (B × H × T) | 330 × 850 × 300 mm |
| Neupreis | passiv 1.950 DM · aktiv 3.950 DM |
Die Panorama 280 ist die Standbox zum Monitor 102, gebaut von 1979 bis 1984 als zweitgrößtes Modell nach der Panorama 450 und wie diese auch aktiv lieferbar. Zwei 200-mm-Tieftöner, eine 75-mm-Kalotte, zwei 105-mm-Konusse und drei 25-mm-Hochtöner sind für eine Rundumabstrahlung angeordnet. Alle Daten, die Pegelsteller und sechs Fotos von Dietmar Naumann stehen auf der eigenen Seite.
Eigene Seite: Monitor Panorama 280 mit allen Daten und Fotos
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