Precision Fidelity: Röhrenvorverstärker C4 Dual Cascode aus Kalifornien mit Daten, Kaskoden-Erklärung und Innenfotos
1 Röhrenvorverstärker mit 12 Fotos: der Precision Fidelity C4, ein Dual-Cascode-Vorverstärker aus Kalifornien mit zwölf Röhren, dazu die Firmengeschichte um Mark Kassab, Jack Senecal und Bruce Moore, der schon den Paragon 12 entworfen hatte, und eine Erklärung, was eine Kaskode im Vorverstärker bringt und was sie kostet.
- Sitz
- Kalifornien, USA
- Köpfe
- Mark Kassab, Jack Senecal, Bruce Moore
- Bekannt für
- C4, C7, C7A, C8, C9
- Auf dieser Seite
- 1 Modell
Precision-Fidelity-Historie: drei Namen, eine Röhrenfirma und Bruce Moore
Precision Fidelity, kurz PF, baute von Ende der Siebziger bis in die Achtziger Röhren- und Hybridvorverstärker in Kalifornien. Hinter der Firma standen Mark Kassab, Jack Senecal und Bruce Moore. Moore ist davon der bekannteste: Er hatte zuvor den Paragon 12 entworfen, galt in der Szene als Röhrenspezialist, entwickelte danach mit Tom Taylor die ersten Audible-Illusions-Vorverstärker und arbeitete später unter dem eigenen Namen Bruce Moore Audio Design weiter. Precision Fidelity selbst hielt sich nur wenige Jahre.
Die Modellreihe ist schnell erzählt: Der C4 ist der Dual-Cascode-Vorverstärker mit zwölf Röhren und kompletter Phono- und Hochpegelstufe. Der C7 und sein Nachfolger C7A sind im Kern eine Röhren-Phonostufe mit zwei Lautstärkereglern und passiven Hochpegeleingängen, ohne eigene Linestufe; in den USA gilt der C7 bis heute als einer der besten Vorverstärker seiner Preisklasse, gesucht sind aber die Ausführungen C7A und Revised, weil die erste Serie Netzteilprobleme hatte. Der C8 ist ein Hybrid mit Transistoren und mehr Verstärkung, der C9 das reine Röhren-Spitzenmodell mit etwa neun Röhren. Für Sammler heißt das: C4 und C9 sind die Vollröhrengeräte mit Linestufe, der C7 das Phono-Spezialgerät.
- 1939Hunt und Hickman beschreiben die Kaskode als Gleichspannungsverstärker für Spannungsstabilisatoren
- 1979C4 Dual Cascode Preamplifier mit zwölf Röhren
- 1981C7A, die überarbeitete Phono-Vorstufe
- 2000Bruce Moore baut Röhrenverstärker unter eigenem Namen: Bruce Moore Audio Design
Kaskode im Vorverstärker: was die Schaltung bringt und was sie kostet
Eine Kaskode sind zwei Trioden in Reihe: Die untere arbeitet in Katodenbasisschaltung und bekommt das Eingangssignal ans Gitter, die obere sitzt in Gitterbasisschaltung mit festem Gitterpotenzial, und der Anodenstrom der unteren fließt durch die Katode der oberen. Das Ausgangssignal wird an der Anode der oberen Röhre abgenommen. Der Trick steckt in der Last der unteren Röhre: Ihre Anode sieht nicht einen hochohmigen Anodenwiderstand, sondern die niedrige Eingangsimpedanz der oberen Katode. Dadurch verstärkt die untere Stufe die Spannung kaum, nur den Strom.
Jede Triode hat eine Kapazität zwischen Gitter und Anode, und bei einer normalen Verstärkerstufe wird diese Kapazität durch die Spannungsverstärkung vervielfacht am Eingang wirksam, das ist der Miller-Effekt. Weil die untere Kaskodenröhre fast keine Spannungsverstärkung hat, bleibt die wirksame Eingangskapazität klein. Ergebnis: hohe Verstärkung wie bei einer Pentode, aber das geringere Rauschen und die saubere Kennlinie einer Triode, dazu eine große Bandbreite, ohne dass ein hochohmiger Tonabnehmer oder ein langes Kabel die Höhen abschneidet. Für eine Phonostufe, die aus 2,5 mV ein Linesignal machen soll, ist das die richtige Schaltung.
Der Preis: Die Anode der oberen Röhre ist hochohmig wie bei einer Pentode, deshalb braucht jede Kaskodenstufe einen Katodenfolger oder eine hochohmige Last dahinter, sonst bricht die Verstärkung ein. Zwei Röhren in Reihe brauchen außerdem mehr Betriebsspannung, und es werden schlicht doppelt so viele Röhrensysteme pro Stufe. Die zwölf Röhren des C4 folgen aus dieser Schaltung. Beschrieben haben die Kaskode Frederick V. Hunt und Roger W. Hickman 1939 in der Review of Scientific Instruments, als Gleichspannungsverstärker für elektronische Spannungsstabilisatoren; der Name stammt aus diesem Aufsatz. In Audiovorverstärkern tauchte sie Ende der Siebziger wieder auf, und der C4 trägt sie im Namen.
Röhrenvorverstärker 1979–1981 · 1 Modell
Ein Modell, zwölf Fotos: der C4 mit zehn 12AX7 und zwei 12AU7 auf einer großen Platine, Netztrafo an der Seite, zwei Reihen vergoldeter Cinch-Buchsen hinten. Gebaut für das amerikanische 117-V-Netz.
Röhren-Vorverstärker · 1979–1981
Precision Fidelity C4
Dual Cascode Preamplifier, Vollröhren-Vorverstärker mit Phono- und Hochpegelstufe
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Frontansicht: Eingangswahl, Tape, Mode, Low Filter, Input Level, Output Level je Kanal und Power Foto: M. Sowa -
Von schräg vorn mit geschlossenem Gehäuse, oben die Lüftungsschlitze Foto: M. Sowa -
Linke Fronthälfte mit Eingangswahl, Tape, Mode, Low Filter und Input Level Foto: M. Sowa -
Eingangswahl (Phono 1, Phono 2, Tuner, Aux 1, Aux 2) und Tape-Schalter (Source, Mon. 1, Mon. 2) Foto: M. Sowa -
Bedienelemente Tape, Mode (Rev., Stereo, Mono) und Low Filter, darunter der Aufdruck C4 Dual Cascode Preamplifier Foto: M. Sowa -
Bedienfeld rechts: Input Level, Output Level je Kanal und Power mit den Anzeigen Standby und Operate Foto: M. Sowa -
Von hinten: zwei Reihen vergoldeter Cinch-Buchsen, davor die Platine mit Röhren und Siebelkos, links der Netztrafo mit dem Netzkabel Foto: M. Sowa -
Detail der Platine: Sigma-Relais, gelber Electrocube-Kondensator, Widerstände und vergoldete Cinch-Buchsen Foto: M. Sowa -
Netztrafo an der Seitenwand, daneben Siebelkos und die Röhren auf der Platine Foto: M. Sowa -
Rückseite bei geschlossenem Gehäuse mit der Reihe vergoldeter Cinch-Buchsen Foto: M. Sowa -
Anschlüsse: Tape 2 und Tape 1 (Output, Input), Aux 2, Aux 1, Tuner, Masseklemme, Phono 2 und Phono 1 Foto: M. Sowa
| Röhren | 12: 10 × 12AX7, 2 × 12AU7 |
|---|---|
| Schaltung | Kaskode (Typenbezeichnung Dual Cascode Preamplifier) |
| Eingänge | Phono und Hochpegel über vergoldete Cinch-Buchsen |
| Netzspannung | 117 V (US-Modell) |
| Abmessungen (B × H × T) | 483 × 102 × 381 mm |
| Gewicht | 6,8 kg |
| Baujahre | 1979–1981 |
Ein Neupreis des C4 liegt uns nicht vor; in unserer Neupreis-Liste steht kein Precision-Fidelity-Gerät.
Der C4 ist ein Vorverstärker im 19-Zoll-Format, der innen fast nur aus einer Platine besteht: zwölf Röhren in zwei Reihen, zehn 12AX7 und zwei 12AU7, dazwischen Koppelkondensatoren und drei Siebelkos, der Netztrafo sitzt rechts an der Seitenwand. Die Zahl der Röhren folgt aus der Kaskode, denn jede Verstärkerstufe braucht zwei Trioden statt einer. Wer den C4 kauft, kauft ihn als Phonovorstufe, denn dort spielt die Schaltung ihre Bandbreite und ihr geringes Rauschen aus; die Hochpegelstufe ist solide Zugabe. Praktisch wichtig: Das Gerät ist für 117 V gebaut, in Deutschland brauchst du einen Vorschalttrafo mit ausreichender Reserve. Beim Gebrauchtkauf gilt dasselbe wie beim Paragon 12: erst die Siebelkos und die Koppelkondensatoren, dann die Röhren, denn 12AX7 und 12AU7 bekommst du heute neu in jeder Güte. Ein Vorbesitzer, der die Bestückung gemischt hat, ist bei einem Gerät mit zwölf Fassungen die Regel.














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