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Vintage-Plattenspieler: welche alten Klassiker sich heute lohnen und wie du sie gebraucht prüfst
Ein gut erhaltener Plattenspieler aus den 1970ern oder 1980ern spielt heute noch auf dem Niveau, für das er damals ein Monatsgehalt gekostet hat. Hier steht, welche Klassiker ich dir empfehle, was du vor dem Kauf in zehn Minuten prüfst und warum die Platte den Streit mit der CD gewonnen hat.
Kurz gesagt
Für den Einstieg mit kleinem Budget nimm einen Dual CS 505-2 oder einen Technics SL-20: Riemen beziehungsweise Direktantrieb, manuelle Bedienung, kaum Verschleißteile. Wer jahrzehntelang ohne Wartung hören will, kauft Direktantrieb von Technics, Luxman oder Pioneer. Sammler mit Werkbank greifen zum Lenco L75 oder zu einem Laufwerk von Micro Seiki.
Vor dem Kauf prüfst du fünf Dinge: Tellerlager, Riemen oder Reibrad, Tonarmlager, Nadel und Brummen. Die Prüfliste dauert zehn Minuten und spart dir den Fehlkauf.
Jeder Klassiker hier braucht einen Verstärker mit Phono-Eingang. Unsere HiFi-Receiver-Kaufberatung zeigt aktuelle Geräte mit Phono, Tuner und Streaming, an denen ein alter Plattenspieler sofort spielt.
Gebrauchten Plattenspieler prüfen: fünf Punkte, zehn Minuten
Nimm eine eigene Platte mit, die du gut kennst, und bestehe auf einem Hörtest beim Verkäufer. Bei Auktionen ohne Probehören kaufst du die Katze im Sack, beim Audio Linear TD 4001 zum Beispiel ist das der sichere Weg zu einem ausgeschlagenen Lager.
- Tellerlager: Teller abnehmen, Achse auf Spiel prüfen und mit dem Finger drehen: Sie muss ohne Kratzen laufen. Gleichlaufschwankungen kommen bei Riemenlaufwerken fast immer von einem trockenen Lager, nicht vom Motor. Beim Micro Seiki genügt frisches Öl, beim Audio Linear TD 4001 schlägt die Aluminiumbuchse mit der Stahlachse im Laufe der Jahre aus und lässt sich nicht einfach nachfetten.
- Riemen und Reibrad: Ein poröser oder gedehnter Riemen rutscht beim Anlaufen durch, der Teller braucht spürbar länger als zwei Sekunden bis zur Nenndrehzahl. Riemen gibt es für fast alle Klassiker neu, das ist kein Ausschlussgrund, nur ein Preisargument. Beim Reibradlaufwerk wie dem Lenco L75 fühlst du am Gummirad nach harten Stellen und Rissen; ein verglastes Rad rumpelt hörbar.
- Tonarm: Arm am Lift anheben, ausbalancieren und mit einem Hauch Luft anpusten: Er muss frei schweben und darf nicht zurückfedern. Spiel im Lager hörst du als Verzerrung in den inneren Rillen. Bei Lenco altern die Gummi-V-Blöcke des L75-Arms, bei Dual sitzt der Arm in einem Kardanlager mit 0,007 p Lagerreibung, das praktisch nie Probleme macht.
- Nadel und Tonabnehmer: Ein dreißig Jahre altes System ist eine Wundertüte: Der Nadelträger verhärtet, auch unbenutzt in der Schachtel. Rechne den Preis für eine neue Nadel oder ein neues System ein. Systeme ohne austauschbaren Nadelträger, etwa ein Audio-Technica AT-OC9 mit abgebrochener Nadel, sind wertlos. Beim Shure M75ED Type 2 ist eine neue Ersatznadel aktueller Fertigung die bessere Wahl gegenüber einer alten Originalnadel.
- Brummen und Elektrik: Lautstärke bei laufendem Leerteller aufdrehen: Ein tiefes 50-Hz-Brummen zeigt eine fehlende Masseverbindung oder ein altes Kabel, Knistern beim Berühren des Arms einen Kontaktfehler im Headshell. Bei Vollautomaten prüfst du Start, Rückführung und Endabschaltung mehrmals hintereinander. Geräte aus den USA laufen mit 60 Hz; ein Synchronmotor braucht dann ein anderes Pulley, ein Direktantrieb mit Netzteil 110 V einen Trafo.
| Antrieb | Lager | Antriebsteil | Motor |
|---|---|---|---|
| Riemen | Öl erneuern | Riemen neu, günstig | robust |
| Reibrad | Öl erneuern | Rad verhärtet | robust |
| Direkt | wartungsfrei | entfällt | Elektronik, reparierbar |
Die Micro-Seiki-Direktantriebe laufen alle mit Motoren von JVC; dafür gibt es bis heute Werkstätten.
Was du nach dem Kauf brauchst: eine Tonarmwaage für den Auflagedruck (die einfache Digitalwaage reicht, die Markierung am Gegengewicht stimmt bei vielen Armen nicht), neues Öl fürs Lager, einen Riemen und bei Bedarf eine Nadel. Zum Nassreinigen à la Lencoclean mischst du sechs Teile doppelt destilliertes Wasser mit vier Teilen Isopropanol 99,9 %.
Riemen, Reibrad oder Direktantrieb: was zu dir passt
Der Riemenantrieb ist die Bauform mit den wenigsten Risiken beim Gebrauchtkauf. Der Motor sitzt vom Teller entkoppelt, ein neuer Riemen kostet wenig, und selbst ein Thorens TD 160 aus den 1970ern lässt sich mit Öl, Riemen und Geduld in Neuzustand bringen. Dual hat mit dem CS 1249 gezeigt, wie ein Riemen-Vollautomat mit 2,1 kg Teller klingt; Micro Seiki baute mit MR 322, MR 611 und Solid 5 Riemenlaufwerke, die bis heute als unanfällig gelten.
Der Reibradantrieb treibt den Teller über ein Gummirad direkt von der Motorachse an. Das gibt Drehmoment und einen trockenen, kräftigen Bass, dafür überträgt sich jede Unwucht des Rads als Rumpeln. Lenco baute dieses Prinzip von den 1950ern bis Mitte der 1970er mit einem 3,8 kg schweren Teller und stufenlos einstellbarer Drehzahl, und genau diese schweren Lencos treten heute gegen Garrard 301 und 401 an.
Der Direktantrieb aus Japan war ab Mitte der 1970er die Technik der Oberklasse: kein Riemen, Hochlauf in rund einer Sekunde, Gleichlaufschwankungen unter 0,03 % und Stroboskop zur Kontrolle. Technics, Luxman, Pioneer, Sony und Micro Seiki stehen in dieser Liste mit Geräten, die nach 45 Jahren ohne Wartung laufen. Fällt die Regelelektronik doch einmal aus, braucht es einen Techniker, der Schaltpläne lesen kann, Ersatzteile gibt es für die großen Marken.
Klassiker nach Marke: Daten, Fotos, Einordnung
Die Auswahl folgt unserem Archiv von 2006 bis 2018. Daten stehen dort, wo wir sie belegt haben; fehlt der Steckbrief, kennen wir das Gerät nur vom Foto. Neupreise in DM stammen aus unseren Archiv-Preislisten.
Technics 1970er und 1980er · 6 Modelle
Technics hat den Direktantrieb für den Massenmarkt gebaut. Der SL-1200 ist das bekannteste Gerät dieser Liste, die kleinen SL-20 und SL-2000 sind die unterschätzten.
Direktantrieb · ab 1972
Technics SL-1200, SL-120, SL-1210 MK II
Der SL-1200 und sein schwarzer Bruder SL-1210 MK II sind die Plattenspieler mit der größten Stückzahl in dieser Liste, und das macht sie zum sichersten Gebrauchtkauf: Ersatzteile, Werkstätten und Anleitungen gibt es an jeder Ecke. Der SL-120 ist das Laufwerk ohne Arm für eigene Tonarmpläne. Zahle keinen Sammleraufschlag für Kratzer im Deckel, die Technik darunter ist meist unverwüstlich.
Direktantrieb · manuell · 1970er
Technics SL-20 und SL-23A
-
SL-20: manueller Direktantriebler mit mittelschwerem Arm -
SL-23A: gleiche Technik, Halbautomat -
Der IC der Drehzahlregelung ersetzt über 300 Transistoren, Widerstände und Kondensatoren.
Wer mit einem Linn Basic liebäugelt, soll sich zuerst einen SL-20 anhören: manuell, mittelschwerer Tonarm, deutlich besser verarbeitet und mit besseren Daten, für einen Bruchteil des Linn-Preises. Das gesparte Geld steckst du in ein System der Spitzenklasse, etwa ein Audio-Technica AT-OC9, Denon DL-304 oder Ortofon MC-25 FL, und der Linn ist vergessen. Der SL-20 wurde nur kurz gebaut und ist deshalb wenig bekannt; der SL-23A ist die Halbautomat-Variante, der SL-2000 trägt denselben Arm.
Direktantrieb · manuell · ab 1977
Technics SL-2000
| Antrieb | Direkt, kollektorloser DC-Motor, IC-geregelt |
|---|---|
| Drehzahlen | 33⅓ und 45 UpM, ±10 % regelbar |
| Gleichlauf | 0,045 % |
| Geräuschspannungsabstand | 70 dB |
| Teller | 300 mm |
| Tonarm | 220 mm effektiv, Überhang 13 mm |
| Maße | 430 × 125 × 346 mm |
| Gewicht | 6,5 kg |
Der SL-2000 ist der SL-20 mit neuer Front: gleicher Arm, gleicher IC-geregelter Gleichstrommotor, manuelle Bedienung. Ein ehrliches Arbeitsgerät ohne Automatik, die kaputtgehen könnte.
Direktantrieb
Technics SL-M1
| Antrieb | Direkt, Drehmoment 1,5 kg/cm, Hochlauf 0,9 s |
|---|---|
| Gleichlauf | 0,008 % |
| Rumpelgeräuschspannungsabstand | 82 dB bewertet |
| Tonarm | 230 mm effektiv, Überhang 15 mm, effektive Masse 13,5 g, Resonanz 8 Hz |
| Teller | 32,5 cm, 2,5 kg |
| Maße | 453 × 170 × 406 mm |
| Gewicht | 10,2 kg |
Mit 0,008 % Gleichlaufschwankung und 82 dB Rumpelabstand gehört der SL-M1 zu den messtechnisch besten Geräten des Archivs. Der 2,5 kg schwere Teller und die elektronische Bremse zeigen, dass Technics hier nicht gespart hat. Gebraucht ist er seltener als die 1200er und wird unter Wert gehandelt.
Direktantrieb · Automatik · 1970er
Technics SL-1900 und SL-5200
| Antrieb | Direkt, Automatik |
|---|---|
| Gleichlauf | SL-1900 0,03 % · SL-5200 0,025 % |
| Geräuschspannungsabstand | SL-1900 50 dB (IEC 98A) · SL-5200 78 dB |
| Regelung | SL-1900 ±10 % · SL-5200 ±6 % |
| Tonarm SL-1900 | 230 mm effektiv, Überhang 15 mm, Systeme 15 bis 19 g |
| Maße | SL-1900 430 × 137 × 334 mm · SL-5200 430 × 130 × 375 mm |
| Gewicht | SL-1900 7,2 kg · SL-5200 6,9 kg |
Beide sind Vollautomaten für Leute, die nachts nicht aufstehen wollen, um den Arm zurückzulegen. Der SL-5200 hat die bessere Elektronik. Beim Gebrauchtkauf spielst du die Automatik drei Mal durch, denn genau sie ist das, was nach 45 Jahren hakt.
Direktantrieb · 1970er und 1980er
Weitere Technics: SL-1300 bis SL-Q300
-
SL-1300, Familie SL-1310, SL-1360, SL-1600, SL-1610 -
SL-1510, SL-1500, SL-150 -
SL-1500 -
SL-1700, SL-1710 -
SL-1410 MK II -
SL-QD33 -
SL-Q300 -
SP 25 mit EPA 500 und SH-15B3: Studiolaufwerk, als Set für 4.000 € verkauft
Die SL-1300er- und SL-1500er-Familie ist der Technics-Alltag der 1970er: Direktantrieb, S-Arm, teils Automatik. Alle laufen, alle sind bezahlbar. Das SP 25 mit dem Tonarm EPA 500 spielt in einer anderen Liga; ein solches Set wechselte über unser Archiv für 4.000 € den Besitzer.
Dual 1975 bis 1998 · 4 Modelle
Dual aus St. Georgen hat Millionen Plattenspieler gebaut. Interessant für dich sind die mit Holz- oder MDF-Zarge und dem leichten ULM-Arm.
Riemenantrieb · Vollautomat mit Wechsler · 1975 bis 1978
Dual CS 1249
| Antrieb | Riemen, 8-Pol-Synchronmotor, manuell und Automatik |
|---|---|
| Drehzahlen | 33⅓ und 45 UpM, ±3 % regelbar, Stroboskop |
| Teller | Alu-Legierung, 305 mm, mit Innenteller 2,1 kg |
| Gleichlauf | unter 0,05 % |
| Geräuschspannungsabstand | 68 dB |
| Tonarm | Alu, gerade, höhenverstellbar, 222 mm effektiv, Überhang 19 mm, Eigenresonanz 5,5 Hz |
| Maße | 420 × 148 × 380 mm |
| Gewicht | 7,6 kg |
| Neupreis 1978 | 598 DM mit Tonabnehmer |
Der CS 1249 kam 1975 als Riemen-Nachfolger des Reibrad-1229 und teilt den Antrieb mit dem Dual 601. Was ihn aus der Masse hebt, siehst du erst mit abgenommenem Teller: Der Innenteller ist Aludruckguss wie bei den besseren Thorens, spätere Duals bekamen Kunststoff. Höhenverstellbarer Arm, Wechselfunktion, Holzzarge in Schwarz, Weiß oder Nussbaum. Unter Dual-Kennern gilt er als einer der besten Plattenspieler der Firma und erzielt in gutem Zustand hohe Preise.
Riemenantrieb · Subchassis · 1982 bis 1985
Dual CS 130S
| Antrieb | Riemen, 16-Pol-Synchronmotor, manuell und Automatik |
|---|---|
| Drehzahlen | 33⅓ und 45 UpM, ±3 % regelbar |
| Teller | Alu-Legierung, 304 mm |
| Gleichlauf | 0,04 % |
| Geräuschspannungsabstand | 70 dB |
| Tonarm | ULM-Kardanarm, Alu, 221 mm effektiv, Überhang 19 mm, Lagerreibung 0,007 p, effektive Masse unter 8 g |
| System | Dual/Ortofon TKS 49S, Nadel DN 149S, 1,25 bis 1,75 g, 2,8 g |
| Maße | 420 × 148 × 380 mm |
| Gewicht | 7,6 kg |
| Neupreis 1982 | 300 bis 400 DM mit Tonabnehmer, je nach Zarge |
Der CS 130S ist ein Sonderfall: Basis ist das OEM-Modell ASP 130, dazu der ULM-Arm des CS 628 und eine furnierte Zarge aus hochverdichtetem MDF statt des sonst bei Dual in den 1980ern üblichen Kunststoffs. MDF dämpft innere Schwingungen in jedem Fall besser als jede Kunststoffmischung. Der Arm mit unter 8 g effektiver Masse verträgt Systeme mit hoher Nadelnachgiebigkeit ab 25 × 10⁻⁶ cm/dyn; für ½-Zoll-Systeme brauchst du einen Adapter. Die Automatik hätte Dual weglassen können, das Laufwerk mit federndem Subchassis macht keinen Ärger. Weil Dual-Fans ihn übersehen, bekommst du ihn günstig.
Riemenantrieb · manuell mit Endabschaltung · 505-2: 1985 bis 1987, Baureihe 1981 bis 1998
Dual CS 505-2 und 505-2 De Luxe
| Antrieb | Riemen, 16-Pol-Synchronmotor, manuell, Endabschaltung mit Armanhebung |
|---|---|
| Drehzahlen | 33⅓ und 45 UpM, ±3 % regelbar |
| Teller | Alu-Legierung, 304 mm |
| Gleichlauf | 0,05 % |
| Geräuschspannungsabstand | 70 dB |
| Tonarm | ULM-Kardanarm, 221 mm effektiv, Überhang 19 mm, effektive Masse unter 8 g, Auflagekraft per Feder |
| Maße | 440 × 140 × 380 mm |
| Gewicht | 7,6 kg |
Den CS 505 gab es von 1981 bis 1998 in vier Versionen; die interessanteste ist der 505-2 De Luxe mit Holzzarge, zeitgleich mit dem CS 5000 verkauft. Der ULM-Arm trägt hier ein abnehmbares ½-Zoll-Headshell, du kannst also jedes hochwertige System montieren. Manuell mit Endabschaltung, regelbare Drehzahl, Auflagekraft per Feder statt Gegengewicht. Mein Einsteigertipp, wenn du keinen Plastikkasten willst.
Direktantrieb · vergoldet · 1980er
Dual Golden One
Der Golden One ist Duals Schaustück und hat eine eigene Seite bei uns mit allen Details. Hier nur die Einordnung: Sammlerstück, selten, für 800 € über unser Archiv verkauft.
Thorens 1970er und 1980er · 2 Modelle
Riemenantrieb mit Subchassis, Holz, Schweizer Herkunft: Thorens ist die Marke, die Einsteiger und Sammler gleichermaßen suchen. Die Klassiker sind alle eine Empfehlung.
Riemenantrieb · manuell mit Endabschaltung · ab 1985, Exclusiv ab 1988
Thorens TD 280
| Antrieb | Riemen, 24-Pol-DC-Synchronmotor, optoelektronische Endabschaltung |
|---|---|
| Drehzahlen | 33⅓ und 45 UpM, elektronisch umgeschaltet |
| Teller | 300 mm Aludruckguss |
| Gleichlauf | 0,045 % |
| Geräuschspannungsabstand | über 70 dB |
| Hochlauf | 1,5 s |
| Tonarm | TP 28 ES, leicht, gerade, 232 mm effektiv, Überhang 16 mm, Kröpfung 23°, Systeme 4 bis 12 g |
| Netzteil | extern, 16 V / 900 mA |
| Maße | 440 × 135 × 355 mm |
| Gewicht | 7,5 kg |
Der TD 280 war Thorens‘ preiswerte Alternative zu den 300er-Modellen. Statt des Subchassis dämpfen Füße den Trittschall, das Netzteil sitzt außen, und Thorens hat ihn fünfmal überarbeitet, ab 1988 auch als Exclusiv mit Edelholzzarge. Lass dich vom schlichten Aussehen nicht täuschen, Verarbeitung und Arm sind Thorens-Niveau. Ein TD 280 mit AKG P8 ES ging über unser Archiv für 150 € weg; mehr als das Doppelte ist er heute nicht wert.
Riemenantrieb · Subchassis · 1972 bis 1990
Thorens TD 160, TD 166 MK II, TD 318 MK II, TD 2001
TD 160 und TD 166 MK II sind die Subchassis-Thorens, die du ohne Bedenken kaufen kannst. Mehr als Riemen wechseln, Lager ölen und Federn justieren fällt in der Regel nicht an. Ein TD 125 mit Rabco-Tangentialarm SL8 wechselte über unser Archiv für 550 € den Besitzer, ein TD 135 für 750 €. Eine eigene Thorens-Seite mit den Daten aller Modelle folgt.
Luxman 1976 bis 1985 · 7 Modelle
Luxman baute Plattenspieler nur acht Jahre lang, vom preiswerten Komplettgerät bis zum Vakuum-Laufwerk PD-375. Alle Direktantriebler tragen den geraden Low-Mass-Arm oder den TA-1.
Direktantrieb · Vollautomat / manuell · 1976 bis 1980
Luxman PD-277 und PD-272
| Drehzahlen | 33⅓ und 45 UpM, ±4 % regelbar |
|---|---|
| Tonarm | TA-1, 240 mm effektiv, Überhang 15 mm, Systeme 4 bis 11 g |
| Gleichlauf | 0,03 % |
| Geräuschspannungsabstand | über 60 dB |
| Maße | 472 × 145 × 348 mm |
| Gewicht | 10 kg |
Der PD-277 ist unser ausführlich dokumentierter Luxman mit eigener Seite: Direktantrieb, Spiegelreflex-Stroboskop, Tonarm TA-1 und zwölf Fotos. Der PD-272 ist dasselbe Gerät ohne Automatik und löste den 277 im Jahr 1979 ab. Für den Gebrauchtkauf heißt das: Beim 272 gibt es keine Mechanik, die klemmen kann.
Direktantrieb · manuell · S-Tonarm · 1977
Luxman PD-282
Der PD-282 von 1977 war der erste Luxman-Plattenspieler und sollte Direktantrieb bezahlbar machen. Trotz des günstigen Preises steht er den bekannteren Modellen nicht nach: elektronisch geregelter Antrieb mit Gleichlaufschwankungen unter 0,03 %, Fremdspannungsabstand über 60 dB, ölgedämpfter Lift, Lateralgewicht und Antiskating, Füße um 10 mm höhenverstellbar, Haube in jeder Stellung arretierbar. S-Arm und Stroboskopring am Teller gab es bei Luxman danach nicht mehr. Er ist seltener als seine Brüder und genauso zu empfehlen.
Direktantrieb · Halbautomat · 1981 bis 1984
Luxman PD-284
| Antrieb | Direkt, FG-DC-Servo |
|---|---|
| Bedienung | Halbautomat, Endabschaltung per Schalter an der Unterseite zuschaltbar |
| Gleichlauf | 0,035 % |
| Geräuschspannungsabstand | über 70 dB |
| Regelung | ±4 %, Stroboskopfenster |
| Maße | 438 × 128 × 350 mm |
| Gewicht | 5,4 kg |
| Neupreis 1982 | 450 DM ohne System |
Der PD-284 löste den manuellen PD-282 ab: Start von Hand, am Ende hebt der Arm ab und der Teller stoppt, wenn du die Halbautomatik am Schalter unter dem Gerät eingeschaltet hast. Für 450 DM ohne System war er 1982 Luxmans günstiger Einstieg. Mit 5,4 kg ist er leicht, läuft aber mit 0,035 % Gleichlauf sauber. Über unser Archiv ging einer für 285 € weg.
Direktantrieb · Vollautomat · ab 1982
Luxman PD-288 und PD-289
Der PD-288 ist ein Vollautomat des oberen Preissegments: Direktantrieb, ein zweiter Motor bewegt den geraden Low-Mass-Arm, Tipptasten, Spiegelreflex-Stroboskop. Der PD-289 ist das seltene Schwestermodell mit höhenverstellbarem TA-1-Arm. Beide tragen das schlichte Luxman-Design, das du auf zehn Meter erkennst.
Direktantrieb · Vollautomat · 1984
Luxman PD-291
Der PD-291 von Ende 1984 war einer der letzten Luxman-Plattenspieler und gehörte ins obere Preissegment: direkt angetrieben, vollautomatisch mit zweitem Motor für den Arm, Tipptasten, gerader Low-Mass-Arm und Stroboskop. Ein Händler aus Finnland verlinkt diesen Eintrag seit Jahren als Referenz, so selten ist das Gerät.
Riemenantrieb · 1980 und 1985
Luxman PD 300 und PD-210
| Antrieb | PD 300 Riemen (1980) · PD-210 Riemen mit Servo, Halbautomat (1985) |
|---|---|
| Gleichlauf | PD 300 unter 0,03 % · PD-210 0,08 % |
| Geräuschspannungsabstand | PD 300 80 dB · PD-210 über 70 dB |
| Maße | PD 300 490 × 200 × 390 mm · PD-210 416 × 111 × 355 mm |
| Gewicht | PD 300 18 kg · PD-210 4,3 kg |
Zwei Riemenlaufwerke an den Enden der Luxman-Palette: Der PD 300 von 1980 bringt 18 kg und 80 dB Geräuschspannungsabstand auf die Waage, der PD-210 von 1985 ist mit 4,3 kg der leichte Halbautomat fürs Regal. Wer Luxman will und Direktantrieb-Elektronik scheut, nimmt den 300.
Direktantrieb · Vakuum-Plattenansaugung · 1981 bis 1985
Luxman PD-375
Der PD-375 ist Luxmans Spitzenklasse: Direktantrieb mit DC-Servomotor und Quarzregelung, Tonarm nach dem Vorbild des TA-1 und als Besonderheit das VDS-System, das die Platte nach dem Auflegen ansaugt und so wellige Scheiben plan zieht. Er ist äußerst selten; über unser Archiv ging ein leicht defektes Exemplar für 300 € weg, was dir die Größenordnung für ein funktionierendes zeigt. Vor dem Kauf prüfst du die Vakuumpumpe und die Dichtlippe am Teller.
Pioneer 1970er bis 1984 · 6 Modelle
Pioneer deckte alles ab: vom Einsteiger PL-12D über die furnierten Direktantriebler PL-530 bis PL-570 bis zum Tangentialspieler PL-L1000 und dem Exclusive P10.
Direktantrieb · Vollautomat · Ende 1976 bis 1978
Pioneer PL-570 (Japan: XL-A700)
| Antrieb | Direkt, Quarz-PLL, Hall-Motor, DC; zweiter Motor für den Tonarm |
|---|---|
| Drehzahlen | 33⅓ und 45 UpM, ±6 % bei abgeschalteter Quarzregelung, Stroboskop |
| Teller | 324 mm, Alu-Spritzguss |
| Tonarm | S-Form, Alu, höhenverstellbar, 237 mm effektiv, Überhang 15 mm, Systeme 4 bis 13,5 g |
| Gleichlauf | 0,04 % |
| Drehzahlabweichung | 0,0003 % |
| Geräuschspannungsabstand | über 70 dB |
| Maße | 490 × 200 × 390 mm |
| Gewicht | 13,5 kg |
Der PL-570 kam Ende 1976 zusammen mit PL-550 und PL-C590 als Ergänzung zum PL-530, in Japan hieß er XL-A700. Die drei furnierten Modelle wurden 1978 durch Geräte mit lackierter Zarge ersetzt, nur der PL-C590 blieb. 13,5 kg, höhenverstellbarer S-Arm, Quarzregelung mit abschaltbarer Feineinstellung: ein Vollautomat, der sich wie ein Laufwerk anfühlt. Über unser Archiv ging ein PL-570 für 150 € weg, ein PLC-590 mit Tonarm PA-1000 für 1.500 €.
Direktantrieb · Automatik · ab 1976
Pioneer PL-530
| Antrieb | Direkt, zweiter Motor für den Tonarm |
|---|---|
| Teller | Aluminium-Legierung, 33 cm |
| Tonarm | 221 mm effektiv, Systeme 4 bis 14,5 g |
| Gleichlauf | 0,045 % |
| Geräuschspannungsabstand | 70 dB (DIN B) |
| Regelung | ±2 % |
| Maße | 480 × 170 × 390 mm |
| Gewicht | 10 kg |
Der PL-530 war ab Anfang 1976 der erste der furnierten Pioneer-Direktantriebler. Technisch der kleine Bruder des 570: kein Quarz, 221-mm-Arm, aber dieselbe solide Mechanik mit zwei Motoren.
Tangentialplattenspieler · Direktantrieb
Pioneer PL-L1000
| Bauart | Tangentialplattenspieler |
|---|---|
| Antrieb | Direkt, Quarz-PLL |
| Drehzahlen | 33⅓ und 45 UpM |
| Gleichlauf | 0,025 % |
| Geräuschspannungsabstand | 78 dB |
| Maße | 494 × 154 × 456 mm |
| Gewicht | 12 kg |
Der Tangentialarm fährt die Nadel gerade über die Platte, so wie die Masterdisc geschnitten wurde: kein Spurfehlwinkel, kein Antiskating. Pioneer hat das im PL-L1000 mit Quarz-Direktantrieb und 78 dB Geräuschspannungsabstand umgesetzt. Über unser Archiv gingen Exemplare für 190 € und 362 € weg, damit ist er der günstigste Weg zu einem richtig guten Tangentialspieler. Prüfe den Armschlitten auf gleichmäßigen Lauf.
Direktantrieb · Quarz · 1984
Pioneer PL 707
| Antrieb | Direkt, PLL-Quarz, DC |
|---|---|
| Gleichlauf | ±0,035 % |
| Geräuschspannungsabstand | 80 dB |
| Maße | 460 × 164 × 409 mm |
| Gewicht | 8,1 kg |
Spät gebaut und deshalb mit der reifsten Elektronik: Der PL 707 von 1984 erreicht 80 dB Geräuschspannungsabstand bei 8,1 kg. Ein unauffälliges Gerät, das heute wenig kostet und viel kann.
Riemenantrieb · Einsteigerklasse · 1970er
Pioneer PL-12D, PL-15D, PL-112D, PL-117D
-
PL-12D; der PL-15D ist identisch, aber mit Tonarmrückführung -
PL-112D -
PL-117D: Vollautomat oder manuell, für 195 € verkauft
Die Riemen-Pioneers der 1970er sind die Einstiegsklasse, die bis heute in Wohnzimmern spielt. Der PL-15D ist ein PL-12D mit Tonarmrückführung. Ein PL-117D wechselte über unser Archiv für 195 € den Besitzer; mehr musst du für keinen aus dieser Reihe anlegen.
Übersicht · 1970er bis 1980er
Weitere Pioneer: PL-560, PL-61, SPL 40, Exclusive P10
Der Exclusive P10 ist das Gegenstück zum Micro Seiki RX-5000: Pioneers Luxusmarke, 5.000 € Verkaufspreis über unser Archiv. PL-560 und PL-61 sind solide Mittelklasse, der SPL 40 ein Sonderling, der für 230 € den Besitzer wechselte.
Sony 1967 bis 1983 · 7 Modelle
Sony hatte 1967 noch keine eigenen Plattenspieler und kaufte bei Lenco ein. Zehn Jahre später baute die Firma mit dem Biotracer-Arm die technisch aufwendigsten Plattenspieler der Zeit.
Direktantrieb · Biotracer-Tonarm · ab November 1978
Sony PS-B80
| Drehzahlen | 33⅓ und 45 UpM, regelbar |
|---|---|
| Tonarm | Biotracer, elektronisch, 235 mm effektiv, Überhang 14 mm, Systeme 12 bis 23 g |
| Gleichlauf | unter 0,025 % |
| Fremdspannungsabstand | über 75 dB (DIN B) |
| Maße | 500 × 175 × 430 mm |
| Gewicht | 15 kg |
| Neupreis | 3.200 DM ohne Tonabnehmer |
Der Biotracer-Arm wird von Linearmotoren bewegt und von Sensoren überwacht: automatische Nullbalance, automatisches Antiskating, automatisch eingestellte Auflagekraft mit digitaler Anzeige, programmierbarer Aufsetz- und Abhebepunkt, alles per Mikroprozessor. 1978 war das Science-Fiction für 3.200 DM. Heute kaufst du ihn nur, wenn die Elektronik komplett funktioniert, denn Ersatz für die Sensorik gibt es nicht.
Direktantrieb · ab Mai 1978
Sony PS-X70 und PS-X75
| Tonarm | 235 mm effektiv, Überhang 14 mm, Systeme 11 bis 19,5 g |
|---|---|
| Gleichlauf | unter 0,025 % |
| Fremdspannungsabstand | über 75 dB (DIN B) |
| Regelung | ±10 % |
| Maße | 480 × 165 × 420 mm |
| Gewicht | 13 kg |
| Neupreis | 798 DM ohne Tonabnehmer |
Der PS-X70 liefert die Laufwerkswerte des B80 für ein Viertel des Preises, mit konventionellem Arm. Der PS-X75 bringt den Biotracer-Arm dazu und kostete 2.000 DM. Wenn du die Sony-Technik ohne Elektronikrisiko willst, ist der X70 die Wahl.
Direktantrieb · 1977 bis 1982
Sony PS-8750
| Drehzahlen | 33⅓ und 45 UpM, ±4 % regelbar |
|---|---|
| Tonarm | 237 mm effektiv, Überhang 15 mm, Systeme 4 bis 14 g |
| Gleichlauf | unter 0,025 % |
| Fremdspannungsabstand | über 70 dB |
| Maße | 458 × 184 × 395 mm |
| Gewicht | 14,2 kg |
| Neupreis | 1.598 DM ohne Tonabnehmer; Preisliste 1977 bis 1982: 1.898 DM |
Der PS-8750 ist der schwere Sony ohne Elektronik-Arm: 14,2 kg, Systeme von 4 bis 14 g, Gleichlauf unter 0,025 %. Die zwei Neupreise im Archiv zeigen, wie die Listen über die Bauzeit gestiegen sind.
Direktantrieb · Biotracer · Vollautomat · 1983
Sony PS-X600
| Antrieb | Direkt, Linear-BSL-Motor, Quartz Lock |
|---|---|
| Teller | Aludruckguss, 320 mm |
| Gleichlauf | 0,015 % WRMS |
| Rauschabstand | 78 dB |
| Tonarm | Biotracer, elektronisch, 216,5 mm effektiv, Überhang 16,5 mm, Auflagekraft 0 bis 3 g, Headshell 5 g, Systeme 7,5 bis 12,5 g (17 g mit Zusatzgewicht) |
| Automatik | Start, Rückkehr, Wiederholung, Antiskating, Plattendurchmesser-Erkennung |
| Maße | 430 × 120 × 385 mm |
| Gewicht | 8,6 kg |
1983 hatte Sony den Biotracer in ein 8,6-kg-Gerät geschrumpft: Vollautomat mit elektronischer Auflagekraft und Antiskating, Plattendurchmesser-Erkennung, 0,015 % Gleichlauf. Der kurze Arm von 216,5 mm nimmt Systeme bis 12,5 g. Gleiche Regel wie beim B80: Nur mit vollständig arbeitender Elektronik kaufen.
Direktantrieb · Laufwerk mit Tonarm PUA-1500 S · 1973
Sony PS-2250
-
PS-2250: Laufwerk TTS-2250, Arm PUA-1500 S, Haube DU-2250 -
PS-2250 in Schleiflack weiß. Foto: Jens Rinne
Der PS-2250 von 1973 ist eine Kombination aus drei Teilen: Laufwerk TTS-2250 mit Servo-Gleichstrommotor und Direktantrieb, Tonarm PUA-1500 S und Haube DU-2250. Es gab ihn in Schleiflack weiß und in Nussbaum. Die Daten des Arms stehen in unserer Tonarm-Tabelle.
Reibradantrieb · 1967
Sony PS-5011 (Lenco B 55)
Sony hatte 1967 noch keine eigenen Plattenspieler, also kam der PS-5011 von Lenco: Es ist ein Lenco B 55 mit vier Drehzahlen und Sony-Schild. Wer einen findet, hat einen Schweizer Reibradler zum Preis eines alten Sony. Mehr zu den Lencos weiter unten.
Übersicht · 1970er bis 1980er
Weitere Sony: PS-X9, PS-6750, PS-5520, PS-11
Sony-Neupreise 1977 bis 1982
| Modell | Neupreis DM | Tonabnehmer |
|---|---|---|
| PS-333RT | 298 | MM |
| PS-X2 | 380 | MM |
| PS-2350 | 398 | ohne |
| PS-X30A | 398 | XL 15 |
| PS-X3 | 450 | XL 15 |
| PS-X40 | 498 | XL 15 |
| PS-X50 | 550 | XL 25A |
| PS-X6 | 598 | XL 15 |
| PS-X60 | 628 | XL 25A |
| PS-X65C | 650 | XL 25A |
| PS-P7X | 650 | XL 25A |
| PS-4750 | 748 | MM |
| PS-X70 | 798 | ohne |
| PS-6750 | 948 | ohne |
| PS-8750 | 1.898 | ohne |
| PS-X75 | 2.000 | ohne |
| PS-B80 | 3.200 | ohne |
Weitere Klassiker 1972 bis 1985 · 10 Modelle
Franzosen mit Stahlband-Tonarm, ein belgischer Michell-Lizenzbau, japanische Tangentialspieler und die Toshiba-Marke Aurex: Hier stehen die Geräte, für die es keine eigene Herstellerseite gibt.
Riemenantrieb · Tonarm an vier Stahlbändern · 1972 bis 1977
ERA 444 und ERA 3033
-
ERA 444: 498 DM im Jahr 1975 -
Der Arm hängt ohne Lager an vier Stahlbändern -
ERA 3033: Teller und Arm federnd aufgehängt, 770 DM im Jahr 1973
| Antrieb | Riemen, Doppelsynchronmotor 48-polig, Hochlauf 1,8 s |
|---|---|
| Gleichlauf | 0,04 % |
| Geräuschspannungsabstand | 444: 73 dB · 3033: 68 dB |
| Fremdspannungsabstand | 444: 48 dB · 3033: 50 dB |
| Tonarm | 444: 223 mm, Überhang 14 mm, Resonanz 5 Hz · 3033: 229 mm, Überhang 15 mm, Resonanz 10 Hz |
| Teller | 1,6 kg, 300 mm |
| Maße | 444: 410 × 130 × 310 mm · 3033: 450 × 150 × 350 mm, Haube geschlossen |
| Gewicht | 444: 7,0 kg · 3033: 9,0 kg |
| Neupreis | 444: 498 DM (1975) · 3033: 770 DM (1973), beide ohne Tonabnehmer |
ERA steht für Etudes et Recherches Acoustiques, Paris. Der erste ERA kam 1964, 1965 konstruierte die Firma den lagerlosen Tonarm, dessen Drehzapfen an vier Stahlbändern hängt, 1969 folgte die Automatik ERAMATIC. In den 1970ern fertigten 300 Angestellte alle Teile selbst, Entwickler war Jean Constant Verdier. Der 444 ist das puristische Modell, der 3033 hat Endabschaltung und federnd aufgehängte Einheit aus Teller und Arm. Beide sind in Deutschland rar und ein Stück französischer Ingenieurskunst.
Riemenantrieb · Laufwerk, Lizenzbau J.A. Michell · ab Ende 1979
Audio Linear TD 4001
| Hersteller | HiFi Dynamics International, Brüssel; Lizenz J.A. Michell; Fertigung in Belgien ab 4. Quartal 1979 |
|---|---|
| Motor | Airpax, Synchronmotor 250 UpM, 110 V |
| Tonarm | ohne, oder komplett mit SME 3009 oder Grace G-727 |
| Steuerplatinen | zugekauft, unter anderem von Rega Research |
| Vertrieb | Deutschland ab Anfang 1980; England Wilmex, Belgien Electronic Martin |
| Neupreis Februar 1980 | 1.298 DM mit Grace G-727 oder mit SME 3009, jeweils ohne System |
Ein Michell-Laufwerk aus belgischer Lizenzfertigung, zuerst mit unverändertem, ab 1982 mit geändertem Teller. Beim Gebrauchtkauf gibt es zwei Baustellen: Der Airpax-Motor entwickelt mit den Jahren hörbare Gleichlaufschwankungen, und Originalmotoren gibt es nicht mehr, weil Airpax längst keine Plattenspielermotoren baut. Das Tellerlager aus Aluminium mit Stahlachse schlägt bei regem Gebrauch aus, der schwere Teller beschleunigt das. Deshalb: ausführlicher Hörtest beim Verkäufer mit eigenen Platten, nie blind über eine Auktion.
Direktantrieb · manuell · wechselbarer Tonarm · Aurex 1974, Toshiba 1975
Toshiba SR-510E und Aurex SR-510E
| Antrieb | Direkt, Wechselspannungs-Servomotor, elektronisch geregelt |
|---|---|
| Drehzahlen | ±4 % regelbar, zweifache Kontrolle über Stroboskop und LED |
| Gleichlauf | 0,03 % |
| Geräuschspannungsabstand | 60 dB |
| Tonarm | Leichtmetall, 237 mm effektiv, Überhang 15 mm, Spurfehlwinkel max. +1,5° / −0,5°, auswechselbar |
| Besonderheit | eingebauter Vorverstärker für Electret-Kondensator-Systeme |
| Maße | 550 × 190 × 410 mm |
| Gewicht | 12,5 kg |
| Neupreis | 1.198 DM ohne System, 1.498 DM mit Toshiba C-404SY |
Aurex war Toshibas HiFi-Marke. Der SR-510E bringt einen auswechselbaren Tonarm und einen eingebauten Vorverstärker für Electret-Kondensator-Systeme mit; das zugehörige C-404SY war CD-4-tauglich mit Shibata-Schliff, 20 bis 50.000 Hz, 30 mV, 25 dB Kanaltrennung. Ohne dieses System ist der Vorverstärker nutzlos, der Spieler mit normalem MM-System aber ein solides 12,5-kg-Direktantriebslaufwerk.
Direkt- und Riemenantrieb · 1975
Weitere Toshiba und Aurex: SR-355D, SR-370D, SR-630, SR-F330, SR-F430
-
SR-355D: 222-mm-Arm, 12 kg -
SR-370D: 237 mm Arm, 15 kg -
SR-630: 0,03 %, 12,5 kg -
Toshiba SR-630 -
SR-F330: Riemen, 7 kg -
SR-F430: Direkt, 8 kg
| SR-355D | Direkt, DC-Servo, Arm 222 mm, Überhang 14 mm, 0,04 %, 60 dB, ±2 %, 471 × 183 × 373 mm, 12 kg |
|---|---|
| SR-370D | Direkt, DC-Servo, Arm 237 mm, Überhang 15 mm, 0,04 %, 60 dB, 473 × 163 × 377 mm, 15 kg |
| SR-630 | Direkt, Arm 237 mm, Überhang 14 mm, 0,03 %, 60 dB, ±2,5 %, 470 × 150 × 372 mm, 12,5 kg |
| SR-F330 | Riemen, DC-Servo, Arm 222 mm, Überhang 14 mm, 0,05 %, 55 dB, ±2 %, 448 × 140 × 354 mm, 7 kg |
| SR-F430 | Direkt, AC-Servo, 0,03 %, 60 dB, ±2 %, 448 × 162 × 354 mm, 8 kg |
Die Toshiba-Direktantriebler von 1975 wiegen 12 bis 15 kg und sind in Deutschland selten, weil die Marke hier nie den Ruf von Technics hatte. Genau deshalb bekommst du sie günstig. Die F-Serie ist leichter und einfacher gebaut.
Direktantrieb · 1970er bis 1980er
Kenwood L-07D und KD-5033
| Antrieb | Direkt, DC-Servo, Automatik |
|---|---|
| Gleichlauf | 0,05 % |
| Fremdspannungsabstand | über 58 dB |
| Regelung | ±3 % |
| Maße | 480 × 168 × 350 mm |
| Gewicht | 10 kg |
Der L-07D ist Kenwoods Referenzlaufwerk und wechselte über unser Archiv für 2.500 € den Besitzer, ein KD-600 für 450 €. Der KD-5033 ist der bezahlbare Alltags-Kenwood mit Automatik.
Tangentialplattenspieler · Riemenantrieb · 1970er
Harman Kardon ST-7, ST-5, Rabco SL-8E
-
ST-7 (Rabco ST-7): Tangentialarm mit 6 g effektiver Masse -
ST-5 (Rabco ST-5) -
Der Rabco-Tonarm -
Rabco SL-8E: der Nachrüst-Tangentialarm, hier auf einem Thorens TD 125
| Bauart | Tangentialplattenspieler, Riemenantrieb, DC-Motor |
|---|---|
| Gleichlauf | 0,04 %, Drehzahlabweichung max. ±0,03 % |
| Geräuschspannungsabstand | 76 dB |
| Fremdspannungsabstand | 68 dB |
| Tonarm | effektive Masse 6 g |
| Maße | 419 × 171 × 413 mm, Haube geschlossen |
| Gewicht | 10 kg |
Rabco baute in den USA Tangentialarme, Harman Kardon verkaufte die kompletten Spieler als ST-5 und ST-7. Mit 6 g effektiver Armmasse sind sie für Systeme mit hoher Nadelnachgiebigkeit gedacht. Der SL-8E ist der Nachrüstarm für fremde Laufwerke; ein Thorens TD 125 mit SL8 ging über unser Archiv für 550 € weg.
Direktantrieb · manuell · 1970er
Sanyo TP-1000 und TP-1200
| Antrieb | Direkt, kollektorloser Gleichstrommotor mit Servoelektronik |
|---|---|
| Tonarm | 237 mm effektiv, Überhang 15 mm, Spurfehlwinkel max. 1,5° |
| Gleichlauf | 0,03 % |
| Geräuschspannungsabstand | 64 dB |
| Regelung | +3 / −4,5 % |
| Maße | 490 × 190 × 400 mm |
| Gewicht | 14,2 kg |
| Neupreis | 1.400 DM mit Tonabnehmer |
Sanyo hatte in den 1970ern eine HiFi-Oberklasse, die heute kaum jemand kennt. Der TP-1000 wiegt 14,2 kg und kostete 1.400 DM mit System. Mehr dazu auf unserer Sanyo-Seite.
Riemenantrieb · Chuo Denki · 1970er
CEC BD 2000 bis BD 7000 und Rotel RP 1000
-
BD-2000 -
BD 2200: manuell, 7 kg -
BD 4200: Vollautomat -
BD 5200: Halbautomat, kollektorloser DC-Motor -
BD-7000: 230-mm-Arm, 2-kg-Teller -
Rotel RP 1000: von CEC gebaut, kleiner Unterschied im Gehäuse
| Antrieb | Riemen, Synchronmotor |
|---|---|
| Gleichlauf | 0,05 % |
| Tonarm | 230 mm effektiv, Überhang 15 mm, Spurfehlwinkel ±0,8° |
| Teller | Alu, 300 mm, 2 kg |
| Fremd-/Geräuschspannungsabstand | 42 dB / 65 dB |
| Maße | 455 × 180 × 355 mm |
| Gewicht | 8,5 kg |
Chuo Denki baute unter CEC eine ganze Riemenfamilie mit identischem Gehäuse 458 × 139 × 337 mm: BD 2200 manuell, BD 3200 und BD 5200 Halbautomat, BD 4200 Vollautomat, dazu der größere BD-7000. Der Rotel RP 1000 ist ein CEC mit anderem Gehäuse. Alle sind einfache, haltbare Riemenläufer für kleines Geld.
Direktantrieb · AC-Servomotor · 1985
Denon DP 67 und DP 1000
| Antrieb | Direkt, AC-Servomotor |
|---|---|
| Gleichlauf | DP 67 0,008 % · DP 1000 0,015 % |
| Geräuschspannungsabstand | DP 67 82 dB · DP 1000 75 dB |
| Maße | DP 67 485 × 195 × 410 mm · DP 1000 485 × 180 × 410 mm |
| Gewicht | DP 67 15 kg · DP 1000 11 kg |
Denon baute 1985 mit dem DP 67 eines der laufruhigsten Geräte dieser Liste: 0,008 % Gleichlauf, 82 dB, 15 kg. Der DP 1000 ist der kleinere Bruder. Beide sind in Deutschland selten und werden unter Wert gehandelt.
Übersicht · 1962 bis 1985
Galerie: Designklassiker und Raritäten
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B&O Beogram 6000: Tangential, für 250 € verkauft -
Mayware Formula 4 MK III -
EMT 948: Studiolaufwerk, mit EMT 929 und TSD 15 für 3.200 € verkauft -
Le Tallec STAD-1, Lambda -
Wega Modul 42P: Frog Design, für 200 € verkauft -
Philips GA 212 Electronic: Designklassiker mit Sensortasten -
Philips AG2230 -
Philips GA 312: tachogeregelter DC-Motor, Riemen, 68 dB, 5,9 kg -
Russco Cue Master -
Hitachi PS-17 -
Rotel RP-855 -
Rotel RP 3000: Direkt, 0,05 %, 68 dB, 8 kg -
Yamaha YP-800 -
Yamaha PF-800, PF-1000: für 780 € verkauft -
Yamaha YP-D8: für 650 € verkauft -
Yamaha YP-D4 -
Yamaha YP-B2, YP-B2B -
Yamaha PX-3 (1981): Tangential, 0,015 %, Arm 190 mm effektiv, 12 kg -
Linn LP12 -
Elac PC 900, PC 910 -
Sansui SR2050C, TA2050 -
Sansui SR-1050: 4-Pol-Synchron, 220-mm-Arm, 9,8 kg -
Perpetuum Ebner 2020 L -
JVC QL-A7 -
J.A. Michell Reference Hydraulic -
Transcriptor Transcriber: für 1.900 € verkauft -
Garrard -
Concept 2QD -
Ariston RD-40 -
Transrotor Z1 -
Onkyo CP-1260F -
Onkyo CP-700M: Onkyos bester Plattenspieler der 1970er, für 700 € verkauft -
Marantz 6300: Direkt, Halbautomat, 0,04 %, 10 kg; dazu 6100 und 6200 -
Marantz TT-221 -
Telefunken S 500, S 600 -
Braun PS 500 -
Shure M61: Phono-Vorverstärker für Anlagen ohne Phono-Eingang
Zu diesen Geräten haben wir Fotos und zum Teil Daten, aber noch keine eigenen Abschnitte. Die Verkaufspreise in den Bildunterschriften sind Preise, die über unser Archiv zwischen 2005 und 2018 tatsächlich gezahlt wurden. Hast du Prospekte oder Daten zu einem der Modelle, schreib uns.
Micro Seiki 1965 bis 1984 · 7 Modelle
Micro Seiki wurde 1961 als Feinmechanikbetrieb gegründet und stellte bald auf Plattenspieler, Tonarme und Laufwerke um. Alles, was den Namen trägt, erzielt heute hohe Preise, und bei den großen Laufwerken zu Recht: Das Gespann RX-5000 und RY-5500 kostete 1984 neu 5.998 DM und ging über unser Archiv zweimal für 4.750 € und 5.000 € weg.
Besonders interessant sind die Komplettspieler um 1970, weil sie noch die Tonarme tragen, die Micro auch einzeln verkaufte: den MA-101 auf dem MR 611, den MA-303 auf dem Solid 5. Später bekamen die Komplettgeräte optisch ähnliche, aber einfachere Arme, und die guten gab es nur noch separat. Frühe reine Laufwerke waren der M-8P mit Reibrad (1965), die Riemenläufer MB-300, MB-400S und MB-600 (1972) sowie der MB-800S (1973), dessen Motor mit 100 V startet und bei Nenndrehzahl auf 80 V zurückschaltet; der MB-800 von 1973/74 hatte Direktantrieb mit DC-Servomotor.
Mein Rat für den Gebrauchtkauf: Die Riemenmodelle sind unanfällig. Schwankt der Gleichlauf, ist in fast allen Fällen das Tellerlager trocken und der Motor in Ordnung; nach frischem Öl und einem neuen Riemen läuft das Laufwerk wieder wie am ersten Tag. Die Direktantriebler laufen mit JVC-Motoren, die sich bis heute reparieren lassen. Finger weg nur vom MR-222 und vom AQ-37, dazu unten mehr.
Laufwerk · Direktantrieb · drei Tonarme · 1977 bis 1983
Micro Seiki DQX-1000
-
DQX-1000: Micro Seikis Topmodell von 1977, drei Arme montierbar -
Motorchassis im Dreipunkt-Tragrahmen -
Mit dem seltenen Tonarm MA 500 -
Die drei verstellbaren Füße dämpfen Stöße und Resonanzen -
Netz- und Bedienteil im eigenen Gehäuse -
Links reines 220-V-Gerät, rechts Multivoltage
| Antrieb | Direkt, DC-Servo, PLL-Quarz |
|---|---|
| Drehzahlen | 33⅓ und 45 UpM, ±6 % regelbar, Abweichung max. ±0,002 % |
| Teller | Alu-Legierung, 310 mm, 2,9 kg, Trägheitsmoment 600 kg/cm² |
| Chassis | Zink-Spritzguss, Dreipunkt-Tragrahmen, zusätzliches Motorlager |
| Gleichlauf | unter 0,02 % |
| Geräuschspannungsabstand | über 75 dB (DIN 45544) |
| Tonarm | ohne; drei Arme montierbar, sechs Basen für alle handelsüblichen Arme |
| Netz | 110 / 220 V, 50 / 60 Hz, 65 W, Bedienteil separat |
| Maße | 444 × 125 × 444 mm ohne Bedienteil |
| Gewicht | 12 kg Laufwerk |
Den Neupreis haben wir nicht belegt. Hast du eine Micro-Preisliste von 1977 bis 1983? Wir tragen ihn nach.
Das DQX-1000 war 1977 Micro Seikis Topmodell und fiel optisch aus dem Rahmen: Das Motorchassis ruht in einem Dreipunkt-Tragrahmen, die drei verstellbaren Füße sind zugleich Schockabsorber, Netzteil und Bedienung sitzen in einem eigenen Gehäuse. Bis zu drei Tonarme lassen sich montieren; die Basen AX-1 bis AX-7 passen für fast jeden Arm, vom SME 3012 auf dem Langloch der AX-2 bis zum Dynavector DV-505 auf der DV3C. Der zugehörige Tonarm MA 500 ist selten: statisch ausbalanciert, Schneidenlager, Rohr austauschbar, 237 mm effektiv, Überhang 15 mm, Höhe 42 bis 86 mm verstellbar, Systeme 4 bis 10 g. Ein DQX-1000 ging über unser Archiv für 1.200 € weg.
Direktantrieb · Tonarm MA-707 · 1978 bis 1980
Micro Seiki DQX-500
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DQX-500: die Ergänzung zum DQX-1000, mit serienmäßigem MA-707 -
Mit Staubschutzhaube -
Tonarm MA-707: Alu-Rohr 0,5 mm, Kopf aus Kohlefaser -
Das Netzteil enthält die Steuerung; die Lampe erlischt bei Solldrehzahl -
Resonanzarmes Chassis auf drei Füßen -
Ersatz-Headshell H-707, auch für den CF-1
| Antrieb | Direkt, DC-Servo, PLL-Quarz, nicht regelbar |
|---|---|
| Drehzahlen | 33⅓ und 45 UpM, Abweichung max. ±0,002 % |
| Teller | Alu-Legierung, 2,6 kg, Trägheitsmoment 600 kg/cm² |
| Chassis | Zink-Spritzguss, Motorachslager mit Chassis verbunden, drei Füße |
| Gleichlauf | unter 0,02 % |
| Geräuschspannungsabstand | über 75 dB (DIN 45544) |
| Tonarm | MA-707: 315 mm gesamt, 237 mm effektiv, Überhang 15 mm, Systeme 4 bis 12 g, Headshell 6 g, Resonanz 8 bis 10 Hz, Antiskating per Drehstange, Auflagekraft 0 bis 3 p |
| Tonarmbasis | Messing, 500 g; Stabilisator AST-05 (500 g) als Zubehör |
| Netz | 220 V, 50 Hz, externes Netzteil |
| Maße | 410 × 139 × 350 mm |
| Gewicht | 7 kg ohne Netzteil |
Neupreis nicht belegt. Über unser Archiv wurde ein DQX-500 für 750 € verkauft.
Der DQX-500 von 1978 übernimmt das Design des DQX-1000 in kleiner, als Komplettspieler mit dem leichten, dynamisch ausbalancierten MA-707. Eine Drehzahlfeineinstellung gibt es nicht, der Quarz hält die Drehzahl; beim Einschalten leuchtet am externen Netzteil eine Lampe und erlischt, wenn der Teller auf Drehzahl ist. Die 500 g schwere Messingbasis des Arms lässt sich mit dem ebenso schweren Stabilisator AST-05 ergänzen. Ein unterschätztes Gerät, weil der große Bruder alle Blicke zieht.
Laufwerk · Riemen oder String · 16-kg-Teller · 1979 bis 1984
Micro Seiki RX-5000 und RY-5500
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RX-5000 mit RY-5500: der Besitzer hat den Bronzeteller polieren lassen -
RX-5000: Zink-Spritzguss, Lager im Ölbad -
RY-5500: FG-DC-Servo, 666 UpM für 33⅓, 900 UpM für 45 -
Mit Koetsu SA-1100D MK I, AudioNote Soara und Jelmax-Headshell -
Basen AX-2 (oben, Langloch für SME) und AX-1 -
Basis DV3C für den Dynavector DV-505, passt auch auf das DQX-1000
| Antrieb | RY-5500: FG-DC-Servo, Riemen oder String; Motor 666 UpM für 33⅓, 900 UpM für 45; ±6 % regelbar |
|---|---|
| Teller | 85 % Kupfer, 15 % Zinn, 310 mm, 16 kg, Trägheitsmoment 2,7 t/cm² |
| Chassis | Zink-Spritzguss |
| Lager | 4 kg, Ölbad |
| Gleichlauf | unter 0,02 % |
| Tonarm | ohne; Basen AX-1 bis AX-7 für alle handelsüblichen Arme |
| Netz | 110 / 220 V, 50 / 60 Hz, 12 W (RY-5500) |
| Maße | RX-5000 312 × 122 × 312 mm · RY-5500 180 × 114 × 240 mm |
| Gewicht | 55 kg Laufwerk und Antrieb, davon RY-5500 12 kg |
| Neupreis 1984 | 5.998 DM für RX-5000 und RY-5500 |
Pure Feinmechanik und geballter Materialeinsatz: 16 kg Bronzeteller auf einem 4-kg-Lager im Ölbad, angetrieben über Riemen oder String von der separaten Motoreinheit RY-5500. Über die technischen Daten musste sich der Käufer keine Gedanken machen, das Laufwerk überlebt ihn und seine Erben. Zwei Kombinationen gingen über unser Archiv für 4.750 € und 5.000 € weg, der Neupreis von 5.998 DM wurde damit in Euro fast erreicht, und Anfragen nach weiteren Exemplaren kommen bis heute. Das Foto mit dem Koetsu SA-1100D MK I zeigt einen der besten Arme, die je gebaut wurden: 266 mm effektiv, 245 mm Montageabstand, 18 g effektive Masse, Systeme 4 bis 12 g, ohne Antiskating, gedacht für Systeme mit niedriger Nadelnachgiebigkeit, 2004 noch für 3.000 € empfohlen.
Tonarmbasen AX-1 bis AX-7 (auch RX-1500 und DQX-1000)
| Basis | Bohrung | Effektive Armlänge | Für |
|---|---|---|---|
| AX-1 | 28 mm | 200 bis 235 mm | Standardarme: MA-505, MA-707, SAEC WE-308, Denon DA-305/307/309, Ortofon RMG-212, Technics EPA-101 |
| AX-2 | Langloch 69 × 28 mm | 182 bis 235 mm | SME 3009, Series II, Series III |
| AX-3 | 28 mm | 200 bis 309 mm | lange Arme: SAEC WE-308L, Ortofon RMG-309, EMT 997, Grace G-860F, MA-505L |
| AX-4 | Langloch 69 × 28 mm | 200 bis 309 mm | SME 3012 |
| AX-5 | 31 mm | 200 bis 240 mm | Fidelity Research FR-64/FR-64S, Audio Technica AT-1503 |
| AX-6 | 41 mm | 200 bis 309 mm | FR-66S, Technics EPA-100, Lustre GST-801, Audio Craft AC-400MC |
| AX-7 | Montage am RX-5000 | nur MAX-282 | |
| S-5G / S-6G | Stax UA-7/UA-9, Grace G-704/G-1040, Pioneer PA-5000, Technics EPA-500 | ||
| DV3C | Dynavector DV-505 |
Riemenantrieb · manuell · Tonarm MA-101 · 1970 bis 1971
Micro Seiki MR-611
| Antrieb | Riemen, 8-Pol-Hysterese-Synchronmotor, Netzfrequenz 50/60 Hz umschaltbar, zwei Pulleys im Lieferumfang |
|---|---|
| Drehzahlen | 33⅓ und 45 UpM, Hochlauf 1,2 s |
| Teller | 310 mm, 1,5 kg Aludruckguss |
| Gleichlauf | 0,05 % |
| Geräusch-/Fremdspannungsabstand | über 70 dB / über 52 dB |
| Tonarm | MA-101, S-Form, statisch ausbalanciert, höhenverstellbar, 237 mm effektiv, Überhang 15 mm, Kröpfung 21°, Systeme 4 bis 15 g, ölgedämpfter Lift |
| System im Lieferumfang | VF-3200/e: 5 bis 35.000 Hz, 30 dB Übersprechdämpfung, 3 mV, 50 kΩ, elliptisch, 1,5 p, 4,5 g |
| Maße | 500 × 216 × 380 mm, Haube geschlossen |
| Gewicht | 10,0 kg |
| Neupreis um 1970 | 898 DM mit Tonabnehmer VF-3200/e |
Der MR-611 ist eine Rarität mit exzellenter Verarbeitung, und das Besondere ist der Arm: Der MA-101 war auch einzeln zu haben und lässt sich in der Höhe verstellen, was bei Komplettspielern fast nie vorkommt. Die Netzfrequenz ist umschaltbar, zwei Pulleys für 50 und 60 Hz lagen bei; ein US-Import ist hier also kein Problem. 898 DM mit dem Spitzensystem VF-3200/e waren 1970 bei 11 DM Stundenlohn eine Menge Geld.
Direktantrieb · Subchassis · manuell · 1977 bis 1979
Micro Seiki DD-20, DD-30, DD-25
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DD-20: Direktantrieb auf federndem Subchassis -
Der JVC-Motor 94V-1 S74 mit kompletter Elektronik -
Headshell H-20, serienmäßig bei DD-20 und DD-30
| Antrieb | Direkt, DC-Servomotor JVC 94V-1 S74, Hochlauf 0,9 s |
|---|---|
| Drehzahlen | 33⅓ und 45 UpM, ±6 % regelbar, Stroboskopring |
| Teller | 320 mm, 1,5 kg Aludruckguss, Trägheitsmoment 240 kg/cm |
| Gleichlauf | unter 0,03 % |
| Geräuschspannungsabstand | über 60 dB (DIN) |
| Tonarm | S-Form, statisch ausbalanciert, 222 mm effektiv, Überhang 15 mm, Antiskating, Headshell H-20 |
| Maße | 456 × 149 × 375 mm |
| Gewicht | 7,2 kg |
Beim DD-20 sitzen Tonarmbasis und Laufwerk auf einem Subchassis, das in der Kunststoffzarge auf Spezialfedern steht; Trittschall und Rückkopplung kommen so nicht an die Nadel. Der DC-Servomotor stammt wie bei allen Micro-Direktantrieblern von JVC, hier der 94V-1 S74 mit hohem Drehmoment, der Spannungs- und Temperaturschwankungen ignoriert. Der DD-30 ist derselbe Spieler als Halbautomat mit Rückführung und Abschaltung, der DD-25 nur eine andere Optik. Denselben Antrieb haben DD-24, DD-33, DD-35, DD-40, DD-5, DQ-3, DQ-41, DQ-43 und DQ-45; die DQ-Modelle zusätzlich mit Quarzregelung und ohne Feineinstellung.
Riemenantrieb · Halbautomat · Basis MB-14 · kurze Bauzeit
Micro Seiki AQ-37
| Antrieb | Riemen, 4-Pol-AC-Synchronmotor, Halbautomat |
|---|---|
| Drehzahlen | 33⅓ und 45 UpM |
| Teller | Aludruckguss, 300 mm |
| Gleichlauf | 0,055 % |
| Geräuschspannungsabstand | 65 dB |
| Tonarm | S-Form, statisch ausbalanciert, 214 mm effektiv, Überhang 15 mm, Kröpfung 21°, Systeme 4 bis 15 g, ölgedämpfter Lift |
| Maße | 440 × 350 × 142 mm |
| Gewicht | 6 kg |
Der AQ-37 ist ein MB-14 mit anderem Tonarm, über das Modell gibt es sonst praktisch keine Unterlagen, die Bauzeit muss sehr kurz gewesen sein. Qualitativ gehört er wie die MB-Serie zu den Billigspielern der Marke; das Handicap ist der Arm, das Laufwerk selbst ist gar nicht schlecht. Kaufe ihn nur, wenn du einen guten Fremdarm herumliegen hast und basteln willst. Micro Seiki steht für herausragende Laufwerke, aber nicht alles mit dem Namen ist blind kaufbar.
Übersicht · 1971 bis 1980
Weitere Micro Seiki aus dem Archiv
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MR 711 (ab 1971): Direkt, Arm MA-202 252 mm, unter 0,03 %, über 70 dB, 1.560 DM mit System; auch als Laufwerk ohne Arm -
MR 622 (1975): Direkt, MA-202, unter 0,05 %, 10 kg, 1.329 DM -
MR 322: Riemen, 4-Pol-Hysterese-Außenläufer, unter 0,08 %, 8,5 kg, 719 DM -
Solid 5 (1975): Riemen, DC-Servo, 0,05 %, 9,3 kg, 1.109 DM, mit dem echten MA-303 -
DD-5 (1976): optisch der Solid 5 mit Direktantrieb, Arm MA-303 vereinfacht -
DQ 44: Direkt, PLL-Quarz, Vollautomat mit zweitem Motor, unter 0,025 %, über 75 dB, 8,7 kg; auch unter Fremdnamen verkauft -
DD 55: Direkt, PLL-Quarz, Vollautomat, Frontbedienung, Vollholzzarge mit Ebenholzfurnier, 14 kg -
DD 10: Direkt, unter 0,03 %, über 62 dB, 13 kg mit Trafo -
DD 40: Direkt, Tachogenerator, Arm MA 505, 0,09 %; der DD 7 ist die 100-V-Version -
DD 1: Direkt, unter 0,045 %, 8,2 kg, Schockabsorber-Füße, 998 DM mit VF-3200/6 -
MR 411: Arm MA-77 MK II 237 mm, unter 0,06 %, 9,5 kg -
MR 422: offiziell nie in Deutschland verkauft -
MR 122: Riemen, 4-Pol-Synchron, manuell, unter 0,3 %, 8,2 kg -
MR 222: löste 1976 den MR 122 ab, einfacherer Arm, schlechtere Daten. Nicht kaufen. -
MR-606 U -
Tonarm MA-202, auf MR 711 und MR 622
Die Bildunterschriften tragen die Daten, die das Archiv zu den Geräten hat. Für Neupreise und Tonarmdaten gelten die Angaben in DM aus unseren Listen; die Daten der Micro-Tonarme stehen in unserer Tonarm-Tabelle. Ein DD-40 ging über unser Archiv für 975 € weg, ein MB-600 mit Grace G-545 für 750 €, ein BL 91 mit SME 3012R für 3.350 €.
Lenco: Schweizer Reibradlaufwerke mit schwerem Teller 1946 bis Mitte der 1970er
Lenco wurde 1946 von Fritz und Marie Laeng in Burgdorf gegründet und baute über Jahrzehnte Plattenspieler, die weltweit verkauft wurden: in Europa unter eigenem Namen, in den USA von Bogen und Benjamin unter deren Namen, in Großbritannien von Goldring als Goldring-Lenco mit einem G im Typenschild. Der L75 hieß dort GL75 und war sonst identisch. Auch Leak, Goodmans und Sony verkauften Lencos unter ihrem Namen; der Sony PS-5011 von 1967 ist ein Lenco B 55. Der Markenname lebt heute bei der niederländischen STL-Gruppe weiter, die ihn seit 1998 nutzt und mit den alten Geräten nichts zu tun hat.
Ab Ende der 1950er beruhte das Programm auf zwei Konstruktionen: dem Spitzenmodell mit rund 3,8 kg schwerem Teller aus Nichteisenmetall und Reibradantrieb sowie einer leichten, günstigeren Linie. Beide wurden nach Schweizer Maßstäben gefertigt, aber der schwere Teller ist der Grund für das heutige Interesse: Diese Lencos treten gegen Garrard 301 und 401 an, und der Motor erlaubt stufenlos einstellbare Drehzahlen. Die armlosen Modelle 88 und 99 entstanden vermutlich im Auftrag von Goldring und sind außerhalb Großbritanniens selten; sie sind die Wahl, wenn du einen eigenen Tonarm montieren willst.
- 1946Gründung durch Fritz und Marie Laeng in Burgdorf, Schweiz.
- 1959Lenco L60: Drehzahlhebel links, Start/Stopp/Lift rechts, graue Lackierung, Bakelit-Arm. Dieses Bedienschema bleibt fast 20 Jahre.
- 1962L70 mit schwerem Teller; dazu das armlose Modell 88 als preiswerter Gegenspieler zum Garrard 301.
- 1965L77 mit dem einzeln erhältlichen Arm P77; Modell 99 im Stil des Garrard 401 mit eingebautem Stroboskop, über Spiegel und Neonlampe an der Tellerunterseite abgelesen.
- 1967Restyling des L70: neue Matte, unlackierter Teller. Sony kauft den B 55 als PS-5011 zu.
- 1970L75: der meistverkaufte Lenco, mit entkoppeltem Gegengewicht, Gummi-V-Blöcken als Armlager und Antiskating.
- 1974L78: ein L75 mit mechanischer Endabschaltung, dickerer Matte und leichterem Headshell. Das Programm: L72, L75, L78, dazu die Riemenläufer G101 und GL85.
- 1998Der Markenname geht an die niederländische STL-Gruppe.
Reibradantrieb · schwerer Teller · L75 ab Ende der 1960er, L78 ab Mitte der 1970er
Lenco L75 und L78
| Antrieb | Reibrad, 4-Pol-Synchronmotor mit konischer Achse, Prinzip vom B 55 |
|---|---|
| Drehzahlen | 16⅔, 33⅓, 45 und 78 UpM, dazwischen stufenlos einstellbar |
| Teller | 3,8 kg, 306 mm |
| Rumpel-Fremd-/Geräuschspannungsabstand | −43 dB / −60 dB |
| Tonarm | ausbalancierbar mit Gegengewicht, Überhang 17 mm justierbar, Auflagekraft 0,5 bis 5 g |
| Maße | 445 × 352 × 165 mm (B × T × H) |
| Gewicht | 11,5 kg |
| Neupreis 1975 | L75 368 DM · L78 448 DM |
L75 und L78 sind nahezu baugleich; der L78 löste den L75 Mitte der 1970er ab und bringt die mechanische Endabschaltung mit. Beide fallen sofort ins Auge, deshalb sind sie heute gefragt und verlangen vom Käufer Aufmerksamkeit an drei Stellen: Reibrad, V-Blöcke und Transport. Mit 368 DM für den L75 und 448 DM für den L78 waren sie 1975 günstig; ein gut gemachter L75 im schweren Zargenselbstbau spielt heute in einer Klasse mit Laufwerken für das Zehnfache.
Lenco-Modelle im Überblick
- Schwerer Teller: L60 (1959, Bakelit-Arm, der nicht die Stärke des Geräts war), L59, L70 (1962, 1967 überarbeitet), L77 (1965, Arm P77), L75 (1970), L78 (1974), armlos 88 (1962) und 99 (1965, mit Stroboskop, ohne Bremse). Mindestens zwei Reibradtypen aus Kunststoff oder Aluminium; der L78 und späte L75 haben immer Aluminium.
- Leichte Linie: L69 und GL69 (späte Modelle mit Antiskating), B 55 mit S-Arm, Benjamin-Lenco für die USA, Sony PS-5011. Die Arme dieser Linie teilen V-Blöcke und entkoppeltes Gegengewicht mit dem L75, frühe L69/L72/B55 ohne Antiskating, spätere mit Federmechanik.
- Spätere Riemenläufer: Goldring G101, G102 und Bausatz CK2 (Anfang 1970er, leichter Alu-Teller, schwacher Motor, kaum Teile mit den großen gemeinsam), L85/GL85 als neues Spitzenmodell Anfang der 1970er, L65, L80 und L82 mit S-Arm, L133 für den DJ-Markt.
L75 und L78 instand setzen: V-Blöcke, Reibrad, Tonarm
V-Blöcke: Die Gummilager des L75-Arms altern und verderben nach rund fünf Jahren; ein Transport mit montierten Gegengewichten zerstört sie sofort. Nimm vor jedem Transport Gewichte, Antiskating und Headshell ab. Ersatz gibt es von Technical & General in schwarzem Gummi, besser als die gelben, schwammigen aus einigen Serien. Der Tausch dauert eine halbe Stunde: Gewichte abnehmen, Schraube der Lagerabdeckung lösen, Blöcke mit einem kleinen Schraubendreher aus dem Gehäuse hebeln. Bei rund 12 Pfund für ein Paar lohnt die Frage, ob das Geld in einen anderen Arm fließen soll.
Reibrad und Automatik: Ein Stoß gegen den L78 löst die Endabschaltung aus und hebt das Reibrad vom Motor ab, deshalb überstehen L78 den Versand meist ohne Rad-Schaden. Prüfe das Rad trotzdem auf Risse und harte Stellen. Die stufenlose Drehzahl stellst du nach Stroboskopscheibe ein. Alle schweren Lencos laufen an 110 und 240 V.
Fremder Tonarm: Der Originalarm ist nicht die Stärke des Geräts. Bohr aber keinen L59, L60 oder L70 an, die sind zu selten; L75 und L78 sind die Basis für Umbauten. In die vorhandene Öffnung (Kragen 26,1 mm innen, Kragen selbst im 30-mm-Loch) passen Arme der 21-cm-Klasse: Decca London International, Linn LVV, Hadcock GH238, Mayware Formula 4, Thorens TP 50/TP 90, Zeta und die Linn-kompatiblen mit 23-mm-Bohrung über ein Zwischenbrett. Der Rega RB250 passt ins Loch, hat mit 222 mm aber nicht die ideale Geometrie. Beim L78 geht mit dem Originalarm die Endabschaltung verloren, und sein Kragen ist in der Höhe fixiert.
Schallplatte oder CD: Besinnung auf den Ursprung
Die Frage wurde Anfang der 1980er entschieden, und zwar in den Kalkulationen der Plattenfirmen, nicht in Hörräumen. Eine Schallplatte samt Cover kostete in der Herstellung rund 7,50 DM, die Matrize musste nach höchstens 10.000 Pressungen erneuert werden, verkauft wurde die Platte für 18 bis 24 DM. Eine CD mit Hülle kam, sobald die Fertigung lief, auf 1,50 DM und wurde für bis zu 40 DM verkauft. Dazu bekamen die HiFi-Zeitschriften 1982 von jedem Hersteller kostenlose CD-Spieler ins Haus. Dass gute Plattenspieler mit dem richtigen System die frühen Player an die Wand spielten, stand in keinem Heft.
Vierzig Jahre später ist die Rechnung umgekehrt: CDs zeigen auch bei sorgsamer Lagerung innerhalb von zwanzig Jahren Datenverluste, eine gepflegte Schallplatte hält praktisch unbegrenzt. Von 1982 bis 2007 ging der CD-Absatz um mehr als 40 Prozent zurück, 2011 wurden wieder über eine Million Schallplatten im Jahr verkauft, 2015 stiegen die Verkäufe um 40 Prozent, und Neuauflagen kommen mit 180 bis 200 g Vinyl. Wer die Platte ausgemustert hat, fragt sich heute, ob das richtig war. Die Antwort ist nein, und sie steht im Preis, den ein guter alter Plattenspieler inzwischen kostet.
Was du für den Einstieg brauchst: einen Klassiker aus dieser Liste, ein passendes System und einen Verstärker mit Phono-Eingang. Hat dein AV-Receiver keinen, nimmst du einen Phono-Vorverstärker ab rund 70 € für MM oder MM und MC am AUX-Eingang, oder einen kleinen Stereo-Vorverstärker wie den Toshiba SY-C15, dessen Lautstärkeregler den Pegelunterschied ausgleicht. Die Wiedergabequalität der Platte hängt zu einem guten Teil an diesem Vorverstärker. Spar dir USB-Plattenspieler für 80 €, die ein drittklassiges Signal in noch schlechtere MP3-Dateien wandeln. Und nimm Holz oder MDF statt Kunststoffzarge: Bis Anfang der 1980er bauten alle Hersteller Holzgehäuse, dann kam der Kunststoff aus Kostengründen, mit erfundenen Materialnamen und schlechterer innerer Dämpfung.
Tonabnehmer und Nadel: worauf ich achte
Ein dreißig Jahre altes System aus der Schublade ist ein Risiko: Der Gummi des Nadelträgers verhärtet mit der Zeit, auch bei einer nie benutzten Originalnadel. Beim Shure M75ED Type 2, einem der besten Shure-Systeme, ist deshalb eine hochwertige Ersatznadel aktueller Fertigung die bessere Wahl gegenüber einer teuren Originalnadel aus den 1970ern. Pfanstiehl fertigte für Shure die Originalnadeln; die Ersatznadeln mit vorangestellter 4 (4767-DE für das M95ED statt 767-DE) haben denselben Schliff, hier elliptisch 0,0002 × 0,0007 Zoll.
Systeme ohne austauschbaren Nadelträger kaufst du nur mit intakter Nadel; ein Audio-Technica AT-OC9 ohne Nadel ist Schrott. Wann eine Nadel fällig ist, hörst du: Verzerrungen und einbrechende Höhen. Neue Nadeln und Systeme brauchen 40 bis 60 Stunden Einspielzeit.
Der vertikale Spurwinkel war früher mit 15° genormt, heute gelten 20° (DIN IEC 98); Shure M75 und M95 liegen bei 23° bis 27°. Verzerrt ein altes 15°-System, hilft als Notlösung, den höhenverstellbaren Arm 2 mm anzuheben oder eine dünnere Tellermatte zu legen; über 23° senkst du den Arm um 2 mm oder legst 2 mm Filz dazu. Das ändert den Winkel des Nadelträgers, nicht des Diamanten, bringt aber oft die Höhen zurück.
Ortofon OM und OMB sind technisch gleich; das B steht für Bulk ohne Verpackung und Zubehör, gedacht für Gerätehersteller. Günstige Spitzenklasse für mittelschwere Arme wie den des Technics SL-20: Ortofon VinylMaster Red als MM oder ein Benz Micro MC-20E 2H mit 2,0 mV am MM-Eingang.
Platten, mit denen du den Unterschied hörst
- Ry Cooder, Bop till you Drop (Warner WB 56691, 1979): drei Jahre vor der CD mit dem 3M-Digital-Mehrspursystem aufgenommen, ohne Equalizer und Limiter. Ebenso Borderline von 1980.
- Charlie Antolini, Crash: 180 g Direktschnitt, Schlagzeug und Bass mit einer Dynamik, die jede CD alt aussehen lässt.
- Hank Shizzoe, Plenty of Time (Cross Cut Records CCA1060): Doppel-LP auf 2 × 180 g, LP 1 mit 33, LP 2 mit 45 UpM.
- Grace Jones, Island Life (Island 207 472-630, 1985): exzellente Aufnahme.










































































































































































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