Hitachi und Lo-D: Plattenspieler HT-500, HT-840 und PS-17, Lautsprecher HS-70F und Kassettendeck D-5500M mit technischen Daten
5 Hitachi- und Lo-D-Klassiker mit 15 Fotos: die Plattenspieler PS-17, HT-840 und HT-500, die Flachmembran-Box HS-70F und das Kassettendeck D-5500M mit Steckbriefen. Dazu die kurze Geschichte der Marke Lo-D, Hitachis Namen für seine HiFi-Geräte in Japan, die Neupreise der Vollverstärker HA-300 und HA-610 und Prüfpunkte für den Gebrauchtkauf.
- Gegründet
- 1910, Präfektur Ibaraki
- Gründer
- Namihei Odaira
- HiFi-Marke
- Lo-D (nur Japan), Export als Hitachi
- Auf dieser Seite
- 5 Modelle
Hitachi und Lo-D: Vom 5-PS-Motor 1910 zur HiFi-Marke für den Heimatmarkt

Hitachi begann 1910 als Reparaturwerkstatt eines Bergwerks in der Präfektur Ibaraki. Der Ingenieur Namihei Odaira baute dort einen Elektromotor mit fünf PS, den ersten eigenen Entwurf eines Konzerns, der 1920 eigenständig wurde. Unterhaltungselektronik kam erst in den 1960er Jahren dazu, zunächst Radios und Koffergeräte unter dem Namen Hitachi.
Für die hochwertigen HiFi-Geräte legte sich Hitachi Ende der 1960er Jahre eine eigene Marke zu: Lo-D, kurz für Low Distortion. Sie galt nur in Japan; alles, was exportiert wurde, trug den Namen Hitachi. Das erklärt, warum ein HT-840 in Deutschland als Hitachi im Prospekt stand und in Tokio als Lo-D. Unter diesem Namen entstanden Hitachis ehrgeizigste Geräte: 1968 die Box HS-500 mit der Gathered-Edge-Sicke, 1977 mit der Endstufe HMA-9500 die erste Stereo-Endstufe mit Leistungs-MOSFETs, einem Bauteil aus Hitachis eigener Halbleiterfertigung, 1978 der fünfwegige Flachmembran-Lautsprecher HS-10000 für 1,8 Millionen Yen je Box, auf Bestellung gebaut, und 1979 das Kassettendeck D-5500M, das Vormagnetisierung und Entzerrung per Mikroprozessor selbst einmisst.
Den Unitorque-Motor, einen bürstenlosen Direktantrieb ohne Eisenkern, setzte Hitachi quer durch das Programm ein, vom HT-840 von 1977 bis zum HT-500 der frühen 80er und als Capstan-Antrieb im D-5500M. In Deutschland verkaufte Hitachi die Geräte unter eigenem Namen, vom Vollverstärker HA-300 für 448 DM bis zur MOSFET-Kombination HCA-8500 und HMA-8500 der 80er. In den 1990er Jahren zog sich Hitachi Schritt für Schritt aus der HiFi-Entwicklung zurück; die Marke Lo-D verschwand 2019 ohne Ankündigung.
- 1910Gründung als Reparaturwerkstatt eines Bergwerks; Namihei Odairas 5-PS-Elektromotor
- 1920Hitachi wird eigenständige Firma
- 1968Lo-D HS-500, Lautsprecher mit Gathered-Edge-Sicke
- 1977HMA-9500, erste Stereo-Endstufe mit Leistungs-MOSFETs; Plattenspieler HT-840 in Deutschland für rund 1.300 DM
- 1978HS-10000, 5-Wege-Flachmembranbox für 1,8 Millionen Yen je Stück
- 1979Kassettendeck D-5500M mit automatischer Einmessung
- 1981Flachmembran-Box HS-70F
- 1983Vollautomat HT-500 im Hitachi-Katalog
- 1990erRückzug aus der HiFi-Entwicklung; 2019 verschwindet die Marke Lo-D
Plattenspieler 1976–1984 · 3 Modelle
Drei Generationen: der riemengetriebene PS-17 von Ende 1976, der quarzgeregelte Direkttriebler HT-840 von 1977 und der vollautomatische HT-500 aus dem Katalog 1983/84.
Plattenspieler, Riemenantrieb, Halbautomat · ab Ende 1976
Hitachi PS-17
Im Hitachi-Katalog 1977 und 1977/78
-
Gesamtansicht mit geöffneter Haube -
Mit geschlossener Haube -
Tonarm mit Hitachi-Tonkopf über dem Teller, dahinter das Gegengewicht -
Bedienfeld: Speed Adjust für 45 und 33, Speed Selector und Lift (Up, Down, Cut), unten die Aufschrift DC Servo Turntable PS-17 -
Lifthebel und Aufschrift DC Servo Turntable PS-17 an der Zargenecke -
Von oben: Teller, Tonarm und Bedienelemente -
Tonarmbasis: Gegengewicht mit Skala für die Auflagekraft, Aufschrift High Stability System -
Detail: Tonkopf mit Aufschrift Hitachi High Fidelity -
Rückseite mit Typenschild (220 V, 50 Hz, 9 W), Netz- und Tonabnehmerkabel
| Antrieb | Riemen, DC-Servomotor |
|---|---|
| Bedienung | Halbautomat |
| Drehzahlen | 33 und 45 U/min, Stroboskop, Feinregelung ±3 % |
| Plattenteller | Aluminium-Druckguss, 300 mm |
| Gleichlaufschwankungen | 0,07 % |
| Geräuschspannungsabstand | 65 dB |
| Tonarm | S-Form, statisch ausbalanciert, effektiv 220 mm, Überhang 15 mm, Kröpfung 21°, Spurfehlwinkel 1,5°, Lift ölgedämpft |
| Tonabnehmergewicht | 4–15 g |
| Abmessungen (B × H × T) | 450 × 139 × 367 mm |
| Gewicht | 5,5 kg |
| Baujahre | ab Ende 1976 |
Der PS-17 ist Hitachis Einstiegsklasse von Ende 1976: Riemenantrieb mit DC-Servomotor, Halbautomatik, Stroboskop und Feinregler für ±3 Prozent. 0,07 Prozent Gleichlaufschwankung und 65 dB Geräuschspannungsabstand sind Werte, mit denen der Spieler heute noch jede Küchenanlage schlägt, aber keinen Direkttriebler der 1.000-DM-Klasse; das ist der Platz, den er damals hatte und heute auf dem Gebrauchtmarkt wieder einnimmt. Der S-Arm mit 220 mm nimmt Systeme von 4 bis 15 Gramm; weich aufgehängte Systeme mit hoher Nadelnachgiebigkeit passen schlecht zu diesem Arm, ein mittelhartes MM-System ist die richtige Wahl. Beim Gebrauchtkauf: Der Riemen ist Verschleißteil, wichtiger sind ein sauber absenkender Lift und eine Automatik, die den Arm am Plattenende zurückholt, ohne zu klemmen. Wer mehr Laufwerk will, nimmt den HT-840.
Mehr Plattenspieler im Vintage-Ratgeber Der Direkttriebler: HT-840
Plattenspieler, Direktantrieb · 1977–1979
Hitachi HT-840
Unitorque-Motor mit Quarzregelung, manuelle Bedienung
| Antrieb | Direktantrieb, Unitorque-Motor mit Quarzregelung |
|---|---|
| Bedienung | manuell |
| Drehzahlen | 33 und 45 U/min, Feinregelung ±2,5 % |
| Plattenteller | Aluminium-Druckguss, 300 mm |
| Gleichlaufschwankungen | 0,02 % |
| Fremdspannungsabstand | 77 dB (DIN) |
| Tonarm | effektiv 240 mm, Überhang 15 mm, Auflagekraft 0–3 g |
| Gewicht | 15 kg |
| Baujahre | 1977–1979 |
| Neupreis | rund 1.300 DM |
Der HT-840 ist der Hitachi-Plattenspieler, den ich Sammlern empfehle: quarzgeregelter Unitorque-Direktantrieb, 0,02 Prozent Gleichlaufschwankung, 15 Kilogramm und ein Arm mit 240 mm, zwei Zentimeter länger als beim PS-17 und beim HT-500, was den Spurfehlwinkel klein hält. Kein Automatikgetriebe, das klemmen kann: Start, Stopp und Lift bedient man von Hand, die Elektronik hält die Drehzahl. Rund 1.300 DM kostete er 1977, und die 15 Kilogramm stecken in schwerer Zarge und dickem Teller. Beim Gebrauchtkauf prüfe ich die Quarzregelung am Stroboskop, der Motor muss nach dem Start innerhalb einer Umdrehung einrasten, dann Haubenscharniere und das seitliche Spiel des Armlagers. Der HT-500 unten ist sechs Jahre jünger, halb so schwer und vollautomatisch, für den Alltag bequemer, für den Sammler weniger interessant.
Vollautomat der 80er: HT-500 Direkttriebler im Vintage-Ratgeber
Plattenspieler, Direktantrieb, Vollautomat · 1982–1984
Hitachi HT-500
In Japan als Lo-D HT-500 für 49.800 Yen
| Antrieb | Direktantrieb, quarzgeregelt, Unitorque-Motor (bürstenlos, ohne Eisenkern) |
|---|---|
| Bedienung | Vollautomat, Tipptasten mit IC-Logik |
| Gleichlaufschwankungen | 0,025 % (WRMS) |
| Geräuschspannungsabstand | 78 dB (DIN-B) |
| Plattenteller | 310 mm, Aluminium-Druckguss mit Edelstahlscheibe |
| Tonarm | gerade, Stahlrohr, statisch ausbalanciert, effektiv 220 mm, Überhang 15 mm, Auflagekraft 0–3 g |
| Tonabnehmergewicht | 4–9 g |
| Abmessungen (B × H × T) | 456 × 154 × 402 mm |
| Gewicht | 7,5 kg |
| Baujahre | ab 1982, Hitachi-Katalog 1983/84 |
| Neupreis Japan | 49.800 Yen |
Der HT-500 ist der bequeme Hitachi: Vollautomatik über Tipptasten an der Zargenfront, quarzgeregelter Direktantrieb und ein gerader Arm aus einem Stahlrohr, dessen Wand chemisch aufgeraut ist, damit innere Reibung die Armresonanzen dämpft; Hitachi nannte das V.C. Metal und baute den Teller aus Aluminiumguss mit Edelstahlscheibe nach demselben Prinzip. Mit 49.800 Yen war er in Japan ein Gerät der Mittelklasse, kein Flaggschiff, und 7,5 Kilogramm sagen dasselbe. Für den Alltag spricht genau das: Taste drücken, der Arm fährt, die Platte läuft mit 0,025 Prozent Gleichlaufschwankung, am Ende hebt er ab und kommt zurück. Beim Gebrauchtkauf gilt wie bei jedem Vollautomaten: die Automatik vom Start bis zur Rückkehr durchspielen, und der leichte gerade Arm verträgt nur Systeme von 4 bis 9 Gramm.
Lautsprecher 1981–1983 · 1 Modell
Flachmembranen waren Lo-Ds Spezialität: ein Metallkonus, mit Schaumharz gefüllt, vorn plan. Der HS-70F brachte die Technik des HS-10000 in ein 75-Liter-Gehäuse.
3-Wege-Lautsprecher, Bassreflex, Flachmembranen · 1981–1983
Hitachi HS-70F
In Japan als Lo-D HS-70F, 108.000 Yen je Box
| Prinzip | 3 Wege, Bassreflex |
|---|---|
| Tieftöner | 30 cm Flachmembran (Metallkonus, schaumharzgefüllt), Gathered-Edge-Sicke |
| Mitteltöner | 5,5 cm Flachmembran |
| Hochtöner | 2 cm Flachmembran, sickenlos |
| Trennfrequenzen | 630 Hz und 3.150 Hz |
| Übertragungsbereich | 30–20.000 Hz |
| Wirkungsgrad | 90 dB (1 W, 1 m) |
| Impedanz | 6 Ω |
| Belastbarkeit | 140 W (Musik) |
| Gehäuse | 75 l, Front abnehmbar, Pegelsteller für Mittel- und Hochton |
| Abmessungen (B × H × T) | 410 × 680 × 395 mm |
| Gewicht | 25 kg je Box |
| Baujahre | 1981–1983 |
| Neupreis Japan | 108.000 Yen je Box |
Der HS-70F ist der Lautsprecher, an dem man Lo-D erkennt: Alle drei Chassis haben plane Membranen, ein Metallkonus, mit Schaumharz ausgefüllt, bis die Vorderseite eben ist. Der Sinn: Bei einem Trichterkonus entstehen Laufzeitunterschiede zwischen Membranrand und Staubkappe, bei der flachen Membran liegt die Abstrahlebene vorn, und die Harzfüllung versteift die Membran gegen Aufbruchschwingungen. Dazu Hitachis Gathered-Edge-Sicke am Tieftöner, 90 dB Wirkungsgrad an 6 Ohm, also kein Problem für einen 50-Watt-Verstärker, und zwei Pegelsteller, mit denen man Mittel- und Hochton an den Raum anpasst. 25 Kilogramm je Box und 75 Liter sind Standbox-Format. Die Flachmembranen sind empfindlich gegen Dellen, deshalb beim Gebrauchtkauf die Abdeckung abnehmen, jede Membran bei Streiflicht anschauen und die Sicke des Tieftöners auf Risse prüfen.
Kassettendecks 1979–1980 · 1 Modell
Kassettendeck, 3 Köpfe, Direktantrieb · 1979–1980
Hitachi D-5500M
In Japan als Lo-D D-5500M für 220.000 Yen, Basis D-5500DD
| Köpfe | 3: Kombikopf Aufnahme/Wiedergabe (Metall, 1,4 mm, Close-Gap), Doppelspalt-Löschkopf |
|---|---|
| Laufwerk | 2 Motoren, Doppel-Capstan, Capstan mit Unitorque-Direktantrieb, Schwungmasse 85 mm |
| Bandsorten | Normal, Fe-Cr, Chrom, Metall |
| Einmessung | ATRS: Vormagnetisierung, Pegel und Entzerrung automatisch, 3 Speicherplätze |
| Rauschunterdrückung | Dolby |
| Gleichlaufschwankungen | 0,028 % (WRMS) |
| Frequenzgang | 20–22.000 Hz (Metall, Chrom), 20–20.000 Hz (Normal, Fe-Cr) |
| Geräuschspannungsabstand | 69 dB mit Dolby, 60 dB ohne (Metall) |
| Fernbedienung | abnehmbar |
| Abmessungen (B × H × T) | 435 × 186 × 320 mm |
| Gewicht | 14 kg |
| Baujahre | 1979–1980 |
| Neupreis | rund 2.500 DM |
In Japan 220.000 Yen.
Das D-5500M war 1979 Hitachis Antwort auf Nakamichi: drei Köpfe, zwei Motoren, Doppel-Capstan, als Capstan-Antrieb derselbe Unitorque-Direktantrieb wie in den Plattenspielern, dazu 14 Kilogramm Gehäuse. Das Besondere ist ATRS: Das Deck misst die eingelegte Kassette ein, stellt Vormagnetisierung, Pegel und Entzerrung selbst ein und merkt sich drei Bandsorten; das M im Namen steht für Metallband, das 1979 gerade neu war. Die Fernbedienung ist ein abnehmbarer Kasten, der vorn am Gerät sitzt. Rund 2.500 DM kostete das Deck in Deutschland, und wer heute eines kauft, braucht eine Werkstatt, die Riemen, Andruckrollen und Zwischenräder tauscht und den Kombikopf nach 45 Jahren vermisst: Ein eingelaufener Kopf macht aus dem Deck einen Ersatzteilspender, denn neue Köpfe fertigt Hitachi seit Jahrzehnten nicht mehr.
Hitachi-Neupreise in DM: Vollverstärker HA-300 und HA-610
Zwei Hitachi-Verstärker stehen in unseren Preislisten der 70er: der HA-300 für 448 DM und der HA-610 für 998 DM, beide von 1975 bis 1978 im Programm. Der HA-610 bringt 2 × 70 Watt an 8 Ohm, wiegt 12 Kilogramm und lässt sich in Vor- und Endstufe auftrennen; der HA-300 ist der Einstieg darunter.
| Modell | Typ | Neupreis DM |
|---|---|---|
| Hitachi HA-300 | Vollverstärker | 448 |
| Hitachi HA-610 | Vollverstärker, 2 × 70 W | 998 |
Beide Zeilen stehen mit Kaufkraftrechner in der Neupreis-Liste. Die Preise der Geräte auf dieser Seite stehen in den Steckbriefen: HT-840 rund 1.300 DM, D-5500M rund 2.500 DM.
















Kommentarbereich geschlossen.