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Quad: Röhrenverstärker, Current-Dumping-Endstufen und Elektrostaten aus Huntingdon mit technischen Daten
12 Quad-Modelle von 1953 bis in die 1980er mit technischen Daten, 33 Archivfotos und Neupreisen in DM, dazu die Geschichte der Acoustical Manufacturing Company aus Huntingdon.
- Gegründet
- 1936, London
- Gründer
- Peter Walker
- Sitz ab 1941
- Huntingdon
- Auf dieser Seite
- 12 Modelle
Firmengeschichte kompakt
Quad steht für Quality Unit Amplified Domestic. Peter Walker gründete die Acoustical Manufacturing Company 1936 in London, 1941 zog die Firma nach Huntingdon. Der Röhrenverstärker QA12/P kam 1949, und ab 1953 begann mit der Mono-Endstufe Quad II und dem Vorverstärker QC II die Zeit, in der aus dem Namen ein Mythos wurde. Die Geräte wurden von Hand gebaut, sahen aus wie nichts anderes am Markt und blieben über Jahrzehnte im Programm; die Endstufe 303 zum Beispiel von 1967 bis 1985.
1957 folgte der Elektrostat ESL-57, 1958 der Vorverstärker Quad 22. 1967 brachte Quad mit dem 33 und dem 303 die ersten Transistorgeräte, 1975 die Current-Dumping-Schaltung im 405, die Peter Walker und Mike Albinson zum Patent anmeldeten. 1982 kam der Elektrostat ESL-63. Modischen Schnickschnack hat Quad nie mitgemacht, deshalb sind die Geräte heute so gefragt. Ein 405 oder ein 44 sieht nach fünfzig Jahren noch aus wie ein Werkzeug.
- 1936Acoustical Manufacturing Company von Peter Walker in London gegründet
- 1941Umzug nach Huntingdon
- 1949QA12/P, Röhrenverstärker
- 1953Quad II (Mono-Endstufe) und Vorverstärker QC II
- 1957/58Elektrostat ESL-57, Vorverstärker Quad 22
- 1967Quad 33 und 303: Umstieg auf Transistoren
- 1975Current Dumping im 405, Patent Walker und Albinson
- 1982Elektrostat ESL-63
Röhren-Ära 1953–1960er · 4 Modelle
Mit der Quad II und dem 22 fangen viele Sammler an: die Mono-Endstufe mit zwei KT66 und der Stereo-Vorverstärker mit Steckadaptern für den Tonabnehmer. Die Tuner AM II und FM 2 teilen sich mit dem 22 das Gehäuseformat von 267 mm Breite und 89 mm Höhe.
Röhren-Endstufe, Mono · ab 1953
Quad II
Partner des Vorverstärkers QC II, ab 1958 des Quad 22
-
Quad II: ein Mono-Block, für Stereo brauchst du zwei. Foto: Archiv hifi-studio.de -
Quad II, zweite Ansicht. Foto: Roman Meyer
| Prinzip | Röhren-Endstufe, Gegentakt, Mono |
|---|---|
| Röhren | 2 × EF86, 2 × KT66 |
| Vorverstärker dazu | QC II, ab 1958 Quad 22 |
| Neupreis | 470 DM je Mono-Block |
Leistung, Maße und Gewicht der Quad II fehlen in unserem Archiv. Du hast ein Datenblatt oder eine Bedienungsanleitung? Schreib uns.
Die Quad II ist der Verstärker, mit dem der Mythos anfing: eine Mono-Endstufe mit zwei EF86 am Eingang und zwei KT66 im Gegentakt, von 1953 an gebaut. Für Stereo stellst du zwei Blöcke nebeneinander; in unserer Neupreisliste steht jeder mit 470 DM. Die Vorstufe dazu war zuerst der QC II, ab 1958 der Quad 22.
Beim Gebrauchtkauf sehe ich mir zuerst die Ausgangsübertrager an, dann die Koppelkondensatoren. Röhren bekommst du neu, einen Übertrager nicht, und ein Block, der nach dem Einschalten brummt oder nur leise spielt, hat meist dort sein Problem.
Röhren-Vorverstärker, Stereo · ab 1958
Quad 22
Nachfolger des QC II, Vorstufe zur Quad II
| Röhren | 2 × EF86, 2 × ECC83 |
|---|---|
| Eingangsempfindlichkeit Phono | ab 3 mV je nach Steckadapter |
| RIAA-Entzerrung | ± 1 dB |
| Frequenzbereich | 20–20.000 Hz ± 0,5 dB |
| Geräuschspannungsabstand | über 70 dB |
| Klirrfaktor | 0,02 % 1 kHz |
| Maße (B × H × T) | 267 × 89 × 165 mm |
| Gewicht | 3,2 kg |
| Neupreis | 498 DM |
Der 22 löste 1958 den QC II ab und ist der Stereo-Vorverstärker zur Quad II. Die Klangregelung arbeitet für den rechten und den linken Kanal getrennt, und die Phono-Empfindlichkeit passt du über Steckadapter an den Tonabnehmer an, ab 3 mV aufwärts. Wer einen 22 heute betreiben will, sucht sich deshalb zuerst den passenden Adapter für sein System.
Zwei EF86 und zwei ECC83 reichen für die ganze Verstärkung; 0,02 % Klirr bei 1 kHz und über 70 dB Geräuschspannungsabstand waren 1958 Werte, die kaum ein Konkurrent erreichte. In der Preisliste steht der 22 mit 498 DM, die Quad II mit 470 DM je Block: Eine komplette Stereo-Vorstufe mit zwei Endstufen kostete damals also rund 1.440 DM.
Röhren-Tuner für Mittel-, Lang- und Kurzwelle · Europa-Modell
Quad AM II
Quad AM 2
| Empfangsbereiche | MW 588–185 m LW 2.070–800 m KW 5,8–18,5 MHz |
|---|---|
| Ausgangsspannung | 100 mV bei 30 % Modulation |
| Röhren | EF89, ECH81, EBF89, EM84 |
| Maße (B × H × T) | 267 × 89 × 153 mm |
| Gewicht | 2,5 kg |
Der AM II ist das Europa-Modell mit Mittel-, Lang- und Kurzwelle; die Abstimmanzeige übernimmt ein magisches Auge vom Typ EM84. Mit 267 mm Breite passt er genau neben den 22 und sieht im Regal aus wie dessen Zwilling. Heute ist er eher ein Stück für die Sammlung als ein Gerät für den Alltag, weil auf Mittel- und Langwelle kaum noch jemand sendet.
Röhren-UKW-Tuner, Mono · 1963
Quad FM 2
| Empfindlichkeit | 3 µV IHF |
|---|---|
| Selektivität | −17 dB |
| Maße (B × H × T) | 267 × 89 × 153 mm |
| Gewicht | 2,7 kg |
Der FM 2 von 1963 ist ein Mono-Tuner; Stereo-UKW kam bei Quad erst 1967 mit dem FM 3. Mit 3 µV Empfindlichkeit nach IHF holt er Ortssender sauber herein, und wer ihn an den 22 hängt, hat eine komplette Röhrenanlage aus einem Guss. Für Stereo-Empfang nimmst du den Nachfolger, der in unserem Ratgeber zum Trio steht.
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Transistor-Ära 1967–1980er · 7 Modelle
1967 stieg Quad auf Transistoren um, mit dem Vorverstärker 33 und der Endstufe 303. Das Trio hat bei uns eine eigene Seite; hier stehen die Nachfolger 44, 34 und 405 mit Daten und Fotos, dazu die Tuner AM 3 und FM 4 und die Mono-Endstufe 50E.
Vorverstärker, Stereo-Endstufe und UKW-Tuner · 1967–1985
Quad 33, 303 und FM3
Das Trio aus Huntingdon, Nachfolger der 22er-Serie
-
33, FM3 und 303 als Anlage: Vorstufe und Tuner passen in ein gemeinsames Holzgehäuse. -
Quad 33: Eingangsempfindlichkeit über austauschbare Steckplatinen. -
Quad FM3: Stereo-UKW-Tuner von 1967. -
Quad 303: 2 × 45 W an 8 Ω, von 1967 bis 1985 gebaut.
| Quad 33 | Stereo-Vorverstärker, 260 × 92 × 165 mm, 3 kg |
|---|---|
| Quad 303 | Stereo-Endstufe, 2 × 45 W IHF, 8 Ω, 8,2 kg |
| Quad FM3 | UKW-Tuner 88–108 MHz, Stereo, 2,7 kg |
| Bauzeit | 1967–1985 |
| Neupreis 1975 | 33: 750 DM · FM3: 800 DM · 303: 798 DM |
Das Trio aus Vorverstärker 33, Endstufe 303 und Tuner FM3 war Quads Einstieg in die Transistortechnik und blieb von 1967 bis 1985 im Programm. Der 33 bekommt seine Eingangsempfindlichkeit über austauschbare Steckplatinen, der 303 liefert 2 × 45 W an 8 Ω und lief auch in Tonstudios und bei Rundfunkanstalten. 1984 kostete der 303 noch 940 DM, 1975 waren es 798 DM.
Alle Messwerte, die Rückseiten mit den DIN-Buchsen und das Holzgehäuse für 33 und FM3 zeigen wir auf der eigenen Seite zum Trio.
Mittelwellen-Tuner
Quad AM 3
| Gerätetyp | Tuner für Mittelwelle (AM) |
|---|
Mehr als Foto und Gattung gibt unser Archiv zum AM 3 nicht her. Du hast ein Datenblatt oder eine Preisliste? Schreib uns.
Der AM 3 ist Quads Mittelwellen-Tuner aus der Transistorzeit, das Gegenstück zum UKW-Tuner FM3. Wer heute einen sucht, tut das als Sammler, denn Mittelwellenprogramme gibt es in Deutschland praktisch nicht mehr.
Endstufe, Mono
Quad 50E
| Gerätetyp | Mono-Endstufe |
|---|
Leistung, Maße und Baujahr des 50E fehlen uns. Du hast ein Datenblatt? Schreib uns.
Vom 50E haben wir ein Foto und die Gattung: eine Mono-Endstufe, also wie bei der Quad II zwei Geräte für Stereo. Daten dazu nehmen wir gern auf.
Stereo-Endstufe, Current Dumping · ab 1975
Quad 405
-
Quad 405: die Endstufe, mit der Current Dumping 1975 auf den Markt kam. -
Quad 405, Front mit Kühlrippen -
Quad 405, Rückseite -
Quad 405, Rückseite links: Eingang und Lautsprecherausgänge -
Quad 405, Rückseite rechts: Sicherung und Netzbuchse -
Quad 405, Innenansicht von oben -
Quad 405, Innenansicht mit Rückwand -
Quad 405 unter Vorverstärker 34 und Tuner FM 4
| Sinusleistung | 2 × 50 W IHF, 8 Ω |
|---|---|
| Lautsprecher | 4–16 Ω |
| Klirrfaktor | 0,01 % 0,05 % bei Nennleistung |
| Leistungsbandbreite | 10–50.000 Hz |
| Frequenzgang | 20–20.000 Hz +0/−0,5 dB |
| Eingang | 0,5 V / 20 kΩ für Vollaussteuerung |
| Begrenzung | bei 20 V Ausgangsspannung |
| Fremdspannungsabstand | 100 dB |
| Geräuschspannungsabstand | 95 dB |
| Übersprechdämpfung | 80 dB |
| Maße (B × H × T) | 340 × 115 × 195 mm |
| Gewicht | 9 kg |
| Neupreis 1975 | 1.298 DM |
Current Dumping heißt: Ein kleiner, sehr sauberer Verstärker führt das Signal, ein kräftiger und einfach aufgebauter Stromlieferant liefert die Leistung, und eine Brückenschaltung hält dessen Fehler vom Ausgang fern. Peter Walker und Mike Albinson meldeten das Prinzip zum Patent an, der 405 war 1975 das erste Gerät damit. Für dich heißt das: kein Ruhestrom, der sich verstellt, und eine Endstufe, die mit 0,5 V am Eingang bereits voll ausgesteuert ist.
Eine Begrenzung greift bei 20 V Ausgangsspannung und schützt Lautsprecher und Endstufe. Zum ESL 57 mit seiner Grenze von 33 V passt der 405 deshalb besser als jede stärkere Endstufe. Wie alle Quad-Geräte ist er übersichtlich und servicefreundlich aufgebaut, die Innenansichten zeigen das. 1975 kostete er 1.298 DM.
Stereo-Vorverstärker, modular · ab Ende 1979
Quad 44
Nachfolger des Quad 33
-
Quad 44: Eingangswahl elektronisch, Empfindlichkeit auf der Oberseite einstellbar. -
Quad 44, Front mit beleuchteten Eingangstasten -
Quad 44, Front links: Eingangstasten und Bassregler -
Quad 44, Front Mitte: Bass, Tilt und Filter -
Quad 44, Front rechts: Filter, Lautstärke und Balance -
Modulwechsel: zwei Schrauben lösen, Modul ziehen. -
Quad 44, Bedienelemente mit Beschriftung
| Eingangsempfindlichkeit Phono 1 | 1 / 3 / 10 mV umschaltbar, 47 kΩ, 180 pF |
|---|---|
| RIAA-Entzerrung | ± 0,5 dB |
| Eingangsempfindlichkeit AUX 1+2, Tuner, Tape | 100 mV / 25 kΩ |
| Ausgangsspannung | 500 mV, 1,6 V oder 5 V |
| Klirrfaktor | 0,02 % |
| Leistungsbandbreite | 10–60.000 Hz |
| Frequenzgang | 30–20.000 Hz +0/−1 dB |
| Kanaltrennung | 42 dB |
| Fremdspannungsabstand | Phono 1 mV: 63 dB · 3 mV: 72 dB · 10 mV: 82 dB Tuner, Tape: 86 dB |
| Geräuschspannungsabstand | 100 dB |
| Steckplätze | 5 ab Werk: Tuner, AUX, Phono MM, 2 × Tape |
| Netzspannung | 110 / 120 / 220 / 240 V |
| Maße (B × H × T) | 321 × 103 × 207 mm |
| Gewicht | 4 kg |
Den Neupreis des 44 haben wir nicht. Du hast eine Quad-Preisliste von 1980? Schreib uns.
Der 44 löste Ende 1979 den 33 ab und war Quads erster Vorverstärker in komplett modularer Bauweise: fünf Steckplätze, ab Werk mit Tuner, AUX, Phono MM und zwei Tape-Modulen belegt, jedes Modul mit zwei Schrauben gewechselt. Die Empfindlichkeit der Module stellst du an einem kleinen Feld auf der Oberseite ein, die Eingangswahl läuft elektronisch statt über Schaltkontakte, und am Ausgang wählst du zwischen 500 mV, 1,6 V und 5 V.
Für mich ist er der Quad-Vorverstärker, den ich heute zuerst empfehle: Phono mit 1, 3 oder 10 mV für praktisch jedes MM-System, 100 dB Geräuschspannungsabstand, und ein Aufbau, bei dem ein defektes Modul den Rest des Geräts nicht lahmlegt. Die Endstufe dazu war der 303, später der 405.
Stereo-Vorverstärker
Quad 34
| Gerätetyp | Stereo-Vorverstärker |
|---|---|
| Kombination | mit Endstufe 405 und Tuner FM 4 |
Daten und Neupreis des 34 fehlen uns. Du hast ein Datenblatt? Schreib uns.
Vom Quad 34 haben wir nur dieses Foto: der Vorverstärker im Stapel mit der Endstufe 405 und dem Tuner FM 4, Quads Kombination der frühen Achtziger. Wer einen 34 besitzt und die Daten kennt, hilft uns mit einer Nachricht weiter.
UKW-Tuner, Stereo · ab November 1981
Quad FM 4
| Frequenzbereich | 88–108 MHz |
|---|---|
| Empfindlichkeit | 2,7 µV IHF, Mono 25 µV Stereo |
| Klirrfaktor | 0,01 % |
| Ausgangsspannung | 100 mV bei 30 % Modulation |
| Netzspannung | 220–240 / 110–120 V umschaltbar |
| Maße (B × H × T) | 321 × 64 × 207 mm |
| Gewicht | 3 kg |
Der FM 4 kam im November 1981 als Tuner zum 44 und zum 34, mit denselben 321 mm Breite. 2,7 µV für Mono und 25 µV für Stereo nach IHF sind Werte eines empfindlichen Empfängers, und 0,01 % Klirr liegt auf dem Niveau der Endstufe 405. Die Innenansicht zeigt, wie aufgeräumt Quad damals baute.
Leichte, kühle Endstufen gibt es heute als Class D: Class-D-Verstärker-Kaufberatung ›
Lautsprecher 1957–1980er · 1 Modell
Der Elektrostat ESL-57 ist Quads bekanntestes Produkt. 1982 folgte der ESL-63; zu ihm hat unser Archiv noch keine Daten, wer welche hat, meldet sich bitte.
Elektrostatischer Lautsprecher · ab 1957
Quad ESL 57
ESL-57, „the Quad“
| Prinzip | Elektrostat |
|---|---|
| Frequenzgang | 45–18.000 Hz |
| Schalldruck | 93 dB 1 W / 1 m |
| Impedanz | 15–30 Ω |
| Belastbarkeit | 33 V Spannungsgrenze |
| Maße (B × H × T) | 867 × 787 × 267 mm |
| Gewicht | 18 kg |
Der Neupreis des ESL 57 fehlt in unseren Listen. Du hast eine Quad-Preisliste? Schreib uns.
Der ESL 57 von 1957 ist der Lautsprecher, für den Quad bis heute steht: eine hauchdünne Membran, die zwischen zwei Elektroden im Hochspannungsfeld schwingt, ohne Gehäuse und ohne Konusse. 93 dB bei einem Watt sind ordentlich, die Impedanz liegt zwischen 15 und 30 Ω, und die Grenze von 33 V ist eine Spannungsgrenze, kein Leistungswert. Eine Endstufe, die wie der 405 bei 20 V abregelt, ist deshalb der sichere Partner; ein 200-Watt-Bolide kann das Panel überlasten.
Mit 867 mm Breite und 787 mm Höhe braucht der ESL 57 Platz und Abstand zur Rückwand, denn er strahlt nach hinten genauso ab wie nach vorn. Beim Gebrauchtkauf lässt du ihn leise spielen und hörst auf Knistern: Das zeigt Staub oder Feuchtigkeit im Panel, und die Instandsetzung ist Sache eines Spezialisten.
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