HiFi-KlassikerHerstellerEngland
Leak: Röhrenverstärker, Sandwich-Lautsprecher und Tuner aus London mit technischen Daten
9 Leak-Modelle von 1945 bis in die 1970er mit technischen Daten, sechs Fotos der Sandwich-Box Leak 300 und Neupreisen in DM.
- Gegründet
- 1934
- Gründer
- Harold J. Leak
- Bekannt für
- Point One, Sandwich
- Auf dieser Seite
- 9 Modelle
Firmengeschichte kompakt
Harold Joseph Leak, geboren am 8. Januar 1907, lernte Verstärkertechnik ab 1922 in einem Kino und baute ab 1926 unter eigenem Namen tragbare Mikrofone, 1927 einen Tonabnehmer für Schellackplatten, einen zweistufigen Verstärker und einen Lautsprecher nach dem Moving-Coil-Prinzip von Rice und Kellogg. Am 14. September 1934 wurde H.J. Leak & Co. offiziell gegründet, damals in der Dalling Road in Hammersmith. 1936 lieferte die Firma einen 13-Watt-PA-Verstärker mit PX25-Trioden im Gegentakt für eine Ausstellung zu den Olympischen Spielen, Frequenzgang 40 Hz bis 12 kHz bei ±1 dB. Chefentwickler wurde Ted Ashley, der bis Ende der Sechziger blieb. 1940 zerstörten Bomben die Werkstatt, Leak zog in die Uxbridge Road nach Shepherd’s Bush um und baute weiter Verstärker.
Im September 1945 kam der Typ 15, der erste „Point One“: 15 Watt bei 0,1 Prozent Klirrfaktor, zu einer Zeit, in der 2 Prozent als anständig galten. 1948 folgte der dreistufige TL/12, mit dem Leak den HiFi-Boom der Fünfziger und Sechziger dominierte, dazu der Umzug ins Art-déco-Werk an der Westway, Brunel Road. 1949 stellte Harold Leak den TL/12 auf der AES-Ausstellung in New York vor und baute den Export auf, in die USA, nach Australien, Asien, Südafrika und Neuseeland; 1951 bestellte die BBC TL/12-Endstufen mit angepasstem Eingang. Es folgten Stereo 20 (1958), der Sandwich-Lautsprecher (1961) und der Transistorverstärker Stereo 30 (1963), bis Harold Leak die Firma 1969 an die Rank Organisation verkaufte. Die Geräte der Rank-Jahre hielten die Qualität nicht, Mitte der Siebziger endete die Produktion. Harold Leak starb am 27. August 1989 auf Jersey; das Werk an der Westway wurde 1996 abgerissen.
- 1934H.J. Leak & Co. offiziell gegründet, Dalling Road, Hammersmith
- 1945Typ 15 „Point One“: 15 W, 0,1 % Klirr, KT66 als Trioden, 26 dB Gegenkopplung
- 1948TL/12 mit dreistufiger Schaltung, dazu S-Tonarm und MC-Tonabnehmer; neues Werk Westway, Brunel Road
- 1955Troughline, Leaks UKW-Tuner; 1958 Troughline II
- 1958Stereo 20 und Stereo 50 mit neuen Stereo-Vorverstärkern
- 1961Erster Sandwich-Lautsprecher nach Donald Barlows Konstruktion; eigenes Werk in Norwich
- 1963Stereo 30 mit Germanium-Transistoren, quasikomplementär nach H. C. Lin
- 1969Verkauf an die Rank Organisation, Harold Leak scheidet aus
Lautsprecher ab 1961 · 1 Modell
Nach dem Point-One-Verstärker ist die Sandwich-Membran Leaks zweite bekannte Entwicklung: Donald Barlow beschrieb ihre Vorteile im Dezember 1958 in der Wireless World, 1961 kam die erste Box. Die Nachfrage war so groß, dass Leak dafür ein eigenes Werk in Norwich baute.
Lautsprecher, 2 Wege, geschlossen · Sandwich-Serie ab 1961
Leak 300 Sandwich
Leak Sandwich 300
-
Leak 300 als Paar ohne Bespannung: unten der 200-mm-Tieftöner mit Sandwich-Membran, oben die zwei Hochtöner. Foto: Siegfried Schwarz -
Schräg von vorn: Walnussgehäuse, Schallwand hinter einem Aluminiumrahmen, Bespannung abgenommen. Foto: Siegfried Schwarz -
Einzelbox von vorn: die Nummer 3102/0 steht handschriftlich auf der Schallwand. Foto: Siegfried Schwarz -
Detail: die Hochtönerpaare sitzen auf gemeinsamen Montageplatten über dem Tieftöner. Foto: Siegfried Schwarz -
Tieftöner: 200 mm, Sandwich-Membran mit heller Haut, breite Sicke. Hier prüfst du beim Kauf auf Risse. Foto: Siegfried Schwarz -
Hochtöner: zwei Stück je Box, 100 mm, mit Verfärbungen am Rand, die beim Alter normal sind. Foto: Siegfried Schwarz
| Prinzip | passiv, 2 Wege, geschlossen |
|---|---|
| Impedanz | 4–8 Ω |
| Tieftöner | 1 × 200 mm |
| Hochtöner | 2 × 100 mm |
| Übergangsfrequenz | 3.000 Hz, 12 dB/Oktave |
| Frequenzgang | 40–20.000 Hz (−3 dB) |
| Resonanzfrequenz | 40 Hz |
| Verstärkerleistung | ab 18 W Sinus empfohlen |
| Schalldruck | 85 dB 1 W / 1 m |
| Maße (B × H × T) | 280 × 509 × 260 mm |
| Gewicht | 10 kg |
Der Neupreis der Leak 300 fehlt uns noch. Du hast eine Leak-Preisliste? Schreib uns.
Die Leak 300 ist die kompakte Sandwich-Box: 509 mm hoch, geschlossen, mit einem 200-mm-Tieftöner und zwei 100-mm-Hochtönern, die bei 3.000 Hz mit 12 dB pro Oktave übernehmen. Die Sandwich-Membran arbeitet als steifer Kolben, Barlow nannte das „Piston Action“: Eine Membran, die sich im Arbeitsbereich nicht verbiegt, verfärbt den Klang nicht. Mit 85 dB bei einem Watt braucht die Box Leistung; Leak verlangte mindestens 18 Watt Sinus, ich würde ihr eher 30 bis 50 Watt pro Kanal geben.
Beim Gebrauchtkauf nimmst du die Bespannung ab. Die Fotos zeigen, worauf du achtest: Die Sicke des Tieftöners muss weich und ohne Risse sein, die Hochtöner ohne Dellen, und die Nummer auf der Schallwand, hier 3102/0, sollte auf beiden Boxen zur selben Serie gehören.
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Röhrenverstärker 1945–1960er · 4 Modelle
Point One stand für 0,1 Prozent Klirrfaktor bei Nennleistung, erreicht mit 26 dB Gegenkopplung über vier Stufen. 1945 war das ein Sprung, als 2 Prozent als anständig galten.
Röhren-Endstufe, Mono · ab September 1945
Leak Typ 15 „Point One“
Point One, die „Nummer eins“-Reihe
| Leistung | 15 W |
|---|---|
| Klirrfaktor | 0,1 % bei Nennleistung |
| Endröhren | 2 × KT66 im Gegentakt, als Trioden geschaltet |
| Gegenkopplung | 26 dB über vier Stufen |
| Schaltung | vierstufig, der Williamson-Topologie ähnlich |
Der Typ 15 ist der erste Point One: 15 Watt aus zwei KT66 im Gegentakt, als Trioden geschaltet, mit 26 Dezibel Gegenkopplung über vier Stufen. Die Schaltung ähnelt dem Williamson-Verstärker, der erst 1947 in der Wireless World erschien; Leak war also zwei Jahre früher dran. Für Sammler ist der Typ 15 der Urahn, der TL/12 von 1948 das Gerät, das man tatsächlich findet.
Röhren-Endstufe, Mono · ab 1948
Leak TL/12
- TL/12
- TL/25
- TL/12 Plus
- TL/25 Plus
- TL/50 Plus
| Leistung | 12 W TL/25: 25 W |
|---|---|
| Klirrfaktor | 0,1 % bei Nennleistung |
| Schaltung | dreistufig |
| Sonderversion | BBC-Ausführung 1951 mit Eingangsdämpfer und Übertrager |
1948 ersetzte Leak die vier Stufen des Typ 15 durch drei und nannte das Ergebnis TL/12: gleiche Leistungsklasse, gleiche 0,1 Prozent, geringere Kosten. Dieser Verstärker trug die Firma durch die Fünfziger und Sechziger. 1949 ging Harold Leak mit TL/12 und dem Vorverstärker RC/PA auf Tournee durch Großbritannien und spielte live gegen die Konkurrenz, mit einem STC-4033-Mikrofon als Quelle; im selben Jahr stand das Set auf der AES-Ausstellung in New York. 1951 bestellte die BBC TL/12-Endstufen mit angepasstem Eingangsdämpfer und Übertrager. Die 25-Watt-Version hieß TL/25.
Röhren-Endstufen, Mono · ab 1956
Leak TL/12 Plus, TL/25 Plus und TL/50 Plus
| Modelle | TL/12 Plus · TL/25 Plus · TL/50 Plus |
|---|---|
| Vorverstärker | überarbeitete Mono-Vorstufen mit Kunststofffront |
| Bauzeit | ab 1956 bis Mitte der 1960er TL/50 Plus bis Ende der 1960er |
Die Plus-Serie von 1956 brachte die Point-One-Technik in drei Leistungsklassen, 12, 25 und 50 Watt, zusammen mit neu gestalteten Mono-Vorverstärkern hinter Kunststofffronten. Röhrenverstärker baute Leak bis Mitte der Sechziger, den TL/50 Plus als stärkstes Modell bis zum Ende des Jahrzehnts. Wer eine Plus-Endstufe kauft, sucht am besten gleich den Mono-Vorverstärker derselben Serie dazu.
Röhren-Stereo-Endstufen · ab 1958
Leak Stereo 20 und Stereo 50
| Modelle | Stereo 20 · Stereo 50 |
|---|---|
| Vorverstärker | neue Stereo-Vorverstärker, ab 1958 |
| Zeitgleich | Troughline II, UKW-Tuner |
Leistung und Röhrenbestückung tragen wir nach, sobald eine Prospektkopie vorliegt. Du hast eine? Schreib uns.
Mit Stereo 20 und Stereo 50 stieg Leak 1958 auf Stereo um, zusammen mit neuen Stereo-Vorverstärkern und dem Tuner Troughline II. Der Stereo 20 ist heute der Leak, den die meisten Sammler zuerst suchen. Prüf beim Kauf, ob Ausgangsübertrager und Netztrafo original sind; sie sind das Teure an einem Röhrenverstärker dieser Zeit.
Transistorverstärker 1963–1970er · 2 Modelle
1963 stellte Leak auf Transistoren um, zuerst mit Germanium, 1968 mit den Silizium-Typen 2N3055. Beide Verstärker nutzen eine quasikomplementäre Endstufe nach H. C. Lin.
Transistor-Vollverstärker · ab 1963
Leak Stereo 30
| Endstufe | quasikomplementär nach H. C. Lin |
|---|---|
| Transistoren | Germanium |
| Neupreis | 990 DM |
Mit dem Stereo 30 stieg Leak 1963 auf Transistoren um, und er wurde ein Verkaufserfolg: Germanium-Transistoren in einer quasikomplementären Endstufe nach H. C. Lin, in der deutschen Preisliste mit 990 DM geführt. Germanium-Endstufen aus den Sechzigern laufen selten ohne Überholung; wer einen Stereo 30 kauft, plant die gleich ein.
Transistor-Vollverstärker · ab 1968
Leak Stereo 70
| Endstufe | quasikomplementär |
|---|---|
| Transistoren | 2N3055, Silizium |
Der Stereo 70 von 1968 ersetzte das Germanium durch die 2N3055, den klassischen Silizium-Leistungstransistor jener Jahre, wieder in quasikomplementärer Schaltung. Im Alltag ist er darum der robustere der beiden: Den 2N3055 gibt es bis heute, Ersatz ist kein Problem.
Tuner 1955–1960er · 1 Modell
UKW-Tuner · ab 1955
Leak Troughline, Troughline II und III
- Troughline
- Troughline II
- Troughline III
| Troughline | 1955, UKW-Tuner |
|---|---|
| Troughline II | ab 1958, zusammen mit Stereo 20 und 50 |
| Neupreis Troughline III | 690 DM mit Decoder |
Der Troughline kam 1955, 1958 folgte der Troughline II zusammen mit den Stereo-Verstärkern. Der Troughline III stand mit 690 DM inklusive Decoder in der deutschen Preisliste. Bei den früheren Troughlines prüfst du vor dem Kauf, ob ein Stereo-Decoder dabei ist; ohne ihn bleibt der Tuner ein Mono-Gerät.
Rank-Ära: Receiver, Verstärker und Tuner 1969–Mitte 1970er · 1 Modell
Nach dem Verkauf an Rank trug eine Reihe von Receivern, Verstärkern und Tunern das Leak-Logo. Die Qualität erreichte die der Westway-Jahre nicht, der Erfolg blieb aus, Mitte der Siebziger endete die Produktion. Die deutschen Neupreise zeigen, wo Rank die Marke sah: in der Mittelklasse.
Receiver, Verstärker und Tuner · Anfang bis Mitte der 1970er
Leak 2000, Delta und 3200: die Rank-Serie
- 2000
- Delta 30
- Delta 70
- Delta 75
- 3200
- 2100
- 2200
- 2300
- 3900A
| Leak 2000 | Receiver · 1.048 DM |
|---|---|
| Leak 2100 | Verstärker · 648 DM |
| Leak 2200 | Verstärker · 789 DM |
| Leak 2300 | Tuner · 648 DM |
| Leak 3900A | Verstärker · 1.298 DM |
Für Delta 30, Delta 70, Delta 75 und 3200 fehlen uns Neupreis und Daten. Du hast einen Prospekt? Schreib uns.
Leak 2000 und 3200 sowie die Delta-Modelle 30, 70 und 75 waren die Receiver der Rank-Jahre, dazu kamen die Verstärker 2100, 2200 und 3900A und der Tuner 2300. In der deutschen Preisliste stand der Receiver 2000 mit 1.048 DM, die Verstärker 2100 und 2200 mit 648 und 789 DM, der 3900A mit 1.298 DM und der Tuner 2300 mit 648 DM. Als Sammlerstück stelle ich keines davon über einen Stereo 20 oder eine Sandwich-Box; als günstiger Einstieg in die Marke taugen sie, wenn der Preis stimmt.
Receiver mit Tuner und Phono heute: HiFi-Receiver-Kaufberatung mit aktuellen Modellen ›









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