Onkyo: Integra-Verstärker, CD-Player, Tuner, Receiver und Plattenspieler mit technischen Daten
9 Onkyo-Geräte von 1975 bis 1995 mit technischen Daten, 85 Archivfotos und Neupreisen in DM: die Plattenspieler CP-700M und CP-1260F, der Receiver TX-4500, die Integra-Vollverstärker A-8670, A-8850 und A-8870, die CD-Player DX-6850 und DX-6870 und der Tuner T-9890 mit Satellitenradio.
- Gegründet
- 1946
- Gründer
- Takeshi Godai
- Sitz
- Osaka, Japan
- Auf dieser Seite
- 9 Modelle
Firmengeschichte kompakt
Takeshi Godai gründete die Osaka Denki Onkyo K.K. am 17. September 1946 in Osaka; Onkyo heißt ungefähr Klangharmonie. Die ersten Produkte waren Tonarme und Tonabnehmer, daraus wurde ein Vollsortimenter mit Verstärkern, Tunern, Receivern, Plattenspielern und ab Mitte der Achtziger CD-Playern. Die besseren Geräte trugen den Zusatz Integra, der später zur eigenen Marke wurde. 1981 brachte Onkyo das erste Doppelkassettendeck für Endverbraucher, 1985 den ersten CD-Player mit optischer Signalübertragung.
Mitte der Siebziger stand Onkyo im HiFi-Geschäft mit dem Rücken zur Wand: Die Receiver TX-220, TX-330 und TX-440 galten klanglich als Mittelmaß, und das Geld reichte nur für zwei neue Modelle. TX-2500 und TX-4500 von Ende 1975, mit schneller Endstufe und einer Phonostufe, die ihrer Zeit voraus war, brachten die Wende; es folgten TX-1500 und TX-8500 und 1978 die Mark-II-Serie. Die Geräte dieser Seite reichen vom CP-700M von 1975 bis zum Tuner T-9890 von 1995. 2014 übernahm Onkyo die Heimelektronik von Pioneer, im Mai 2022 meldete Onkyo Home Entertainment Konkurs an; die Marken Onkyo und Integra führt seitdem ein Gemeinschaftsunternehmen von Premium Audio Company und Sharp weiter.
- 1946Takeshi Godai gründet die Osaka Denki Onkyo K.K. in Osaka; erste Produkte sind Tonarme und Tonabnehmer
- 1975CP-700M, Onkyos bester Plattenspieler der Siebziger; Ende 1975 TX-2500 und TX-4500 lösen TX-220, TX-330 und TX-440 ab
- 1978Mark-II-Serie der TX-Receiver, Unterschiede vor allem optisch
- 1980CP-1260F und CP-1280F, quarzgeregelte Vollautomaten mit Kohlefaserarm
- 1985Erster CD-Player mit optischer Signalübertragung
- 1992Integra-Generation A-8850, A-8870, DX-6850 und DX-6870
- 1995T-9890, UKW-Tuner mit RDS und digitalem Satellitenradio DSR
- 2022Konkurs von Onkyo Home Entertainment; die Marke geht an Premium Audio Company und Sharp
Plattenspieler 1975–1982 · 2 Modelle
Zwei Laufwerke hat das Archiv mit Daten: den manuellen Direkttriebler CP-700M, in den Siebzigern Onkyos bester Spieler, und den quarzgeregelten Vollautomaten CP-1260F mit Kohlefaserarm. Daneben verkaufte Onkyo in Deutschland 1976 bis 1980 die günstigeren CP-60A (600 DM, mit System OC 27V), CP-55A (500 DM, OC 29M) und CP-30M (400 DM, OC 24MA); CP 3300F, CP 6600A, CP 550AC, CP 8800F, CP 770FC, CP 850F und PX 8F kamen nicht nach Deutschland.
Plattenspieler, Direktantrieb, manuell · 1975–1979
Onkyo CP-700M
- CP-30M
- CP-55A
- CP-60A
- CP-700M
-
Von schräg oben mit geöffneter Haube: Holzzarge, Stroboskoprand am Teller, Pitch-Regler links vorn -
Ohne Plattenteller: Antriebsmotor in der Holzzarge -
Der Gleichstrommotor des Direktantriebs -
Rückseite: Cinch-Ausgang, Masseklemme und Typenschild -
Bedienfeld rechts: Drehzahlwahl 33/45 und Netzschalter -
Speed Control: Feinregler für 33 und 45 U/min -
Tonarm mit Lift und Armstütze -
Tonarmlager mit Antiskating-Einstellung -
Tonarmlager und Gegengewicht von hinten -
Holzzarge mit Plakette „Onkyo Direct Drive Player“
| Antrieb | Direktantrieb, Gleichstrommotor |
|---|---|
| Geschwindigkeiten | 33⅓ und 45 U/min, Feinregelung ±2 % |
| Hochlaufzeit | 2,2 s (33⅓ U/min) |
| Plattenteller | 30 cm, Aluminium-Spritzguss, 1,6 kg |
| Gleichlaufschwankung | 0,04 % |
| Geräuschspannungsabstand | über 60 dB (DIN 45544) |
| Tonarm | Aluminium, mittelschwer, höhenverstellbar |
| Effektive Länge | 220 mm |
| Überhang | 14 mm |
| Spurfehlwinkel | 1,5° |
| Auflagekraft | 0–4 g |
| Gehäuse | ab 1978 auch schwarz |
| Abmessungen | 452 × 174 × 374 mm Haube geschlossen |
| Gewicht | 10,5 kg |
| Bauzeit | 1975–1979 |
| Neupreis ohne Tonabnehmer | 1976: 850 DM · 1979: 898 DM |
Der CP-700M war in den Siebzigern Onkyos bester Plattenspieler: Direktantrieb mit Gleichstrommotor, 33⅓ und 45 U/min mit ±2 % Feinregelung, ein 1,6 kg schwerer Teller aus Aluminium-Spritzguss und ein Tonarm, dessen Höhe du einstellen kannst. Das war bei kompletten Spielern dieser Preisklasse selten und erlaubt, Systeme unterschiedlicher Bauhöhe parallel zur Platte zu bringen. 850 DM kostete er 1976 ohne Tonabnehmer, 898 DM im Jahr 1979, ab 1978 gab es ihn auch in Schwarz.
Mit 220 mm effektiver Länge und 14 mm Überhang ist der Arm kürzer als die üblichen 230 bis 240 mm, der Spurfehlwinkel bleibt mit 1,5° im Rahmen. Beim Gebrauchtkauf höre ich zuerst auf den Motor: Direkttriebler dieser Generation laufen nach 45 Jahren nicht immer rund, 2,2 Sekunden Hochlaufzeit sind der Sollwert. Wer einen Vollautomaten mit Quarz will, findet ihn im CP-1260F von 1980.
Plattenspieler, Direktantrieb, Vollautomat · 1980–1982
Onkyo CP-1260F
- CP-1260F
- CP-1280F
-
Ohne Haube von schräg vorn -
Modellschriftzug und Drehzahl-Feinregler -
Bedienleiste: Feinregler, Quarzverriegelung, Repeat, Reject, Play -
Tasten für Netz, Drehzahl (33/45) und Plattengröße (17/30 cm) -
Tonarm von oben -
Tonarmlager mit Gegengewicht -
Headshell mit Tonabnehmer -
Gehäuseecke mit Onkyo-Schriftzug
| Antrieb | Direktantrieb, Gleichstrommotor, quarzgeregelt (abschaltbar) |
|---|---|
| Geschwindigkeiten | 33⅓ und 45 U/min, ohne Quarz ±6 % regelbar |
| Hochlaufzeit | 1,2 s (33⅓ U/min) |
| Plattenteller | 330 mm, Aluminium-Spritzguss |
| Gleichlaufschwankung | 0,025 % |
| Geräuschspannungsabstand | 75 dB (DIN 45544) |
| Tonarm | Kohlefaser, leicht, Headshell Kohlefaser, Steuerung über zweiten Motor |
| Effektive Länge | 237 mm |
| Überhang | 16 mm |
| Spurfehlwinkel | +2,5° / −0,8° |
| Systemgewicht | 4–11 g |
| Gehäuse | Klavierlack schwarz oder Echtholzfurnier |
| Abmessungen | 480 × 162 × 408 mm Haube geschlossen |
| Gewicht | 9,5 kg |
| Bauzeit | 1980–1982 |
Neupreis nicht in den Archivlisten. Du hast eine Preisliste von 1980? Schreib uns.
Der CP-1260F kam Ende 1980, zeitgleich mit dem CP-1280F, beide in schwarzem Klavierlack oder mit echtholzfurnierter Zarge. Der Direktantrieb ist quarzgeregelt, die Regelung lässt sich abschalten und die Drehzahl dann um ±6 % verstellen; Tonarm und Headshell sind aus Kohlefaser, und für Lift und Armbewegung sitzt ein zweiter Motor im Gehäuse. Der leichte Arm nimmt Systeme von 4 bis 11 g und passt zu nachgiebigen Nadeln, die auf einem schweren Arm der Siebziger unruhig laufen.
Gegenüber dem CP-700M sinkt die Gleichlaufschwankung von 0,04 auf 0,025 %, der Geräuschspannungsabstand steigt von 60 auf 75 dB, der Teller wächst auf 330 mm. CP-1260F und CP-1280F waren Onkyos schönste Spieler der Achtziger; was danach kam, hatte Kunststoffgehäuse. Wird einer angeboten, sollte man ihn nehmen und nur die Automatik prüfen, denn der zweite Motor und seine Mechanik haben vierzig Jahre Arbeit hinter sich.
Bevor du einen Onkyo aus den Siebzigern kaufst: Prüfpunkte für Vintage-Plattenspieler › und Tonarm-Daten mit Resonanzrechner ›
Receiver 1975–1980 · 1 Modell
Die TX-Receiver von Ende 1975 retteten Onkyos HiFi-Geschäft. Das Archiv dokumentiert den TX-4500 der ersten Serie; die Vorgänger TX-220, TX-330 und TX-440 kosteten 1.210, 1.310 und 1.450 DM, dazu standen TX-560 (1.695 DM), TX-660 (1.895 DM) und der Quadro-Receiver TS-500 (3.200 DM) in der Liste.
Stereo-Receiver UKW/MW · 1975–1978 · MK II 1978–1980
Onkyo TX-4500 MK I
- TX-1500
- TX-2500
- TX-4500
- TX-8500
-
Von schräg vorn -
Linke Fronthälfte mit Anzeigeinstrumenten -
Rechte Fronthälfte mit Abstimmknopf -
Rückseite -
Rückseite: drei Tape-Anschlüsse, auch als AUX nutzbar, Vor- und Endstufe auftrennbar -
Anschlüsse für drei Lautsprechergruppen
| Empfindlichkeit UKW | Mono 1,4 µV (DIN) · Stereo 50 µV |
|---|---|
| AM-Unterdrückung | 50 dB |
| ZF-Dämpfung | 100 dB |
| Kanaltrennung | 60 dB (1 kHz) |
| Klirrfaktor | Mono 0,2 % · Stereo 0,4 % |
| Gleichwellenselektion | 2 dB |
| Frequenzgang | 20–15.000 Hz ±1 dB |
| Trennschärfe | 42 dB (±300 kHz) |
| Geräuschspannungsabstand | Mono 70 dB · Stereo 65 dB |
| Mittelwelle | Empfindlichkeit 25 µV · Geräuschspannungsabstand 40 dB · Klirrfaktor 0,8 % |
| Abstimmung | Quartz-Lock-Tuning TX-2500: Servo-Lock |
| Sinusleistung | 2 × 55 W (8 Ω, 20–20.000 Hz, IHF) 2 × 65 W (8 Ω, DIN 1 kHz) |
|---|---|
| Klirrfaktor | 0,1 % (Vollast) · 0,08 % (1 W) |
| Kanaltrennung | 35 dB |
| Leistungsbandbreite | 2–80.000 Hz |
| Frequenzgang | 15–30.000 Hz ±1 dB |
| Dämpfungsfaktor | 50 (8 Ω) |
| Eingangsempfindlichkeit | Phono 1 + 2 MM: 2,5 mV / 50 kΩ Tape 1 (AUX), Tape 2 + 3: 150 mV / 50 kΩ |
| Phono RIAA | ±0,5 dB (20–20.000 Hz) |
| Geräuschspannungsabstand | Phono MM 65 dB (IHF-A) · AUX, Tape 80 dB · Fremdspannungsabstand 80 dB |
| Ausstattung | 3 Lautsprechergruppen, Vor- und Endstufe auftrennbar |
| Abmessungen | 488 × 163 × 400 mm |
| Gewicht | 16,5 kg |
| Bauzeit | MK I 1975–1978 · MK II 1978–1980 |
| Neupreis | 1975: 1.598 DM · MK II 1980: 1.748 DM |
Ende 1975 lösten TX-2500 und TX-4500 die Receiver TX-220, TX-330 und TX-440 ab, deren Endstufen mit mäßiger Anstiegsgeschwindigkeit klanglich als Mittelmaß galten. Mehr als zwei Modelle konnte sich Onkyo damals nicht leisten; es war der letzte Versuch, im Audiogeschäft zu bleiben. Die neuen Receiver bekamen Endstufen, die bei der Slew-Rate mit Harman Kardon wetteiferten, und eine Phonostufe mit minimaler RIAA-Abweichung, die erstaunlich gut klingt. Der Erfolg brachte Onkyo zurück an die Spitze, TX-1500 und TX-8500 folgten, 1978 die optisch überarbeitete Mark-II-Serie.
Der TX-4500 hat Quartz-Lock-Tuning, das den Sender mit großer Genauigkeit festhält, der kleinere TX-2500 ein Servo-Lock. Mit 2 × 55 Watt nach IHF, drei Tape-Anschlüssen, die auch als AUX dienen, und drei Lautsprechergruppen ist er ein schlichter, vollständiger Receiver, 1975 für 1.598 DM. Die DIN-Angabe von 2 × 65 Watt bei 1 kHz zeigt, warum du bei Leistungsdaten immer auf die Norm schauen musst; die Unterschiede erklären wir im Normen-Ratgeber.
Onkyos Nachfolger stehen heute im Heimkino: AV-Receiver im Vergleich ›, zweikanalig mit Phono in der HiFi-Receiver-Kaufberatung ›
Integra-Vollverstärker bis 1996 · 3 Modelle
Drei Integra-Vollverstärker hat das Archiv dokumentiert: den A-8670 mit motorgesteuerter Eingangswahl und die beiden rundlicheren A-8850 und A-8870 von 1992 bis 1996, die sich in Leistung und Gewicht unterscheiden. Alle drei haben einen MC-Eingang und eine abschaltbare Klangregelung.
Stereo-Vollverstärker
Onkyo A-8670 Integra
- A-8630
- A-8650
- A-8670
- A-8690
-
Frontdetail mit Modellbezeichnung -
Klangregler mit Direct Tone, Muting und Mono-Schalter -
Eingangswahltasten neben dem Lautstärkeregler -
Von schräg oben -
Rückseite von schräg hinten -
Cinch-Eingänge und Typenschild -
Lautsprecherklemmen für die Paare A und B
| Sinusleistung | 2 × 105 W (8 Ω, 20–20.000 Hz) |
|---|---|
| Klirrfaktor | 0,08 % (Vollast) |
| Eingangsempfindlichkeit | Phono MM: 2,5 mV / 50 kΩ Phono MC: 160 µV / 130 Ω AUX (CD), Tuner, Tape: 150 mV / 30 kΩ |
| Dämpfungsfaktor | 150 (1 kHz, 8 Ω) |
| Geräuschspannungsabstand | Phono MM 94 dB · Phono MC 75 dB · AUX, Tuner, Tape 107 dB |
| Frequenzgang | 2–50.000 Hz |
| Ausstattung | Eingangswahl motorgesteuert per Mikroprozessor, Klangregelung abschaltbar, Holzseitenteile als Zubehör |
| Abmessungen | 435 × 157 × 390 mm |
| Gewicht | 13,5 kg |
Bauzeit und Neupreis fehlen im Archiv. Du hast einen Prospekt? Schreib uns.
Der A-8670 Integra ist ein Vollverstärker der Spitzenklasse mit 2 × 105 Watt an 8 Ohm, MC-Eingang mit 160 µV an 130 Ω und einer Eingangswahl, die ein Mikroprozessor über Motoren schaltet; die Klangregelung lässt sich aus dem Signalweg nehmen, Holzseitenteile gab es als Zubehör. 94 dB Geräuschspannungsabstand am MM-Eingang und 107 dB an den Hochpegeleingängen sind Werte, die auch die späteren A-8850 und A-8870 nicht übertreffen.
Onkyo gab die Maximalleistung als dynamische Leistung an, also kurzzeitig an fallender Impedanz; für die Wahl der Lautsprecher zählt die Dauerleistung von 2 × 105 Watt. Beim Kauf drehe ich den Quellenwahlschalter einmal durch alle Stellungen; die motorisierte Umschaltung ist das Teil, das nach dreißig Jahren klemmen kann.
Stereo-Vollverstärker · 1992–1996
Onkyo A-8850 Integra
- A-8850
- A-8870
-
Frontdetail mit Modellbezeichnung -
Von schräg oben -
Frontansicht auf Augenhöhe -
Linke Frontseite: Netzschalter, Lautsprecherwahl, Klangregler -
Rechte Frontseite: Source Direct, Aufnahme- und Tonabnehmerwahl -
Eingangswahl und Lautstärkeregler -
Rückseite -
Cinch-Eingänge: Phono, Tuner, CD, DAT, AUX und zwei Tapes -
Lautsprecherklemmen für die Paare A und B
| Sinusleistung (IHF) | 2 × 70 W (8 Ω, 20–20.000 Hz) |
|---|---|
| Klirrfaktor | 0,08 % (Vollast) |
| Eingangsempfindlichkeit | Phono MM: 2,5 mV / 50 kΩ Phono MC: 150 µV / 130 Ω AUX, DAT, CD, Tuner, Tape: 150 mV / 30 kΩ |
| Dämpfungsfaktor | 150 (1 kHz, 8 Ω) |
| Geräuschspannungsabstand | Phono MM 93 dB · Phono MC 74 dB · Hochpegel 107 dB |
| Frequenzgang | 2–50.000 Hz |
| Aufbau | getrennte Stromversorgung je Kanal, diskrete Endstufen, eigener Trafo für die Phonostufe |
| Ausstattung | Klangregelung abschaltbar, Fernbedienung |
| Abmessungen | 455 × 170 × 424 mm |
| Gewicht | 16 kg |
| Bauzeit | 1992–1996 |
Neupreis nicht in den Archivlisten. Du hast eine Preisliste? Schreib uns.
Der A-8850 Integra lief von 1992 bis 1996 und trägt die rundlichere Front dieser Generation. Innen steckt mehr, als die Preisklasse vermuten lässt: getrennte Netzteile für beide Kanäle, diskret aufgebaute Endstufen, ein eigener Trafo nur für die Phonostufe, ein MC-Eingang, eine abschaltbare Klangregelung und eine Fernbedienung. 2 × 70 Watt an 8 Ohm reichen für Regal- und schlanke Standboxen in normalen Wohnräumen.
Was mich an dieser Generation stört, sind Onkyos Datenblätter. Im Gegensatz zu den frühen Geräten nannte der Hersteller die Leistung nur noch bei 1 kHz an 4 Ω, eine Zahl, die nach DIN gemessen zwangsläufig höher ausfällt als die IHF-Dauerleistung über das ganze Band. Dazu kam eine dynamische Leistung, die für die Lautsprecherwahl nichts taugt, denn der Schaltungstrick dahinter hat auch Nachteile. Der A-8870 ist baugleich und leistet 2 × 110 Watt; wer große oder wirkungsgradschwache Boxen hat, zahlt den Aufpreis.
Stereo-Vollverstärker · 1992–1996
Onkyo A-8870 Integra
- A-8850
- A-8870
-
Von schräg oben -
Frontdetail mit Modellbezeichnung -
Linke Frontseite: Klangregler und Eingangswahl -
Eingangswahl und Lautstärkeregler -
Rechte Frontseite: Source Direct, Aufnahme- und Tonabnehmerwahl -
Rückseite von schräg hinten -
Cinch-Eingänge und Fernbedienungsbuchse -
Lautsprecherklemmen für die Paare A und B -
Von schräg hinten
| Sinusleistung | 2 × 110 W (8 Ω, 20–20.000 Hz) |
|---|---|
| Klirrfaktor | 0,08 % (Vollast) |
| Eingangsempfindlichkeit | Phono MM: 2,5 mV / 50 kΩ Phono MC: 150 µV / 130 Ω AUX, DAT, CD, Tuner, Tape: 150 mV / 30 kΩ |
| Dämpfungsfaktor | 150 (1 kHz, 8 Ω) |
| Geräuschspannungsabstand | Phono MM 94 dB · Phono MC 75 dB · Hochpegel 107 dB |
| Frequenzgang | 2–50.000 Hz (−0/+1 dB) |
| Aufbau | getrennte Stromversorgung je Kanal, diskrete Endstufen, eigener Trafo für die Phonostufe |
| Ausstattung | Klangregelung abschaltbar, Fernbedienung RC-207S |
| Abmessungen | 455 × 170 × 424 mm |
| Gewicht | 17,5 kg |
| Bauzeit | 1992–1996 |
Neupreis nicht in den Archivlisten. Du hast eine Preisliste? Schreib uns.
Der A-8870 Integra ist der A-8850 mit mehr Leistung: gleiche Front, gleiche Konstruktion mit getrennten Netzteilen je Kanal, diskreten Endstufen und eigenem Phono-Trafo, dazu die Fernbedienung RC-207S. Er leistet 2 × 110 statt 2 × 70 Watt an 8 Ohm und bringt 1,5 kg mehr auf die Waage. Phono MM mit 94 dB Geräuschspannungsabstand und ein MC-Eingang mit 150 µV an 130 Ω machen ihn zum Verstärker für Plattenhörer, die keine externe Vorstufe wollen.
Auch hier gilt mein Einwand gegen Onkyos Leistungsangaben dieser Jahre, 1 kHz an 4 Ω und eine dynamische Leistung sagen wenig über das, was über das volle Band dauerhaft ankommt; die 2 × 110 Watt oben sind der Wert, mit dem ich rechne. Der A-8870 treibt auch größere Standboxen, und seine Bauteile sind weniger exotisch als die motorisierte Eingangswahl des älteren A-8670.
Vollverstärker mit Phono-Eingang gibt es heute kleiner und kühler: Class-D-Verstärker in der Kaufberatung ›
CD-Player ab 1992 · 2 Modelle
DX-6850 und DX-6870 sehen gleich aus und haben dieselben Daten. Der Unterschied steckt im Gehäuse: ein Trafo und Stahlblech beim 6850, zwei Trafos, Kupferchassis und selektierte Bauteile beim 6870. Beide gab es auch unter anderen Nummern, DX-706 und DX-708.
CD-Player · ab 1992
Onkyo DX-6850 Integra
auch als Onkyo DX-706 verkauft
- DX-6850
- DX-6870
-
Frontdetail mit Suchlauftasten und Modellbezeichnung -
Von schräg vorn -
Von schräg oben -
Netzschalter, Kopfhörerbuchse, Pegel- und Displayregler -
Schublade und Display -
Laufwerkstasten -
Linke Frontseite von schräg vorn -
Ausgänge: Cinch fest und regelbar, optisch digital, RI-Buchse -
Innen: ein AEI-Trafo, Innenchassis aus Stahlblech Foto: audiovintage.fr
| D/A-Wandler | 1 Bit × 2, Accu Pulse Quartz System |
|---|---|
| Fehlerkorrektur | CIRC |
| Abtastfrequenz | 352,8 kHz (8-fach Oversampling) |
| Frequenzgang | 2–20.000 Hz ±0,3 dB |
| Dynamikumfang | 100 dB |
| Geräuschspannungsabstand | 110 dB |
| Klirrfaktor | 0,002 % |
| Kanaltrennung | 110 dB (1 kHz) |
| Ausgang analog | 2 V |
| Ausgang digital | 0,5 V / 75 Ω (koaxial) |
| Aufbau | ein AEI-Netztrafo, Innenchassis aus Stahlblech, Standardbauteile |
| Ausstattung | Fernbedienung RC-217C, auch in Silber |
| Abmessungen | 445 × 130 × 364 mm |
| Gewicht | 8,0 kg |
| Bauzeit | ab 1992 |
Neupreis nicht in den Archivlisten. Du hast eine Preisliste? Schreib uns.
Der DX-6850 kam 1992 zusammen mit dem DX-6870 und wurde auch als DX-706 verkauft. Von außen sind die beiden kaum zu unterscheiden, der Unterschied zeigt sich erst mit offenem Deckel: Der DX-6850 hat einen einzelnen AEI-Trafo, ein Innenchassis aus Stahlblech und Bauteile aus dem Standardregal. Der Wandler ist ein Zwei-mal-1-Bit-Design mit 352,8 kHz, also achtfachem Oversampling, Fehlerkorrektur nach CIRC, der Digitalausgang koaxial mit 0,5 V an 75 Ω.
Die Papierwerte, 110 dB Geräuschspannungsabstand, 0,002 % Klirr, 110 dB Kanaltrennung, sind identisch mit denen des DX-6870, und trotzdem liegen die beiden klanglich weit auseinander, was am Aufwand in Netzteil und Chassis hängt. Als Einstieg in die Integra-Welt bleibt der DX-6850 Spitzenklasse, und er ist mit 8,0 kg kein Leichtgewicht. Beim Kauf prüfe ich Lade und Laser, bevor ich auf den Klang höre.
CD-Player · ab 1992
Onkyo DX-6870 Integra
auch als Onkyo DX-708 verkauft
- DX-6850
- DX-6870
-
Von schräg vorn -
Frontdetail mit Suchlauftasten und Modellbezeichnung -
Linke Frontseite: Netzschalter, Kopfhörerbuchse, Pegel- und Displayregler -
Schublade und Display -
Laufwerkstasten und Accupulse-Schriftzug -
Rückseite von schräg hinten -
Ausgänge: Cinch fest und regelbar, optisch digital, RI-Buchse -
Innen: zwei AEI-Trafos, Innenchassis aus Kupfer
| D/A-Wandler | 1 Bit × 2, Accu Pulse Quartz System |
|---|---|
| Fehlerkorrektur | CIRC |
| Abtastfrequenz | 352,8 kHz (8-fach Oversampling) |
| Frequenzgang | 2–20.000 Hz ±0,3 dB |
| Dynamikumfang | 100 dB |
| Geräuschspannungsabstand | 110 dB |
| Klirrfaktor | 0,002 % |
| Kanaltrennung | 110 dB (1 kHz) |
| Ausgang analog | 2 V |
| Ausgang digital | 0,5 V / 75 Ω (koaxial) |
| Aufbau | zwei AEI-Netztrafos, Innenchassis aus Kupfer, selektierte Bauteile |
| Ausstattung | Fernbedienung RC-218C, auch in Silber |
| Abmessungen | 445 × 130 × 364 mm |
| Gewicht | 8,8 kg |
| Bauzeit | ab 1992 |
Neupreis nicht in den Archivlisten. Du hast eine Preisliste? Schreib uns.
Der DX-6870 ist das Spitzenmodell des Paares von 1992, auch als DX-708 verkauft, und wer ihn neben den DX-6850 stellt, sieht keinen Unterschied. Innen liegt er: zwei AEI-Trafos für eine doppelte Stromversorgung, ein Innenchassis aus Kupfer statt Stahlblech und durchweg selektierte Bauteile, 800 Gramm Mehrgewicht gegenüber dem kleinen Bruder. Wandler, Oversampling und Ausgänge sind dieselben.
Gleiche Datenblätter, verschiedener Klang: Zwischen den beiden liegen Welten, und der DX-6870 ist die absolute Spitzenklasse unter Onkyos CD-Playern dieser Jahre. Es gab ihn in Schwarz und in Silber, die Fernbedienung heißt RC-218C. Mein Rat: Wer die Wahl hat, nimmt den 6870 und spart nicht am Aufpreis zum 6850.
Die CD-Sammlung spielt heute der Netzwerkplayer mit CD-Ripping oder Streaming ab: Netzwerkplayer in der Kaufberatung ›
Tuner 1995 · 1 Modell
Vom T-9890 abgesehen nennt das Archiv den T-9090 unter den besten Tunern der HiFi-Geschichte und den T-4055 mit 1.098 DM in der Preisliste. Der T-9890 ist ein Sonderfall: ein UKW-Spitzentuner, der zusätzlich digitales Satellitenradio empfing.
UKW-Tuner mit RDS und DSR, Quarz-Synthesizer · 1995
Onkyo T-9890
- T-4055
- T-9090
- T-9890
-
Linke Frontseite mit RDS- und DSR-Logo -
Fine/Mute-Taste und Modellbezeichnung T-9890DSR -
Drehknöpfe Frequency und Selector -
Display mit Tasten für Suchlauf, DSR-Speicher und Band -
Netzschalter, Antennen-, Speicher- und Modustasten -
Von schräg oben -
Rückseite -
Antennenbuchsen A und B, Typenschild -
Ausgänge: analog, RI-Buchse, DSR-Digitalausgang optisch und koaxial
| Empfindlichkeit UKW | 0,8 µV (S/N 20 dB, 75 Ω) |
|---|---|
| AM-Unterdrückung | 65 dB |
| ZF-Dämpfung | 100 dB |
| Trennschärfe | 80 dB (Narrow) |
| Spiegelfrequenzdämpfung | 100 dB |
| Klirrfaktor | Mono 0,003 % · Stereo 0,07 % |
| Kanaltrennung | 55 dB (1 kHz) |
| Gleichwellenselektion | 1,3 dB (1 kHz) |
| Frequenzgang | 30–15.000 Hz +0,5/−1 dB |
| Geräuschspannungsabstand | Mono 85 dB · Stereo 77 dB |
| Ausstattung | RDS, DSR-Empfang, ZF-Bandbreite Wide/Narrow/Supernarrow, variable Kanaltrennung, Dual-Gate-MOSFETs, batterielose Speichererhaltung, Fernbedienung |
| Abmessungen | 455 × 90 × 374 mm |
| Gewicht | 6,4 kg |
| Bauzeit | 1995 |
| Neupreis 1995 | 1.198 DM |
Der T-9890 kam 1995 als Quarz-Synthesizer-Tuner, der neben UKW mit RDS auch DSR empfing, das digitale Satellitenradio, das seit 1989 offiziell sendete. Andere Hersteller boten dafür reine DSR-Empfänger an; Onkyo kombinierte beides in einem Gehäuse. Dass DSR keine Zukunft hatte, zeichnete sich bald ab, die Käufer blieben aus, die Preise der reinen DSR-Geräte fielen ins Bodenlose. Wer einen T-9890 gekauft hatte, ärgerte sich über den toten Satellitenteil, behielt aber einen UKW-Tuner der Spitzenklasse.
0,8 µV Empfindlichkeit, 100 dB Spiegelfrequenzdämpfung, 0,003 % Klirr in Mono und 85 dB Geräuschspannungsabstand sind Spitzenwerte für einen Tuner der Neunziger. Die ZF-Bandbreite lässt sich dreifach schalten, Wide, Narrow und Supernarrow, dazu kommen eine variable Kanaltrennung, Dual-Gate-MOSFETs im Eingang, eine Speichererhaltung ohne Batterie und eine Fernbedienung. Nur knapp ein Jahr gebaut, 1.198 DM Neupreis: Für UKW-Hörer mit schwierigem Empfang ist er heute eine der besten Gelegenheiten dieser Seite.
DSR ist Geschichte, UKW läuft aus; Radio in guter Qualität gibt es heute per Internetradio › oder DAB+ ›






















































































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